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Dienstag, 9. September 2008

Daily Midget 2

Und schon wieder habe ich genäht *g*

Apropos, da wirs grad von Armut haben:
Am 15. Oktober ist Blog Action Day zum Thema Armut. Ihr könnt alle mitmachen!

21
Das ist der Block 21, "Snowball Flower".

28
Und hier Nr. 28 "Calico Puzzle"

36
Nr. 36 - "4 H - Club" (sehr origineller Name..)

Best things aren't free 2

Bei Ryuu habe ich über Best things aren't free etwas gelesen.
Ryuu hat sich eine Komplementär-Aktion ausgedacht, nämlich "Dinge, die's wert sind". Dabei gehts um 10 Dinge, die man sich geleistet hat, egal wie teuer sie waren, und die man völlig ohne Reue wegen der Ausgabe besitzt und wertschätzt.

Mir wär dazu noch eingefallen, eine zweite Aktion zu machen:
"Ich bin arm. Du etwa nicht?"
Also so eine Armuts-Offensive-Aktion, wo man über Dinge berichtet, die einen als "armen Schlucker" outen, z.b. der uralte Schrottcomputer, das rostige Rad, der Kühlschrank voller Aldi-Produkte, obwohl man eigentlich lieber Öko hätte.

Weil wenn man arm ist, dann geht damit immer so eine entwürdigende Verschämtheit einher, als ob man sich schämen müsste, weil man es nicht so dicke hat, als ob das ein Grund wäre, sich zu schämen. Weil man vll. ein schäbiges Rad oder Auto fährt, weil man schäbige, alte Dinge benutzen muss, oder weil man beim Kartonstapeldiscounter einkaufen muß und sich den politisch korrekten Bioladen nicht leisten kann.

Für mich persönlich wäre es schwierig, bei "ich bin arm. Du etwa nicht?" mitzumachen. Weil obwohl ich eigentlich immer recht wenig Einkommen hatte, war ich nie arm. Ich war immer reich. Mir war immer wichtiger, daß ich mehr Zeit habe, als man hat, wenn man 40 Stunden arbeiten geht. Zeit haben war mir immer am wichtigsten. Ich war ein paar Jahre "Gammlerin" und mir wars quasi nie langweilig.
Irgendwie besteht mein Reichtum zur einen Hälfte aus Dingen, die man gar nicht bezahlen oder kaufen könnte, selbst wenn mans wollte, und zur anderen Hälfte aus Geld, das ich - was andere Leute vll. als geizig ansehen würden - nicht für Drogen, Kino oder Konzerte oder Entertainment ausgebe, weil mich das im Grunde einfach nicht interessiert. Wenn mich doch mal was interessiert, was etwas kostet, dann kann ich mir das in der Regel leisten - Luxus pur in dieser Zeit. In gewissen Grenzen natürlich, alles kann ich mir auch nicht leisten.

Mein Glück ist z.b. auch daß ich relativ kurze Wege habe, die ich Radfahren kann und daß ich Radfahren liebe, daß ich nicht allzuviel Miete zahlen muß, daß ich mir meine Internetkosten mit jemandem teilen kann, und daß ich altes Zeugs und gefundenen Schrott liebe. Ich brauche keine repräsentative Kleidung tragen, weil ich trotz meiner abgerissenen Sachen nicht gefeuert werde. Wenn sowas selbstgewählt ist (auch wenn es bei minus 20 Grad arg ist, nachts mit dem Rad zu fahren) dann ist das für mich keine Armut, sondern Lifestyle.
Und das blöde daran ist, daß ich ja nicht zu wem anderen sagen kann: "Mach aus deiner Armut doch einen Kult/Stil/Mode." Das wäre zynisch, und es geht eben nur, wenn es bewusst selbst gewählt ist, und nicht per Zwang gelebt werden muss.

Und genau das ist das zynische Element bei "Best things are free" - man kann aus kostenlosen Genüssen nur dann einen Kult oder einen Lebensstil machen, wenn man die Möglichkeit hat, sich frei dafür zu entscheiden.

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Die Freien Religionen bieten vielleicht ein paar der einzig möglichen spirituellen Alternativen zu den televangelischen Sturmtruppen & den dummköpfigen Kristall-Channellers (von den etablierten Religionen ganz zu schweigen) & werden daher wichtiger & wichtiger, vitaler & vitaler in einer Zukunft, in der die Forderung nach der Eruption des Wunderbaren in das Gewohnte zur lautesten, schärfsten & tumultuösesten aller politischen Forderungen werden wird - eine Zukunft, die (einen Moment, ich muß einen Blick auf meine Uhr werfen) ... 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1 ... JETZT beginnt!

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