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Dienstag, 20. September 2005

Ampel-Jonglage

Jäh, das gibts seit neuestem immer mehr in Berlin. Um das zu illustrieren habe ich mir ein Foto geklaut, bzw. geborgt.

Und zwar von Mac's Log wo es auch einen Artikel drüber gibt. So, jetzt wo ich nicht nur ein Bild geborgt habe, sondern auch gesehen, daß Mac schon einen ganzen Blogartikel über Jonglieren an der Ampel geschrieben hat, was soll ich da noch dazu schreiben?

Zum Beispiel, daß in südamerikanischen Großstädten wie Rio de Janeiro, Buenos Aires, São Paulo, usw. viele Strassenkinder an der Ampel jonglieren, vielleicht kommt die "Idee" aus Südamerika. Und dazu gibt es auf dieser brasilianischen Seite (die offenbar zum Englischlernen dient, wer portugiesisch besser kann als Englisch kriegt fast alle Begriffe erklärt *g*) einen Artikel
São Paulo - Traffic Business

Strassenkids in Südamerika.. Das bringt mich zu einem anderen Thema: Das Candelaria Massaker. Erschien bei den Ergebnissen als ich nach Ampel-Jongleuren gesucht habe. Was war das?

Hier mal eine Übersetzung des Textes aufm englischen Wikipedia:
Das Candelaria Massaker ist ein Ereignis, das sich am 23. Juli 1993 in Rio de Janeiro ereignete. Acht Strassenkinder wurden getötet, als Polizisten auf eine ca. 70köpfige Gruppe Strassenkinder, die neben der Candelaria Kirche schliefen, das Feuer eröffneten. Eines der Kinder, das den Angriff überlebte, erlitt mehrere Schussverletzungen und sagte später als Zeuge vor Gericht aus. Drei Angehörige der Militärpolizei wurden angeklagt, aber nur einer verurteilt.
Im folgenden die Namen und das Alter der Kinder, die bei der Candelária Kirche erschossen wurden: Paulo Roberto de Oliveira, 11; Anderson Thome Pereira, 13; Marcelo Candido de Jesus, 14; Valderino Miguel de Almeida, 14; "Gambazinho", 17; "Nogento", 17; Paulo José da Silva, 18; Marcos Antonio Alves da Silva, 20.

Ungefähr 62 Kinder überlebten das Massaker. Ein Sozialarbeiter, der später das Schicksal dieser Überlebenden nachzeichnete, fand heraus daß in der zwischenzeit 39 dieser Überlebenden entweder von der Polizei oder auf der Strasse getötet worden waren.
Einer von den wenigen, die bis 2000 noch am Leben waren, war Sandro Rosa do Nascimento. Er gelangte später in die Medien weil er einen Bus am 12. Juni 2000 in Rio entführte und die Fahrgäste als Geiseln nahm.
Dazu fand ich im Internet, daß do Nascimemto zuerst die Fahrgäste ausrauben wollten, aber nachdem die Polizei auf den Überfall aufmerksam geworden war, kam es zu der Geiselnahme. Als Sandro zusammen mit einer Geisel (die ihm als menschlicher Schutzschild dienen sollte) aus dem Bus fliehen wollte, wurden beide von einem Scharfschützen der Polizei erschossen.

Aus dem ganzen wurde 2002 der Film Bus 174

Samstag, 17. September 2005

Rückblickend: Katrina und der Staat

...nachdem ich während dem Hurrican in der amerikanischen Golfregion versucht habe, die Nachrichten die auch in meinem Zuhause im TV liefen tunlichst zu ignorieren, und mittlerweile wieder Ruhe eingekehrt ist, frage ich mich natürlich, was Katrina und die Zustände in New Orleans für ein potentielles Leben ohne Staatsmacht bedeuten.

Zuerst mal, muß ich erzählen: Ich habe meist am PC gesessen und die Nachrichten mehr bruchstückhaft gehört als gesehen. Ich hatte den Eindruck von "Gewalt, Gewalt und noch mehr Gewalt" und "Hilfe, sobald die Bullerei weg ist tötet jeder den anderen". Gewaltbereite Gangs sollen die Stadt kontrollieren. Es wird angeblich geplündert, gebrandschatzt und vergewaltigt.
In meinem Kopf spielten sich tagsüber und nachts Szenen ab in denen ich mir vorstellte, was wäre, wenn ich/wir (also die Leute die ich kenne) in einer New-Orleans-Situation wären.

Erst vorgestern kam ich auf die Idee, mal im Internet zu suchen ob es denn wirklich so war wie ich oberflächlich mitgehört habe, nämlich daß, sobald der Staat weg ist, alle übereinander herfallen.

Ich weiß ja auch, daß Indymedia nicht immer am realistischsten ist, aber die Berichte von da ergeben ein ganz anderes Bild: http://neworleans.indymedia.org/

Hier ist zb. ein Bericht von zwei Leuten, die mit fast hundert anderen Menschen auf einem Freeway in New Orleans kampierten und sich selbstständig mit Essen und Wasser versorgen konnten. Weder in den Superdome noch ins Convention Center wurden noch Leute reingelassen, und die Nationalgarde und die Sherrifs verwehrten es ihnen, die Stadt zu Fuss zu verlassen.

