Spiri am Rande

Montag, 29. September 2008

Radtour durch Berlin

Ich habe heute, weil ich frei hatte und das Wetter so schön war, eine Radtour zum Quiltladen gemacht *hüstel* (wohin sonst)

Dafür bin ich von Friedrichshain nach Alt-Tegel gefahren und habe unterwegs einen Haufen Fotos gemacht. Es war schon wie eine Fahrt aufs Land, wenn man mal in Reinickendorf ist und aus dem S-Bahn-Ring raus, wird alles ziemlich schnell provinziell - kaum Graffiti, wenig Leute auf der Strasse, viel Grün, kaum Geschäfte und vor allem kaum noch Imbissbuden. Ich bekam zwischendurch mal Hunger und fand nur so ungeile Alt-Berliner Currywurstklitschen dritter Klasse..

Ich kam an einem Haufen Bestattungsinstituten und Grabmalwerkstätten vorbei, aber ich bin auch an einem Haufen Friedhöfen vorbeigefahren.
So im groben hätte Google die Route berechnet, allerdings bin ich etwas verschlungener auf kleineren Wegen gefahren als hier gezeigt.

berlinroute1
Bild: (c) Google Maps (Bildschirmfoto)

Schön war das Wetter, sonnig und wolkig auf einmal:

vpark

evil
Irgendwo am Prenzlberg

schaefersee
Pause am Schäfersee

provinz
Berlin sieht manchmal echt provinziell aus. Aber so sah das in Reinickendorf überall aus..

stein
Ich kam an einem Stein vorbei.

castagna
Definitiv Herbst!

ein paar Dinge stachen mir an Tegel ins Auge...
das Irrenhaus, die Fabrik und der Knast.

wfusszentrum
Sticker an der Ampel bei Bonnies Ranch

jva
Eingang zum Knast

jvashop
Merchandise im Knast? Oder wo man den Gefangenen zu überteuerten Preisen etwas kaufen kann, weil man nix mitbringen darf?

borsig
Die Fabrik

graeberschild

graeber

planespotting
Plane-spotting am Kurt-Schumacher-Platz. 4 Flugzeuge pro Zigarettenlänge. Ich beneid die Leute nicht, die da wohnen.

Und eine verlassene Fabrikruine

factory2

factory

Jetzt bin ich ganz schön kaputt, obwohl ich eigentlich viel radfahre, aber so eine vierstündige Tour bin ich dann doch nicht gewöhnt.

Sonntag, 31. August 2008

Nach fast einem Jahr...

..bin ich mal wieder zum Labyrinth gefahren. Es stand alles noch, bzw. es war sogar etwas ausgebaut worden.

wegrauf
Lang bin ich diesen Weg nicht mehr gegangen...

hagebutten
Hagebutten - ich hab mir ein paar für Zuhause mitgenommen.

rekonstruktel
Im Labyrinth lag ein Baumstamm, halb angekokelt. Ich konnte ihn nicht hochheben, aber an einer Seite konnte ich ihn anheben, und hab ihn also doch rausgehievt. Schnucklig: Jemand hatte offenbar die Mitte rekonstruiert - allerdings einen Umgang zuviel eingebaut, so daß eine seltsame Sackgasse, bzw. ein unnützer Weg dabei entstanden ist, den man hätte vermeiden können, wenn man in die Mitte will. Ich habe dann erstmal alles wieder so gebaut, daß es funktioniert. Ich kann mittlerweile auswendig Labyrinthe bauen, ohne auf ein Schema zu gucken.

topographie
Dieses schöne Rad hatte auch jemand dort aufgebaut. Der runde Stein in der Mitte war mal ein Baustein vom Labyrinth.

singer
Selbst im Wald werde ich von Nähmaschinen verfolgt!

kletter
Toll. Man klettert auf einen Baum und will sich gemütlich eine drehen, und merkt, man hat keine Blättchen dabei. Argh!

labyrinthvonoben
Die Aussicht kann man dennoch geniessen..

einjahr
Ein Jahr nach unserer kleinen Mabonfeier sind immer noch Reste der Göttinnenfiguren da, aber sehr verwittert.

hqsternenflotte
Auf dem Rückweg grüsst wie immer der Anblick des von mir so getauften "Hauptquartiers der Sternenflotte".

rotamabend
Abendrot!

