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Aktuelles Nichtrauch-Tagebuch

Jetzt sind fast 6 Wochen rum und ich muss sagen, es war eine spannende Entwicklung bis hierhin.
Im Moment geht es mir gut, und ich bin erstaunt wie "normal" das Leben ohne Rauchen schon geworden ist. Fast zu normal. Das ist auch gefährlich. Je normaler und selbstverständlicher das Nichtrauchen ist, umso weniger kann man sich auch dran freuen, also auch Spaß und Genuss darin finden, nicht mehr rauchen zu müssen.
Vielleicht ist das wie mit einer alten Beziehung, man muss sich immer wieder vergegenwärtigen, wie ungewöhnlich und wunderbar es eigentlich ist, was man ansonsten zu schnell normal und alltäglich findet.
Und dieses dran freuen muss schon noch sein, weil das "Suchtgedächtnis" immer noch da ist, und so ca. 1-2 mal die Woche eben Tage sind, wo eine Stimme hin und wieder sagt: "Du willst jetzt eine Zigarette".

Gestern habe ich einen Artikel gelesen, in dem stand, daß nur 3% der RaucherInnen es schaffen, dauerhaft aufzuhören. Auch ansonsten war der Artikel sehr demoralisierend. Egal, was bleibt mir anderes übrig? Sollte die Zahl mit den 3% wirklich stimmen, dann tuts mir halt für die anderen 97% leid, daß sie nicht zu uns, der Elite, gehören, die es schafft. :P
*trotz*

stricken

Ich hab seit dem Rauchstop 3 Paar Socken gestrickt und einen Schal zu 2/3 fertig (Muss mal noch Fotos machen.. aber ich glaub, ich mach den Schal zuerst mal fertig)

Ich kanns gar nicht fassen, daß ich gestern wirklich ohne Platten mit dem Fahrrad zur Arbeit und zurück kam, die Strassen sind ziemlich voll von Silvesterdreck und Glasscherben.

silvesterdreck

Wintersonne

wintersonne

Dieses Rezept für Borschtsch ist total lecker, ich hab das heute gemacht, aber mit Gemüse- statt Fleischbrühe. Und mit Balsamico-Essig statt anderem Essig, weil ich nur solchen da hatte.

borschtsch

Borschtsch hat auch den Vorteil, daß eigentlich alle Zutaten mitten in der kalten Jahreszeit verfügbar sind, also jetz aus regionalen Quellen. Karotten, Rote Bete, Kartoffeln, Weißkohl, Zwiebel. Das Tomatenmark ist öh... aus der Dose..
aber sonst kein Problem.
Hier gibts den netten Gemüsekalender! (Hm, müsste endlich das Foto von der roten Bete einbauen, was ich schon vor Jahren geknipst habe... )

Edit: Was mir noch einfällt - wenn ich mal 25 ziggis am Tag annehme, dann hab ich morgen
1000 (in Worten: Eintausend)
Kippen nicht geraucht!
Wow!!
zauberweib - 2. Jan, 20:52

tausend???? in der - so gesehen - kurzen zeit??? ja wahnsinn!!
übrigens hab ichs schon bei ipernity kommentiert, aber ich muss das nochmal loslassen: das strickbild da oben find ich so megamässig gelungen! echt!

*knuddlesdie3%distel*

distelfliege - 3. Jan, 01:26

Echt, das strickbild hab ich mal so zwischendurch gemacht weil ich ne Frage an Lilia wegen der doppelten Maschen hatte *g*
Danke!
Karan - 2. Jan, 21:33

Also, ich kenne sehr viele ehemalige Raucher, die alle nie wieder angefangen haben und teilweise schon seit Jahrzehnten davon weg sind. Darum glaub' ich, daß das Quatsch ist mit den 3 Prozent. Was aber stimmen kann (aber nicht stimmen muß, bei einigen ist das so und bei anderen eben nicht) ist die Sache mit dem "Suchtgedächtnis". Gelegenheitsrauchen ist also vielleicht ned so eine gute Idee....

Ich wünsche Dir ein rauchfreies und wundervolles 2009!

distelfliege - 3. Jan, 01:28

Du hast recht, wenn ich so denke, kenne ich auch genug Leute, die aufgehört haben zu rauchen und das schon seit vielen Jahren oder Jahrzehnten.
Vielen Dank für die Wünsche, ich wünsch dir auch ein tolles Jahr!
MMarheinecke - 3. Jan, 00:02

Nur 3% erfolgreicher Rauchentzug?!?

Da gehe ich noch ´nen Schritt weiter als Karan: Der Artikel ist Quatsch mit Soße.
Der Artikel ist eben sensationslüstern übertrieben, wie so vieles, was unsere "Qualitätsjournalisten" so fabrizieren.
Nach WHO-Angaben beträgt die Erfolgsquote immerhin 24%. Und wenn's nicht auf Anhieb klappt: hartnäckig bleiben! Lohnt sich!

