Franzbrötchen nochma *g*

Ich war eben auf einer schicken Seite, wo es sogar eine Foto-Anleitung zu Franzbrötchen gibt.
Hier ist das Ganze zu sehen.
Sehr gut erkennbar ist auch, was passiert, wenn man eiskalte Scheiben Butter auf einem ungekühlten, weichen Teig verteilt, und was passiert, wenn man denen nur ein einmaliges Einschlagen vergönnt.
Nämlich von Blätterung kann da keine Rede sein. Da könnte man sich viel Arbeit sparen und die eiskalten Butterstückchen direkt in den Teig reinkneten, aber so, daß sie sich nicht ganz darin auflösen, und sich die Einschlagerei schenken.

Ich würde folgendes machen:

1. Überlegen, ob ich die Milchmenge im Teig nicht etwas reduziere, immerhin kommt auch noch Butter in den Teig. Ausserdem würde ich die Milch nicht erhitzen.
2. Hefe von mir aus in der Milch aufschlämmen, ansonsten einfach alles in eine Schüssel und kneten.
3. ca. 15 Minuten Teigruhe, egal ob sich das Zeug in der Zeit verdoppelt oder nicht.
4. Die 200 g Butter mit 10-20 g Mehl (wieviel wird das sein, viel nicht, also sagen wir mal einen Eßlöffel) verkneten. (Knethaken im Mixer z.b.) Ohne Mehl is die nicht elastisch genug.
5. Die Butter, die möglichst nicht zu weich sein sollte, auf einer gut bemehlten Fläche zu einer rechteckigen, flachen Platte flachklopfen und ab in den Kühlschrank.
6. Teig zu einem Rechteck ausrollen, und ebenfalls ab in den Kühlschrank.
7. Wir warten 30 - 45 Minuten, je nachdem wie kalt der Kühlschrank ist. *g*
8. Die Butterplatte auf die grösse des halben Rechtecks des Teiges ausrollen, dabei hilft Mehl gegen Kleben. Die Butter sollte nicht zu hart sein, aber weich auf keinen Fall. Konsistenz wie Plastillin ist am besten. Die Butterplatte sollte ein wenig dicker sein als der Teig.
9. Butterplatte in den Teig einschlagen. Jetzt kann man den Teig samt der innen liegenden Butterplatte ausrollen, aber nicht zu einem Rechteck, sondern am besten eine lange Bahn. Immer schön in die Länge rollen, nicht in die Breite. Und keine Gewalt, die Butter kann sich nicht unbegrenzt schnell dehnen und würde sonst reissen.
Schmalzt die Butter an den Seiten raus, ist sie eindeutig zu warm - drückt sie durch den Teig, ist dieser zu warm oder zu weich (zu viel Milch drin)
10. Nu schlägt man ein Drittel der Bahn ein und das andere Drittel darüber, rollt das ganze nur ein wenig flach und dann mit ner aufgeschnittenen Plastiktüte bedeckt/eingewickelt, in den Kühlschrank. 15 Minuten sind nix, besser wieder 30-45 Minuten.
Da wir eine lange Bahn ausgerollt haben, haben wir nach dem Einschlagen wieder ein Rechteck. Sehr praktisch.
11. Das ganze aus dem Kühlschrank nehmen und nochmal zu einer langen Bahn ausrollen. jetzt kann man das wiederholen mit dem Einschlagen. Und wieder mal in die Tüte, in den Kühlschrank, ca. 45 Minuten. (das kann man auch noch ein Drittes Mal machen...kann man ja dann sehen ob einem mehr oder weniger Schichten besser gefallen)
12. Jetzt rausnehmen und das so weiter verarbeiten wie auf den Bildern... also ausrollen, Rolle aufwickeln, Scheiben abschneiden, eindrücken.
13. Jetzt bloss nich an einem warmen Ort gehen lassen, zimmerwarm darf der Ort schon sein, aber nicht so warm, daß die Butter in den mühevoll reintourierten Schichten matschig würde und verlaufen. Also bloss nich auf die Heizung. Die Teile werden kommen, auch wenns nicht so warm ist. Es dauert evtl länger, aber sie werden kommen. Das ist ein Naturgesetz *g*
Bei uns sprühen wir im Kühlen garende Teile mit einem Zerstäuber mit Wasser ein, sonst bildet sich Borke am Ende noch, das wollen wir auch net.
14. Backen wie Martin geschrieben hat: "* Im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad auf der mittleren Schiene backen. (20 - 30 Minuten, aber ich gehe lieber nach dem Aussehen - schön kross braun, nicht angebrannt.)"

Jo, hätt fast Lust, mal das Ganze auszuprobieren...
Mal sehen wann ich dazu komme.
lilia - 31. Okt, 10:49

Frage von fauler Banausin:
Könnt ich da nicht auch TK-Blätterteig nehmen, mit ZZ bestreuen und rollen? Wär ein klein wenig einfacher... *g*

von Bäckerin beeindruckte Grüßlis
Lilia

distelfliege - 31. Okt, 12:15

Nö...

..weil Blätterteig keine Hefe enthält. Bei Plunderteig isses halt schon wichtig daß das ein Hefeteig ist, und kein Blätterteig, da ausser ZZ keine Füllung reinkommt wär das sonst nur blättrig und buttrig und du hättest keine Krume zum reinbeissen - jedenfalls nicht so 'ne Krume.
Aber mit TK-Blätterteig kannst du doch stattdessen Zimtzucker-Schweineohren machen.
http://www.lecker-backen.de/kleingebaeck/schweineohren.htm
MMarheinecke - 31. Okt, 14:26

Danke!

Meine Rezept war von einem uralten Schmierzettel abgeschrieben, wahrscheinlich habe ich ein paar Lagen übersehen. So richtig "richtig" sind meine Franzbrötchen damals übrigens nicht geworden.

Ich habe auch nach Franzbrötchen gegoogled, und muss sagen: um die süßen Plunderteigbrötchen wahrscheinlich dänischer Herkunft ranken sich zahlreiche Legenden, eine unwahrscheinlicher als die andere. Und von wegen, richtig gute Franzbrötchen gibt's nur in Hamburg: Ich weiß genau, dass es in Lübeck ganz klasse Franzbrötchen gibt!

WildWeib - 1. Nov, 02:57

Wäre ja auch noch schöner

Hieße das dann, dass auch ein Hamburger außerhalb Hamburgs keine guten Franzbrötchen backen kann? Und ein Berliner, der nach Hamburg kommt - kann er es dann plötzlich? Was ist mit einem Bäcker, der in Hamburg lebt, aber in Buxtehude arbeitet, oder umgekehrt?

Ideen gibt's.... *g*

eidechse - 1. Nov, 14:44

es ist ein genuß dein fachfrauentum zu lesen.
was mich grad so erfreut ist eigentlich 'recht banal', dass jemand, die sich mit etwas auskennt, eben richtig versteht, was so ein rezept macht, und nicht 'nur' nachbaut bzw mit 'guter hausbäckerinnen-intuition' nachbackt. beruf und berufung eben!

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