Anregung zum Rausgehen bekam ich diesmal von Iri, die sich fragte, ob sie walken gehen soll oder nicht. Und da hatten wir ausgemacht daß wir beide losziehen und nachher Fotos austauschen. Nett war das! Mal was anderes als immer nur Nähen!

Dienstag, 12. August 2008

BTAF 25: Erkundung

Mir fällts immer leichter, verwundert zu sein und mich von Eindrücken überfluten zu lassen, wenn ich durch irgendetwas den "gewohnten Bereich" verlasse. Auch wenn "Best things are free" so eine Geschichte für Aufmerksamkeit für den normalen Alltag darstellt, ist es doch bissel mehr als das.
Mir fiel ein Stück Text ein aus Paul Simon's Lied "You can call me Al":

A man walks down the street, it's a street of a strange world, maybe it's the third world, maybe it's his first time around. Doesn't speak the language, holds no currency, he is a foreign man, he is sourrounded by the sound, the sound...
(...) he looks around, around, he sees angels in the architecture, spinning in infinity..

Ich bin gestern auf dem Rückweg durch eine fremde Strasse gefahren, die Leute waren alle wie aus einer anderen Welt. An einer Ecke standen 5 Punks mit Instrumenten in einem Kreis, und einer spielte ein Akkordeon. Ich hielt an einem Getränkeladen und kaufte eine Limo, deren Namen auf dem Etikett ich nicht lesen konnte, darauf stand noch: "legendary taste".
Es war dann auch ein seltsames Geschmackserlebnis, man konnte den Geschmack nichts bekanntem zuordnen.
Der Autoverkehr war dicht und mein vollbeladenes Rad glitt durch die Kolonnen wie durch Wasser. Manchmal frag ich mich ob ich zu naiv fahre oder ob ich zu intuitiv fahre, ob das gefährlich ist.
Andere Wege als die gewohnten fahren ist zwischendurch einfach schön!

Sonntag, 10. August 2008

BTAF 23: Laugh about your beliefs

Wie Nightingale letztens mal anmerkte, ist Göttinnenreligion, auch als Pandea bekannt, ab und zu echt.... *haha*
Wieso hat die Göttin eigentlich keine Beine und sieht so komisch aus von unten? Rachel Pollack, unser aller Pandea-"Im Körper der Göttin"-Autorin und Weise, hat mal vermutet, daß das deshalb ist, damit man sich die Göttinnenfigurinen besser in die Vagina einführen kann, in einem wahrscheinlich rituellen Rahmen.
*prust*

Ich muß ja sagen, also ich habe auch schon ziemlich öh... ja, pathetisch-kitschig-lächerliche Dinge in meinen seit Internet-Zeiten leider nicht mehr gepflegten Leitz-Ordner der Schatten geschrieben... der Knüller war ein Gedicht aus "Legende und Wirklichkeit der Hexen" von Gerald Gardner, das den Scheiterhaufen irgendwie als mystisch-verzückendes Erlebnis wiedergab... oje oje. Was hab ich mir dabei eigentlich gedacht?

Und ich muß ja auch gestehen, daß wenn ich so einige Chants inbrünstig mitsinge oder aufgenommen habe, dann auch nur, wenn ich mich nicht allzusehr auf den Text konzentriere, weil da frag ich mich schon ob das eigentlich "distelig" ist oder ob das äh.... hm... also "The river is flowing" z.b. - ich will doch gar nicht zurück ins Meer, jedenfalls doch nicht JETZT.

Oder der ganze MZB (Marion Zimmer Bradley) - Ballast, den frau so unbewusst oder noch bewusst so mit sich rumschleppt, auch nach Jaaaaaaahren noch... *muahaha*

Ich glaube, mein "Coming out" als Hexe/Heidin ist deshalb so schrecklich schleppend, weil ich gar nicht sicher bin, ob ich das überhaupt selbst ernst nehmen kann. Und das ist eigentlich gar nicht mal so schlecht, weil ich bin zugegeben pathosanfällig und wäre da nicht das "was würden die Leute sagen" würds mir vll. schwerer fallen, auf dem Boden zu bleiben. Aber so bin ich doch ganz bodenständig denk ich mal, und ich finde es ist einfach unbezahlbar, dieses Gefühl bei einem Ritual, so manchmal - daß man sich sagt: "Hä, was mach ich hier eigentlich fürn Quatsch?" und lachen muss.
Das möcht ich auch in 10 Jahren noch ab und zu haben. Nicht immer, aber ab und zu!

