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Freitag, 20. Juni 2008

Lavendel sammeln leicht gemacht

Ich ging also heute nachmittag zu einer - sagen wir mal - Strasseneinrahmung, also ein Grünstreifen, der eine unattraktive, 4 spurige Strasse von dem Gehweg der Frankfurter Alle trennt. Dort sind massig blühende Lavendelbüsche. Ich also frisch etwas gepflückt, es sollte ja auch höchstens für 3-4 Lavendelsäckchen reichen. Da kreischt hinter mir die Stimme einer älteren Dame los. Was genau sie meinte, hab ich nicht verstanden. Der Mann, der auch mit war, hat mich auf die Quelle des Lärms hingewiesen.
Ich ging also hin (Herr Distelfliege verzog sich solange hinter einen Rosenbusch und rauchte eine Zigarette). Drei ältere Damen sitzen auf einer Bank.
Ich: "Kann ich Ihnen irgendwas helfen?"
Die rechte: "Sie sollen hier nicht die Blumen pflücken!"
Ich: "Da sind tausende, ich brauche ja nur ganz wenige, keine Sorge, ich mach nicht zuviele ab.
Die linke: Wenn da jeder kommen würde!"
die rechte: "Die Blumen sind hier gepflanzt worden für uns zur Freude, nicht zum abpflücken!"
Ich (zunehmend belustigt-verzweifelt) versuche zu erklären, daß es den vielen Blumenbeeten keinen Abbruch tut, wenn man sich paar nimmt, zumal alles vor lauter Lavendel lila ist und das fällt echt gar nicht auf.
die mittlere Dame grinst mich die ganze Zeit total lieb und freundlich an und denkt wahrscheinlich: "So eine nette junge Frau. Ich würd gerne mal ihre Haare anfassen. (o.Ä.)"
die linke: "Nein, nein, nein, nein! Wollen wir nicht daß Sie hier Lavendel pflücken. Das wollen wir nicht. Sie sollen hier keinen Lavendel pflücken, sonst müssen wir die Polizei rufen."
Ich: "Na gut, das finde ich sehr nett von Ihnen, daß sie mich vorgewarnt haben, Sie hätten ja gleich die Polizei rufen können, und verhaftet werden möchte ich ja nun wirklich nicht."
die mittlere lächelt mich noch freundlicher an.
Ich: "Dann wünsch ich Ihnen noch einen schönen Abend. "
Ich setzte mich dann zu dem Mann, auch eine rauchen, und die rechte Dame kam mir noch nachgeschlichen um zu kontrollieren, ob ich, verdeckt durch den Rosenbusch, nicht doch heimlich irgendwas pflücken will.
Muahaha. Irgendwie süß. Also, pampig waren sie nicht, das muß ich ihnen lassen, sie waren eher so leicht-beleidigt aber durchaus gesprächsbereit. Und das freundlich-liebe Lächeln der mittleren, die aber kein einziges Wort sagte, war auch ganz schön.

Also zu Plan B: Zum Teegeschäft direkt neben der Szene des Geschehens und getrocknete Lavendelblüten gekauft. (Zu faul, zu Kräuter-Kühne zu latschen..)

Ich habe endlich so halbwegs ein Lavendelsäckchen ohne Futter, wo man außen aber trotzdem keine Naht sieht, und mit einem Bändchen zum zuziehen, mir ausgedacht, nur die Form gefällt mir noch nicht ganz.

BTAF - Tag 3: Entspannung am Rande

Mein "Double Nine Patch" entwickelt sich ja äusserst langsam, und während das Hobby quilten alles andere als kostenlos ist, ist es durchaus völlig kostenlos, sich mal am Tag hinzusetzen und 1 oder 2 Fäden in diese Decke hineinzuquilten. Ich finde, das hat so was richtig meditatives und entspannendes.

double nine patch2

Ich muß auch beim quilten nicht schnell fertig werden, sonst hätte ich bald nur noch Quilts hier herumliegen, und Handarbeit ist nun mal keine Massenproduktion.

double nine patch

Was man total oft hört, von Leuten ist "Da wird man ja irre, das dauert doch viel zu lange, soviel Arbeit, das ist doch verrückt." - hab ich auch mal gedacht.
Es ist aber doch ein großer Luxus, sich hinsetzen zu können und etwas herzustellen, was "irre" ist, weil es in der heutigen Zeit doch viel schneller maschinell hergestellt werden könnte, oder von geknechteten Kindern in Asien hergestellt, billig erworben werden könnte.
In dem Buch "Frau am Abgrund der Zeit" von Marge Piercy, das ich mal von Lucia bekam, werden bunte, schöne Quilts in unterirdischen Fabriken vollautomatisch genäht, während sich die Leute viel mehr die Zeit für Kunst, gemeinsam Kochen und so weiter nehmen können. Ich bin da nicht ganz der Meinung - in meiner "Utopie" haben langwierige, scheinbar "stupide" Arbeiten durchaus ihre Berechtigung, wenn man sie eben aus meditativ-entspannenden Gründen macht, und nicht, weil man es machen muß. Dann ist sowas super cool.

Heute habe ich sogar zwei Dinge, die nix kosten und toll sind:

fahnen
(Bild: verstümmelte Deutschland-Fahnen *hähä*)

Ich liebe es und finde es toll, daß es Menschen gibt und daß ich Menschen kenne, die Fußball genauso hassen wie ich, und die den EM-Jubelzombie-Hype mit Public Viewing, Auto-hup-Korso, Böllerzünden und Gröhlen (jeder der irgendwas auf sich hält) zum kotzen finden. Es ist wundervoll, nicht alleine zu sein. Scheißdrecks-EM! Ich furze auf Fußball!
FußballhasserInnen - an meine Brust!!!

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Die Freien Religionen bieten vielleicht ein paar der einzig möglichen spirituellen Alternativen zu den televangelischen Sturmtruppen & den dummköpfigen Kristall-Channellers (von den etablierten Religionen ganz zu schweigen) & werden daher wichtiger & wichtiger, vitaler & vitaler in einer Zukunft, in der die Forderung nach der Eruption des Wunderbaren in das Gewohnte zur lautesten, schärfsten & tumultuösesten aller politischen Forderungen werden wird - eine Zukunft, die (einen Moment, ich muß einen Blick auf meine Uhr werfen) ... 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1 ... JETZT beginnt!

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