Schlußstrich II - the Return of the Schlußstrich
Ich mag ja keine deutsche Staatsbürgerschaft haben, aber als Ösi teile ich zumindest diesen Abschnitt der Geschichte (damals waren "wir" ja "daheim im Reich").
Und ich muß schon sagen, ich möchte auch keinen Schlußstrich. Keiner sagt daß mensch sich persönlich schuldig fühlen soll. Ich habe auch kein schlechtes Gewissen. Ich finde aber, daß in diesem Land doch im Großen und Ganzen Bemühungen zu sehen sind, aus der Vergangenheit zu lernen, und ich finde es eine gute Aufgabe die Erinnerungen wachzuhalten.
Nur weil andere "auch Arschlöcher" sind oder mit ihrem historischen Dreck am Stecken ignorant umgehen, muß ich längst nicht wie andere das schönreden, totschweigen oder schlicht und einfach ignorieren und lustig damit auch noch weitermachen. (Wie zb die USA das mit deren Ureinwohnern macht)
Ein Schlußstrich im politischen Sinne ist doch längst gezogen, Deutschland als Land is doch längst auf der internationalen Bühne anerkannt.
Und ein Schlußstrich in dem Sinne "na reden wir einfach nimmer drüber, ist doch eh alles gestern gewesen und egal" das wäre wie wenn man seine Wurzeln wegschmeissen wollte. Und in der Rede heute stellt der Köhler das doch in einen äusserst positiven Zusammenhang: Daß man eine Verantwortung hätte, die Erinnerung wachzuhalten, daß man viel erreicht hätte und eben dank dem Willen sowas nie mehr zu erleben ne tolle Demokratie hätte in einem Land was man aufgebaut hätte, auf das man stolz sein kann, usw.
Wüsste nicht, was daran die große Selbstgeisselung sein soll. Es gibt in diesem Land auch Menschen wie mich, die dem Köhler da zustimmen können und die keinen "Schlußstrich" wollen..
Tja, und würden wir uns als Volksvertreter welche wählen die uns laut Parteiprogramm einen astreinen Schlußstrich ranschaffen würden, dann dürft das höchstens die NPD sein, hahaha.. sehr demokratisch, die Jungs..
Was solls.. in Berlin wurde die NPD-Demonstration erfolgreich blockiert :-)
Aber so bescheuert wie es erscheint: die Polizei _muss_ die Neonazis schützen, weil diese ihr demokratisches Versammlungsrecht in Anspruch nehmen, und dieses Recht muß die Polizei für sie durchsetzen. In Berlin war allerdings die Gegenaktion so groß daß die Polizeileitung wohl sagte "ok wir können das nicht wirklich durchsetzen wie wärs wenn ihr die Demo absagt, ihr NPD-Nasen".
Ist aber Glückssache, weil ich denke, wenn der Wille dagewesen wäre, wäre auch die Kapazität auf Seiten der Polizei dagewesen, die Blockaden aus dem Weg zu schlagen. Schaffen sie ja beim Castor auch, wenn se wollen.
ich war selber mal NPD-Demo blockieren, letztes Jahr 1. Mai in Berlin.. da hab ich das erlebt, wie es aussieht wenn die polizei eigentlich auch nicht möchte daß die Nazidemo marschiert.. das sieht dann etwa so aus.. doch recht wenige Menschen blockieren die Strasse friedlich.. die Bullen mit Kampfmontur hätten sie in 10 Minuten aus dem Weg prügeln können, statt dessen stehen sie 1 Stunde da rum, bis ein Lautsprecher durchsagt, das wäre die "letzte Aufforderung die Straße freizumachen, weil sonst leider leider Wasserwerfer eingesetzt werden würden, und das wollen wir ja alle nicht, und bleiben Sie aber bitte ruhig und friedlich wie bisher und ziehen Sie sich langsam zurück."
Dann rangeln die Bullen bissel und die Blockade bewegt sich 10 Meter nach hinten, danach steht man wieder 20 Minuten und dann kommt die nächste Durchsage.. *gg*
"Also, wir setzen bald wirklich Wasserwerfer ein, nicht wahr.. also bitte gehen Sie doch".. *g*
Aber lang davor.. muß so 2001 oder 2000 gewesen sein, hab ich mal ne Gegendemo besucht die ziemlich rasch aus dem Weg geknüppelt wurde damit die Nazis durch konnten.
Tja, der 8. Mai.
Tag der Befreiung. Ist doch schön!
Als ich in Holland war, bin ich mal auf die Party von schwarzen Holländern geraten, die feierten den Tag der Befreiung von der Sklaverei in der holländischen Kolonie Surinam. 400 Schwarze, 3 Weiße, und nirgendwo ausser bei diesem Festzelt im Park war zu bemerken daß an diesem Tag in den holländischen Machtbereichen die Sklaverei abgeschafft worden war.