Donnerstag, 7. August 2008

Best things are free - 15: Unter einem Baum sitzen

Ich habe heute, auch wenn ich eigentlich spät dran war, an diesem 33°C-Tag unter einer riesigen Platane oder einem Platanenahorn oder wie auch immer... also, ich habe mich unter einen großen Baum gesetzt.
Der Kreis, den sein Schatten zur Mittagszeit geworfen hat, das mögen bestimmt 30 Meter gewesen sein, die man gehen muss, um von einer Seite zur anderen zu kommen. Das war ein magischer Kreis und ich kann mir nichts tolleres vorstellen, als eine kleine Pause machen unter einem so großen starken Baum.
Da legst di nieda! (nur aufpassen daß man sich nicht in oder neben Hundescheisse legt).

pause

Mittwoch, 23. Juli 2008

BTAF 18: Begegnungen

Also, sind die nicht klasse? Diese alltäglichen Berührungspunkte zwischen Menschen, die man eigentlich nur so richtig bemerkt, wenn ein grösserer Zufall involviert ist, der das sichtbar macht, daß es diese alltäglichen Berührungspunkte gibt.
Gestern fuhr ich mit meiner Flechtsonne nach Hause, und in der S-Bahn neben mir nahm einer Platz, der wie ich Knöpfe im Ohr hatte, bunt angezogen war, Dreadlocks usw. und ich bemerkte daß er sich die Sonne anguckte. Irgendwie zur gleichen Zeit waren unsere mp3 Player mit dem Abspielen des jeweiligen Stücks fertig und wir entfernten die Kopfhörer von unseren Ohren.
Ich: "Coole Sonne, wa?"
Er: "Ja total, die ist schön. Ich bin nämlich Bäcker, daher finde ich das interessant."
Ich: "Ich bin auch Bäckerin."
Er: "Was echt? Ohne Scheiss? Dann hast du die gemacht? Ist spitze"
....
Er hat jetzt keine Zeit mehr zum backen und ist im Moment viel beschäftigt mit seiner Reggae-Band aufzutreten. Vielleicht kommt "die einzige Reggae Band in Ostthüringen" nach Berlin. Ich bin dann ausgestiegen und heute habe ich mal geguckt, wer ist denn eigentlich die einzige Reggae-Band Ostthürigens? In die Suchmaschine die Worte "Reggae Ostthüringen" eingeben - und - Tada:

http://www.pv-band.de - PositiVibration

Also, Gruß an dich, Alex - alles Gute für deine Band!
Wir Bäckersleut sind schon ein cooles Völkchen, nicht??

Freitag, 18. Juli 2008

Best things are free (17): Zeit zum Kochen

Boaaaaaaaah ey also früher hab ich mal exzessiv und gern und leidenschaftlich in die Länge gezogen gekocht. Ich hab so drei bis vier Stunden dazu gebraucht, und von vorn bis hinten hat das Spaß gemacht und sich gelohnt.
Das waren richtige Rituale. Das war echt die Obermagie, diese Kochsessions. Ich glaube, das geht auch nur, wenn man nicht routinemässig kocht oder kochen muss um ein paar hungrige Kindermäuler zu stopfen. Bei mir wars früher die Mitbewohnerschaft in der Gemeinschaftsküche, die sich dann übers Essen gefreut hat. Was dann eher etwas unwürdig war, war daß wenn was übrig war, das heimlich in der Nacht von der (wussten wir damals nur nicht) Bulimie-Kranken alles weggeschlungen und wieder rausgekotzt wurde. So im Rückblick, das ist nu auch wieder 10 Jahre her *wargs die Zeit vergeht* finde ich das schon seltsam, für mich wars heiliges Soul Food, für sie wars Suchtbefriedigung. Was sie jetzt wohl macht? Ob sie ihre Eßstörung mittlerweile überwunden hat?

Heute ist das mit dem Kochen selten geworden, ich nähe lieber *g*
Aber trotzdem brauch ich ab und zu "Soul Food" und das bedeutet, etwas kochen, was man wirklich supergerne essen würde, und nicht einfach irgendwas zu satt werden. Das ganze zelebrieren und in der Textur, dem Geschmack und dem Aussehen und dem DUFT jeder Zutat schwelgen.

kochn

lägger schmägger!

