Nachdem sich in letzter Zeit die Meldungen im TV häuften, dass Günter Wallraff mal wieder eine Enthüllungsreportage/Undercover-Aktion als angepinselter Schwarzer absolviert hat, muss ich ja hier mal sagen, dass ich beim Ansehen dieser Berichte ein ganz komisches Gefühl hatte. Wie Wallraff schwarz angemalt wird, war zu sehen, wie er eine Karnevals-Afro-Perücke aufkriegt... ich weiss nicht.
Mir war das peinlich, mir sowas als Weiße anzusehen. "Boah, da muss ich mich als Weiße ja vor Schwarzen schämen" dacht ich mir so.
Was sagen eigentlich Stimmen aus der afrodeutschen Community zum Thema Günnis neuer Film?
Wallraff als Undercover-Schwarzer auf black.in.nrw Blog
"Ein angemalter Weißer ist kein Schwarzer"; Interview mit der Autorin Noah Sow
Deutsche Welle über den Film - darunter ist ein Audio-Interview mit einem afrodeutschen Politologen, Kani Tuyala, über den Wallraff--film anklickbar.
Es gibt da also schon verschiedene Stimmen dazu, was ich auch besser gefunden hätte, wäre, wenn Wallraff einen echten Schwarzen mit versteckter Kamera begleitet hätte, also seinen Prominentenstatus eingesetzt hätte, damit Erfahrungen von Schwarzen mehr Öffentlichkeit bekommen, ohne sich selber dabei zwangsläufig in den Einzelkämpfer-Heldentums-Mittelpunkt stellen zu müssen...