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Mittwoch, 2. Juli 2008

BTAF 12: Und meistens kommt es anders

Hatte ich das schon mal?
Eigentlich muß ich ja sagen, ist das heute nicht erfreulich, wieso ist es dann eins der "besten Dinge im Leben", wenn etwas nicht so läuft, wie man sich das vorstellt? Weil es ansonsten stinklangweilig wäre, oder?
Heute musste ich ein kleines Loch in meinem Fahrradschlauch flicken. Als ich dann dabei war, meinen alten Mantel auf die Felge zu ziehen, dachte ich mir so: Och mensch, ist der schon alt und das ganze Profil ist schon so runtergefahren.
Gehste eben nen neuen Mantel holen, dann kannste gleich den neuen Mantel drauf ziehen.
Ich geh also los zum Fahrradgeschäft meines Vertrauens: Mittagspause.
Gnarz! Wenn diese vorbei ist, muß ich eigentlich in der Schule sein! Ich habe nur noch 1/2 Stunde Zeit.
Ich geh also weiter zum nächstbesten Fahrradgeschäft, den alten Reifenmantel in der Hand, und gebe dem dem dortigen Fachpersonal angelernten Kerl, der keine Ahnung hat, und bitte um den Ersatz des Mantels.

Aus alt
reifenalt

Mach neu
reifenneu

Zuhause mit dem neuen Mantel angekommen, raufgezogen, eingebaut, aufgepumpt. Mist. Der neue Mantel ist breiter und schleift am Schutzblech. Ich schraub das Schutzblech ab und sehe nach, ob die Aufhängung des selbigen so variabel ist, daß ich es höher hängen kann. Negativ.
Ich hänge das Schutzblech wieder rein, und gehe (es ist mittlerweile später geworden) zum Fahrradladen meines Vertrauens, der seine Mittagspause beendet hat, um mich beim höher hängen des Schutzblechs beraten zu lassen.
"Das ist ja die falsche Grösse vom Mantel! Was hat der dir denn verkauft? Den würd ich aber reklamieren gehen." schimpft die Mechanikerin.
Gut, wieso also am Schutzblech rummachen wenn ich gleich die richtige Grösse hätte bekommen sollen. Korrekt!
Ich geh also wieder zum Fahrradladen meines Nichtvertrauens, reklamiere das Teil. "Wir haben nur so breite Mäntel da, die schmaleren kommen erst morgen wieder. Ausserdem sind das nur 3 Millimeter." sagt der Nichtfachverkäufer. TOLL! Also weil die richtigen nicht da waren, verkaufst du mir das Falsche, hauptsache Reibach gemacht? Und 3 Millimeter auf jeder Seite sind 6 Millimeter, das ist fast ein Zentimeter!
Weil ich nett bin und diese Dinge zwar denke, aber nicht ausspreche, wenn sie nicht beim Lösen von Problemen dienlich sind, bekam ich dann anstatt einer Streitdiskussion angeboten, das Rad dort zu lassen und es morgen mit dem korrekten Mantel versehen, fix und fertig abzuholen.
Das war dann eine Lösung mit der ich leben konnte, zum Glück geht es sich auch zeitlich aus, normalerweise benötige ich mein Rad nämlich täglich und dann für 2-4 Fahrten.
Ich habe allerdings dann noch gleich gesagt, sie sollen mal die Radlager vorn und hinten auseinandernehmen und machen daß sie wieder absolut fein laufen, einfach, weil ich es Verschwendung finde, das Rad einen Tag in der Werkstatt zu haben, und dann werden Dinge nicht gemacht die eh dran sind. Ob ich damit auf die Schnauze falle?
Eigentlich sollte ich mich ja lehren lassen und mein Rad dort machen lassen, wo die Erfahrung zeigt, daß man dort Ahnung hat, sprich, bei meiner Stamm-Mechanikerin. Aber ich baue mal drauf, daß sich dieser Fahrradladen einen zweiten Schnitzer nicht erlauben wird, schließlich wäre das arg Image-Schädlich.

Jedenfalls war das wieder mal ein abwechslungsreiches Abenteuer *g* - und ich liebe es, vom rumschrauben verschmierte Pfoten zu haben. Das macht mich so schön mackerig. Ich mag mackerig sein. Allerdings hasse ich Rumschrauben, deshalb geh ich - ausser für Platten flicken - eigentlich mit allem zu meiner Mechanikerin.

Hier noch Werbung, für BerlinerInnen:

Der kleine Fahrradladen in der Kreutziger Strasse in Friedrichshain ist GUT.
Das ist eine "Radl-Klinik", d.h. dort wird nur repariert und ersetzt, keine Neuräder, wenig Merchandise. Aber die Frau da hat Ahnung. Und sie macht gute Preise. Und sie führt keine nutzlosen Reparaturen durch. Ich und mein Rad sind schon lange sehr glücklich versorgt da.

BTAF 11: Der liebe Mann

...naja, nicht daß er erst an 11. Stelle kommt, nene, so ist das nicht.
Aber für mich ist die BTAF Aktion eine von-Tag-zu-Tag schauen-was-eine-anspringt-Aktion. Und da gibts Tage, da springt einen gar nix an, bzw. so Dinge wie ein platter Fahrradreifen, aber das Loch ist so klein daß man - das ganze Rad in einen Brunnen getaucht - nirgends Luftblasen aufsteigen sieht, und daß es 4 h hält und fahrbar ist, aber nach 8 h ist es halt platt. Um das Loch zu finden, werd ich den ganzen Reifen abbauen und den Schlauch rausziehen müssen. *gngngngn* Son Schiet! Fluch allen die Strasse mit Flaschenscherben zukleisternden Besuffskis!

An solchen Tagen denke ich mir hm - also zum GLÜCK haste einen super tollen, lieben, netten Lebensgefährten, der stressfrei, witzig und (auch nach 12 jahren noch) ein interessanter Mensch ist. Morgens von der Arbeit nach Hause kommen und den vom frühen Morgenlicht beleuchteten noch schlummernden Herrn Distelfliege anschmachten - das hat schon was total heimelig-seliges...
Das verschönt die Aussicht auf (schon wieder!) morgen heute nach dem Schlafen direkt das Fahrrad flicken zu müssen.

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Die Freien Religionen bieten vielleicht ein paar der einzig möglichen spirituellen Alternativen zu den televangelischen Sturmtruppen & den dummköpfigen Kristall-Channellers (von den etablierten Religionen ganz zu schweigen) & werden daher wichtiger & wichtiger, vitaler & vitaler in einer Zukunft, in der die Forderung nach der Eruption des Wunderbaren in das Gewohnte zur lautesten, schärfsten & tumultuösesten aller politischen Forderungen werden wird - eine Zukunft, die (einen Moment, ich muß einen Blick auf meine Uhr werfen) ... 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1 ... JETZT beginnt!

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