Ich finde, Zeit zu haben zum Kochen, das ist absolut nicht irgendwas wo man dran sparen muss, gut, wenn man nicht gerne lange Kochorgien abzieht, dann kann man natürlich zeitsparende Mittel einsetzen. Aber ich finde ja, daß das Zubereiten von Lebensmitteln etwas ist, das nicht zu sehr automatisiert sein sollte, einfach wegen der Lebensqualität. Man ist dem Zeug einfach sehr nahe und ich finde, dieser Prozeß des Kochens aus Spaß und mit Zeit und Muße hat was sehr heilendes an sich.

Dienstag, 15. Juli 2008

Best things are Free (16): Voll korrekter Spruch!

Politische Statements in einer ungewöhnlichen Form. Zeigen, daß man nicht mit allem einverstanden ist aber dabei auch Spaß haben!
Das war auf einem Altglas-Container:

spaceinvaders

Ist das kleine Pixelufo nicht totaaaaal schnuffig?

Space Invaders kann man hier spielen: http://www.spaceinvaders.de/

Mittwoch, 9. Juli 2008

BTAF 14: Farben

Ich finde Farben echt den Hammer, und ich will auch mal so ein "Farben, die ich mag" Bild machen, wie das die Wilde und Eidechse gemacht haben.

Drauf gekommen bin ich, weil ich wieder mal mit dem Fahrrad unterwegs, trotz graulilabewölktem Himmel von dieser Flut orange-Rot geblendet wurde:

farbe

Und hier isses nun... bunt:

farbe2

PS: Notiz an Anashee: Ich bin grad so im Ackerstress - ich habs noch nicht geschafft dein Päckchen zu verschicken. Sorry! Ist aber definitiv auf der dringend-zu-tun-Liste!

Samstag, 5. Juli 2008

BTAF 13: Graffiti

Als ich so 16, 17 war, wollte ich Graffiti-Künstlerin werden. Das ging allerdings dann nicht so, weil ich erstens nicht genügend kriminelle Energie hatte, und zweitens kein Geld für die Spraydosen, drittens weil ich den Stil, irgendwie nicht "drauf bekam".
Aber trotzdem hat Graffiti immer eine Anziehungskraft auf mich gehabt.
Ich bin damals mit einem Freund nach München gefahren und wir haben nur Graffiti gesucht und mit Graffiti-Künstlern geredet und sind auf Bahngleisen rumgestromert um Fotos zu machen von Kunst am Rande der Strecke.
In Berlin bin ich auch mal an der S-1 Strecke (S-Bahn) langgelaufen, hab mich durch geheime Ein- und Ausstiege gezwängt und die vielen Graffiti mit einer geborgten edlen Nikon Spiegelreflex geknipst, alles analog noch damals *g*
Leider hab ich kein einziges Foto mehr davon. Aber ich hab diese Wanderung noch in lebhafter Erinnerung.

Graffiti - das ist für mich Kunst, Orakel, Buntheit, ein Zeichen von Lebendigkeit und Urbanität. Hundertwasser wird so ein Spruch zugeschrieben: Es muß "ein Mann in einem Mietshaus die Möglichkeit haben, sich aus seinem Fenster zu beugen und mit einem langen Pinsel alles rosa zu bemalen"
Graffiti ist genau das für mich, ein Ausdruck von Lebendigkeit, daß ein Mensch sagen möchte: "Ich war hier, ich bin da, ich bin lebendig, ich möchte daß jeder meine Kunst sieht."
Dieses Aufdrängen, also die Frechheit der Öffentlichkeit seine eigene kreative Äusserung zuzumuten, an möglichst prominenter Stelle - das ist genau das, was ich an Graffiti bewundernswert finde, da das von Leuten ohne viel Geld kommt, und sich normalerweise die großen Konzerne derartige Flächen für ihre Werbung reservieren. Wenn ein "kleiner Mensch" sagt: Ich bin genauso prominent wie dieser Konzern - und verdiene die grösste und beste Fläche um meine Sprühdose darauf zu richten - dann ist das für mich klasse.

Als eine, die selbst keine Graffiti macht, (ausser die Hundertwasser-Sache mit dem ums-Fenster-herum) finde ich es toll, wenn andere das tun.

graffiti

Es lebe das Graffito!

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