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Cool und Feminin

Einige nähen ja eine schicke Umhängetasche mit "femininem" Schnitt und bei Anja kams zu einem kleinen Mißverständnis - weil "feminin" nicht jederfraus Stil ist.
"Feminin" - Weibchenklischee, Tussig, doof - muss das denn sein?
Also, ich denke nicht. Es gab und gibt sehr coole feminine "Styles", z.b. Rrriot Grrls, Drag Queens, Diven...
Wenn wir uns an der "herkömmlichen Abgrenzung" entlang entzweien lassen, wären wir doch blöd. Also daß die coolen, Tornister-tragenden Tomboys die Tollen sind und die Rüschentaschen-Romantik-Glamour-Frauen die uncoolen - das darf nicht sein! Nein nein, ich will nicht cool sein auf Kosten meiner Schwestern! Keineswegs!
Also, Gretelies-Taschen-Trägerinnen: Schleppt doch bitte eure Rüschenbeutel und Yoyo-Dekorationen mit dem größtmöglichen Stolz herum und laßt euch "feminine Styles" nicht madig machen!
Ich bin doch auch stolz drauf, eine nähmaschinensüchtige Quilttante zu sein, was zu einem "Coolen Mackerimage" auch nicht passt.
Eidechse hat mal gemeint, es ist eh ALLES Drag.
Das hat mit Wohlgefühl, Fantasie und politischem Statement zu tun, das ist Spielerei und "poetischer Stilterrorismus".

Übrigens, ich geh jetzt eine Tasche nähen *g* aber keine Gretelies-Tasche, die wird eine grössere Version meiner zu klein geratenen 1. Umhängetasche, und sie wird wahnsinnig opulent-verspielt, und feminin in der Stoffwahl und gleichzeitig brachial-robust im Schnitt, mit Karabinerhaken und Tragegurt. Was wiederum ganz gut zu mir passt. Wäre doch langweilig, wenn alle uniformiert rumlaufen würden..
caroona - 31. Mai, 16:05

Tjaja, das Thema...

... ist unsterblich wie es scheint. Auf der einen Seite steht der Stil, der heutzutage als feminin verabredet ist (wenn ich mir angucke, wie rüschig früher die Männer rumgelaufen sind...), auf der anderen Seite ein Verhalten (tussig) das auch sicherlich noch sehr individuell interpretiert wird. Gehört das jetzt zusammen? Nö. Mein Ding sind so Rüschen auch nicht, ich würde mir im Leben keine solche Tasche basteln, aber das hat ja mit der Taschenträgerin oder irgendeiner Bewertung ihrer Person nichts zu tun. Genau wie vielleicht viele Frauen meine Holzfällerhemden nicht anziehen würden, oder sich über meine Stöckelschuh- und Handtaschenallergie wundern. Deswegen halte ich mich trotzdem für feminin (Hahaha, oder weiblich?) oder wenigstens teilzeitfeminin. Ein guter Kumpel hatte jahrelang nur zwei Hosen, eine davon kaputt, lange Zauselhaare und dazu zwei Metallicashirts immer schön im Wechsel an. Das ist der allerspießigste Spießer, den ich kenne. Außen und innen muss auch nicht immer aus einem Guß sein.

Ich bin auch gegen Langeweile, durchaus.

großstadtnomadin - 1. Jun, 13:34

Günau! ;-)

Ich finde diese ständige Abgrenzung zwischen Frauen, die klassisch feminines Zeug mögen und denen, die Geschlechtsstereotypen karikieren oder auflösen wollen auch blöd. Ich trage gerne Röcke, hohe Schuhe und der Schule auch manchmal den strengen Lehrerinnen-Tussi-Look. Mir gefällt das und letzteres hat einfach auch eine ganz andere Wirkung als das Blümchenkleid und die flachen Sandalen. Für maskuliniere Kleidung fehlt mir der Körperbau, ich trag höchstens mal recht selten einen Anzug mit Krawatte als ironisches Statement. Ich mag typisch weibliche Kleidung einfach. Daraus lässt sich aber noch gar nix über meine politische und gesellschaftliche Einstellung ableiten. Demnach kann ich mich dir nur anschließen. :)
Darüber hinaus würdeich aber noch hinzufügen, dass jedes stereotype Kopieren von Klischees m.E. langweilig ist, besonders, wenn es um selbstgemachtes Zeug geht. ich mag es, wenn Sachen einen Stilbruch oder ein ironisches Moment beinhalten, das den Betrachter irritiert.

ryuu - 1. Jun, 14:25

maskulin... feminin... so what?

Das ist genau das Thema, das mich bei Lesbens so ankotzt. Mich nervt die dortige maskulin-feminin-Dichotomie inzwischen so, daß ich mich weigere, mich in solchen Begriffen zu beschreiben.

Bevor die feminine Frau da salonfähig wurde, wurde ich mit meiner damaligen Vorliebe für Röcke und Make Up dumm angeguckt oder wie Luft behandelt. Danach wurde ich flugs schubladisiert und vollkommen ignoriert, daß ich auch, ich sag jetzt mal, "männlich/maskulin" konnotierte Fähigkeiten, Eigenschaften und Interessen habe. Wobei das Bild von Feminität, dem ich da im Szenemainstream begegnete, das tussige war. Worauf ich nun gar nicht kann. Was nicht heißt, daß ich nicht ab und zu zarte, verspielte, "mädchenhafte" Dinge mag. Ob ich sowas anziehe, hängt von der Tagesform ab und wieviel Aufwand ich mir mit meinem Äußeren gerade machen will (in den letzten Jahren ist das oft nicht mehr viel).

Achja, mir spukt grad wieder ein Taschendesign durch den Kopf, das Karabinerhaken und Glitzerkram vereint :) Jetzt habt Ihr mich angesteckt, dabei renn ich doch meistens eh mit Rucksack durch die Gegend, damit ich meinen halben Haushalt bequem bei mir tragen kann.

wurzeline - 2. Jun, 20:11

Joooo danke :) Das tut mir als "feminin-Kram- toll- Finderin" grad unheimlich gut. Mich nerven so Schubladen einfach und grad, wo ich in den letzten Jahren an mir immer mehr rüschige- und oft auch als tussig bezeichnete Vorlieben wahrnehme, die aber andererseits garnicht zu meiner oft doch sehr untussigen und bodenständigen Art passen, reagier ich da irgendwie höchst sensibel drauf...

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