Die Menschen trugen bunte Tücher auf die zerrissene Ketten gedruckt waren und Freiheitssymbole, es gab tolle Musik und es wurde getanzt.
Wäre doch ne Idee für den 8. Mai in Deutschland..
Warum identifizieren sich so viele Leute mit den Tätern? Weil das tun sie doch eigentlich, wenn sie sich, statt sich zu freuen daß der Jahrestag der Befreiung von der Naziherrschaft ist, grämen oder ärgern. Warum ist das kein Grund sich zu freuen?
Weil Leut die Leute, die "Befreier" damals halt der Feind waren und die Deutschen wie Feinde behandelt haben?
Befreiung = Besatzung?
Naja, andersrum, wär doch sicher auch fatal gewesen wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte - Schrecken ohne Ende.
Das ist heute alles so weit weg.
Mein Opa war zb nie Kriegsgefangener, der war Kampfflieger und ist gefallen bevor mein Vater noch geboren war.
Als ich mit Freundinnen in Wales war (vor 10 Jahren oder so) und wir an einem Haus vorbeiwanderten, rannte ein Waliser an seinem Gartenzaun und rief "Guten Tag" und redete brockenhaft deutsch, er war wie er sagte in Wien stationiert als Besatzungssoldat und hatte sich gefreut Leute deutsch sprechen zu hören weils in Wien so schön gewesen war.
Meine Oma ist von den Russen nicht vergewaltigt worden sagt sie, weil sie immer mit ihrem Baby unterwegs war und die Russen fanden das Baby so süß.
Korrektur: Es scheinen doch tausende Leut gewesen zu sein, und das auch aller möglichen Couleur (vom Punker bis zur Omi) die die NPD blockiert haben in Berlin - na vielleicht doch nicht nur Kulanz der Pozelei sondern Volksfest :-)))
Und hier ein Artikel dazu der mir gefallen hat:
Indy Artikel
Zitat aus einem der Kommentare:
"An der Rathausbrücke erstaunt schließlich ein Novum in der Demonstrationsgeschichte der Hauptstadt. An die Gegendemonstranten gerichtet, verkündet die Polizei auch hier die Absage des Nazi-Zuges - und fügt hinzu: "Danke für Ihre Mitarbeit und den friedlichen Protest."
LOOOOOOOOOOOOOOOOL
Und ich muß schon sagen, ich möchte auch keinen Schlußstrich. Keiner sagt daß mensch sich persönlich schuldig fühlen soll. Ich habe auch kein schlechtes Gewissen. Ich finde aber, daß in diesem Land doch im Großen und Ganzen Bemühungen zu sehen sind, aus der Vergangenheit zu lernen, und ich finde es eine gute Aufgabe die Erinnerungen wachzuhalten.
Nur weil andere "auch Arschlöcher" sind oder mit ihrem historischen Dreck am Stecken ignorant umgehen, muß ich längst nicht wie andere das schönreden, totschweigen oder schlicht und einfach ignorieren und lustig damit auch noch weitermachen. (Wie zb die USA das mit deren Ureinwohnern macht)
Ein Schlußstrich im politischen Sinne ist doch längst gezogen, Deutschland als Land is doch längst auf der internationalen Bühne anerkannt.
Und ein Schlußstrich in dem Sinne "na reden wir einfach nimmer drüber, ist doch eh alles gestern gewesen und egal" das wäre wie wenn man seine Wurzeln wegschmeissen wollte. Und in der Rede heute stellt der Köhler das doch in einen äusserst positiven Zusammenhang: Daß man eine Verantwortung hätte, die Erinnerung wachzuhalten, daß man viel erreicht hätte und eben dank dem Willen sowas nie mehr zu erleben ne tolle Demokratie hätte in einem Land was man aufgebaut hätte, auf das man stolz sein kann, usw.
Wüsste nicht, was daran die große Selbstgeisselung sein soll. Es gibt in diesem Land auch Menschen wie mich, die dem Köhler da zustimmen können und die keinen "Schlußstrich" wollen..
Tja, und würden wir uns als Volksvertreter welche wählen die uns laut Parteiprogramm einen astreinen Schlußstrich ranschaffen würden, dann dürft das höchstens die NPD sein, hahaha.. sehr demokratisch, die Jungs..
Was solls.. in Berlin wurde die NPD-Demonstration erfolgreich blockiert :-)
Aber so bescheuert wie es erscheint: die Polizei _muss_ die Neonazis schützen, weil diese ihr demokratisches Versammlungsrecht in Anspruch nehmen, und dieses Recht muß die Polizei für sie durchsetzen. In Berlin war allerdings die Gegenaktion so groß daß die Polizeileitung wohl sagte "ok wir können das nicht wirklich durchsetzen wie wärs wenn ihr die Demo absagt, ihr NPD-Nasen".