Regenerationspozess nach den Aufhören:

* Nach 20 Minuten. Herzschlagfrequenz und Körpertemperatur normalisieren sich.
* Nach 8 Stunden. Der Kohlenmonoxidspiegel im Blut sinkt wieder auf das normale Niveau. Generell ist nun wieder mehr Sauerstoff als Kohlenmonoxid im Blut.
* Nach 24 Stunden. Das Herzinfarktrisiko sinkt.
* Nach 48 Stunden. Geruchs- und Geschmackssinn verfeinern sich. (Hast Du bestimmt bemerkt!)
* Ab 2 Wochen. Der Blutkreislauf stabilisiert sich. Zudem verbessert sich die Lungenfunktion um bis zu 30 Prozent.
(Merkst Du beim Fahrradfahren - mehr Kondition!)
* Nach 1-9 Monaten. Hustenanfälle gehen zurück, ebenso wie die Verstopfung der Nasennebenhöhlen, Abgeschlagenheit und Kurzatmigkeit. In der Lunge werden verstärkt Flimmerhärchen aufgebaut. Diese fangen wieder an normal zu arbeiten. Dadurch kann die Lunge mit Schleimabbau und Reinigung beginnen. Die Infektionsgefahr sinkt.
* Nach 1 Jahr. Das Koronarinsuffizienzrisiko (Mangeldurchblutung der Herzkranzgefäße) ist nur noch halb so groß wie bei Rauchern.
* Nach 5 Jahren. Das Schlaganfallrisiko sinkt allmählich wieder.
* Nach 10 Jahren. Das Risiko an Mund-, Luft- oder Speiseröhrenkrebs zu erkranken ist nur noch halb so hoch wie bei Rauchern.
* Nach 15 Jahren. Das Risiko einer Koronarinsuffizienz ist gleich dem eines Nichtrauchers.

(Aus einer Broschüre meiner Krankenkasse.)

Das ist doch ´ne Perspektive, oder?

Wobei ich ja niemals stark geraucht hatte - mal ab und an ´ne Pfeife. Trotzdem geht.s mir qualmfrei besser, vor allem meinen empfindlichen Nebenhöhlen.

*

Zum Borschtsch: ist nun mal ein klassischer Wintereintopf aus einen Land mit strengen Wintern. Tomatenmark aus der Dose und Dosentomaten gehen in Ordnung, sind in jeder Hinsicht (Geschmack, Ökologie, Preis) die bessere Alternative zu faden Treibhaustomaten (schnittfestes Wasser) und von weit her importierten "frischen" Tomaten (die dann auch nicht so schmecken wie frischen Tomaten im Sommer, weil unreif geerntet).

distelfliege - 3. Jan, 01:33

Danke für das Graderücken der Zahl, ich habe mich beim Lesen des Artikels auch glatt gefragt, ob der von der Tabakindustrie in Auftrag gegeben wurde um aufhörende RaucherInnen zu demoralisieren *gg*
deine Krankenkassen-Aufstellung ist lustig: Diese kursiert auch im Netz häufig, aber nicht auf jeder Liste steht bei jedem Zeitpunkt das gleiche, manche sagen "Lunge 30% besser nach 1 Monat" andere "nach 2 Monaten" und bei dir schon nach 2 Wochen *g* dafür war mein Raucherhusten schon nach 3 Tagen weg.

Geruchssinn und Geschmackssinn wurden erst wirklich 2 Wochen nach dem Aufhören besser - als nämlich Herr Distelfliege auch mit Rauchen aufgehört hat, und ich nicht mehr in einer Raucherwohnung leben musste. Dann gings aber rapide aufwärts.
eald - 3. Jan, 23:42

WoW

Echt jetzt? Du der (ehemalige) Inbegriff des Kettenrauchenden Nikotinsüchtlings hast die Kurve gekriegt? Aufrichtigen Respekt von meiner Seite! Mach ja weiter so und ... komm nur ja nie auf den Gedanken "nur mal eine - Ausnahmsweise" zu paffen. Ich kenn einige Aussteiger, aber keinen der's anschliessend zum Gelegenheitsraucher geschafft hätte.

Darf ich fragen warum du aufgehört hast?
greetz 'nd

distelfliege - 4. Jan, 01:00

Lieber eald, natürlich aus dem einzigen Grund, dann aus voller Brust gegen RaucherInnen hetzen zu können.

Mir fällt auf die Frage aber wirklich nie eine Antwort ein. Wieso ich aufgehört habe? Da gibt es tausend gute Gründe, die es alle auch schon vorher gab, und ich habe trotzdem weitergeraucht. Sollte die Frage nicht viel mehr andersrum lauten, also - wieso raucht man eigentlich? Und wieso raucht man, trotzdem, obwohl man weiss, daß es scheisse ist?

Rauchen ist ne Drogensucht. Deshalb raucht man.
Das Rauchen ist genauso wenig eine freie Entscheidung, wie das Aufhören so läuft, daß einem auf einmal einfallt: "Oh, rauchen verursacht ja Krebs, ist teuer, und ich hab damit schon meine Katze getötet, das sind doch gute Gründe um aufzuhören", und dann tut man das einfach.
Ich glaube vielmehr, Aufhören ist weniger eine Sache der Gründe, als eine Sache der Hilfen zum Ausstieg und eine Sache des Mutes, diese Hilfen in Anspruch zu nehmen.

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