Ist aber Glückssache, weil ich denke, wenn der Wille dagewesen wäre, wäre auch die Kapazität auf Seiten der Polizei dagewesen, die Blockaden aus dem Weg zu schlagen. Schaffen sie ja beim Castor auch, wenn se wollen.
ich war selber mal NPD-Demo blockieren, letztes Jahr 1. Mai in Berlin.. da hab ich das erlebt, wie es aussieht wenn die polizei eigentlich auch nicht möchte daß die Nazidemo marschiert.. das sieht dann etwa so aus.. doch recht wenige Menschen blockieren die Strasse friedlich.. die Bullen mit Kampfmontur hätten sie in 10 Minuten aus dem Weg prügeln können, statt dessen stehen sie 1 Stunde da rum, bis ein Lautsprecher durchsagt, das wäre die "letzte Aufforderung die Straße freizumachen, weil sonst leider leider Wasserwerfer eingesetzt werden würden, und das wollen wir ja alle nicht, und bleiben Sie aber bitte ruhig und friedlich wie bisher und ziehen Sie sich langsam zurück."
Dann rangeln die Bullen bissel und die Blockade bewegt sich 10 Meter nach hinten, danach steht man wieder 20 Minuten und dann kommt die nächste Durchsage.. *gg*
"Also, wir setzen bald wirklich Wasserwerfer ein, nicht wahr.. also bitte gehen Sie doch".. *g*
Aber lang davor.. muß so 2001 oder 2000 gewesen sein, hab ich mal ne Gegendemo besucht die ziemlich rasch aus dem Weg geknüppelt wurde damit die Nazis durch konnten.
Tja, der 8. Mai.
Tag der Befreiung. Ist doch schön!
Als ich in Holland war, bin ich mal auf die Party von schwarzen Holländern geraten, die feierten den Tag der Befreiung von der Sklaverei in der holländischen Kolonie Surinam. 400 Schwarze, 3 Weiße, und nirgendwo ausser bei diesem Festzelt im Park war zu bemerken daß an diesem Tag in den holländischen Machtbereichen die Sklaverei abgeschafft worden war.
Die Menschen trugen bunte Tücher auf die zerrissene Ketten gedruckt waren und Freiheitssymbole, es gab tolle Musik und es wurde getanzt.
Wäre doch ne Idee für den 8. Mai in Deutschland..
Warum identifizieren sich so viele Leute mit den Tätern? Weil das tun sie doch eigentlich, wenn sie sich, statt sich zu freuen daß der Jahrestag der Befreiung von der Naziherrschaft ist, grämen oder ärgern. Warum ist das kein Grund sich zu freuen?
Weil Leut die Leute, die "Befreier" damals halt der Feind waren und die Deutschen wie Feinde behandelt haben?
Befreiung = Besatzung?
Naja, andersrum, wär doch sicher auch fatal gewesen wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte - Schrecken ohne Ende.
Das ist heute alles so weit weg.
Mein Opa war zb nie Kriegsgefangener, der war Kampfflieger und ist gefallen bevor mein Vater noch geboren war.
Als ich mit Freundinnen in Wales war (vor 10 Jahren oder so) und wir an einem Haus vorbeiwanderten, rannte ein Waliser an seinem Gartenzaun und rief "Guten Tag" und redete brockenhaft deutsch, er war wie er sagte in Wien stationiert als Besatzungssoldat und hatte sich gefreut Leute deutsch sprechen zu hören weils in Wien so schön gewesen war.
Meine Oma ist von den Russen nicht vergewaltigt worden sagt sie, weil sie immer mit ihrem Baby unterwegs war und die Russen fanden das Baby so süß.
Korrektur: Es scheinen doch tausende Leut gewesen zu sein, und das auch aller möglichen Couleur (vom Punker bis zur Omi) die die NPD blockiert haben in Berlin - na vielleicht doch nicht nur Kulanz der Pozelei sondern Volksfest :-)))
Und hier ein Artikel dazu der mir gefallen hat:
Indy Artikel
Zitat aus einem der Kommentare:
"An der Rathausbrücke erstaunt schließlich ein Novum in der Demonstrationsgeschichte der Hauptstadt. An die Gegendemonstranten gerichtet, verkündet die Polizei auch hier die Absage des Nazi-Zuges - und fügt hinzu: "Danke für Ihre Mitarbeit und den friedlichen Protest."
LOOOOOOOOOOOOOOOOL
distelfliege - 9. Mai, 06:40