"Just as dusk set in, a Gretna Sheriff showed up, jumped out of his patrol vehicle, aimed his gun at our faces, screaming, "Get off the fucking freeway". A helicopter arrived and used the wind from its blades to blow away our flimsy structures. As we retreated, the sheriff loaded up his truck with our food and water.

- Gerade als es dunkel wurde, erschien ein Gretna Sheriff, sprang aus seinem Einsatzwagen, zielte mit einem Gewehr auf unsere Köpfe und brüllte "Haut von dem verdammten Freeway ab". Ein Helikopter kam und blies unsere wackligen Unterkünfte mit seinen Rotorenflügeln davon. Als wir den Rückzug antraten, belud der Sheriff seinen Laster mit unserem Essen und unserem Wasser."

"While the rich escaped New Orleans, those with nowhere to go and no way to get there were left behind. Adding salt to the wound, the local and national media have spent the last week demonizing those left behind. As someone that loves New Orleans and the people in it, this is the part of this tragedy that hurts me the most, and it hurts me deeply."
(Die Reichen flüchteten aus New Orleans, und diejenigen, die nirgends hingehen konnten und keine Möglichkeit hatten irgendwo hinzugehen, wurden zurückgelassen. Die Medien streuten noch Salz in die Wunde, indem sie die vergangene Woche lang die Zurückgelassenen dämonisierten. (...)
( Jordan Flaherty )

Und da: 'This is criminal': Malik Rahim reports from New Orleans
" People whose homes and families were not destroyed went into the city right away with boats to bring the survivors out, but law enforcement told them they weren't needed. They are willing and able to rescue thousands, but they're not allowed to.

Every day countless volunteers are trying to help, but they're turned back. Almost all the rescue that's been done has been done by volunteers anyway."

Das Ganze auf deutsch

Und noch hier: "Am Donnerstag wurde sogar jenen freiwilligen Helfern, die in den Tagen zuvor über 1000 Menschen mit Booten gerettet hatten, ihre Arbeit verboten. Die vereinzelten Schüsse (wer weiß, WER sie abgefeuert hat) dienten als Erklärung: “Es ist zu gefährlich”. Die Freiwilligen glaubten nicht an Eigengefährdung und wollten die Rettungsoperationen fortsetzen. Sie wurden mit vorgehaltener Waffe “überzeugt”, “aufzuhören und aufzugeben”.
Quelle

Tja..
Alles halt nicht so einfach. Vielleicht hätte ich schon früher merken müssen, daß die Szenarien vom allgegenwärtigen "Recht des Stärkeren" ein bissel geflunkert waren, und die Bullerei so dringend benötigt wird, noch dringender als Hilfslieferungen. Als ich nämlich eine "Anekdotenstory" im Fernsehen gesehen habe, wo eine Bar im "French Quarter" glaub ich, mit Hilfe von Kerzenlicht erleuchtet, die ganze Zeit offen war und die Besitzerin Getränke ausschenkte und sagte "Danach geh ich erstmal in Urlaub" - wo waren denn da die Gangs, die diese Frau vergewaltigen hätten können und mit Waffengewalt die Getränke einkassieren?
War es vielleicht doch eher so, daß die Leut versucht haben sich eben mit dem Nötigsten aus Läden zu versorgen, und sich eben nicht gegenseitig in die Häuser eingebrochen sind und sich gegenseitig umbringen wollten?
Ich mein, wenn man nu so von Superdome hört und was da abging, das war ja auch keine normale Situation, sondern die Leut waren da drin quasi wie im Knast eingesperrt.

*grübel*

Es ist gar nicht so leicht sich im Internet durch den Wust zu kämpfen. Einfach viel zu viel was drüber geschrieben wird. Wenn jemand zufällig relevante und gute Artikel gelesen hat, wäre ich für Links dankbar. Am besten Artikel die irgendeine Bedeutung für die Frage haben: Brauchen wir den Staat wirklich so dringend für Sicherheit und Ordnung? Oder: Nachbarschaftshilfe, oder "Graswurzel" - Reaktionen auf die Katastrophe..

Mittwoch, 14. September 2005

Maskulinisten nochmal

hier bei Arte habe ich grade einen kleinen Rückblick auf die "Männerbewegung" gelesen. Kommentar: Mal in Worte gefasst, was mir oft so vorkam: Als Analogie praktizieren sich manche Männer selbst in die Kategorie einer systematisch diskriminierten Gruppe, was sie faktisch nun mal nicht sind. Und das ist = Leut verarschen.

Ausserdem war mein Musikorakel heute:

"Medicine is magical and magical is art"

:)

Dienstag, 13. September 2005

da weint das Anarchistelherz

..rhabarber.
Eine Freundin schickt mir ab und zu Links zu Artikeln von englischsprachigen Zeitungen im Internet. Da diese Zeitungen ihre Artikel nur wenige Tage kostenlos online haben und man danach zu Bezahlen-Angeboten umgelenkt wird, stell ich hier keinen Link zum Artikel rein.
Jedenfalls hat die Atomanlage Sellafield ein Problem mit radioaktiven toten Möven. Wenn Möven nämlich auf dem Kraftwerksgelände landen, werden sie abgeschossen, damit sie keine Radioaktivität verbreiten. Und die ham da einen Kühlschrank, eher ein Kühlhaus, in dem diese toten Möven gelagert werden, und wissen nicht wohin mit diesem "Atommüll". Schon krass.

Ausserdem gibt es Probleme in Christiania, wie auf Indymedia berichtet wurde - zwar schon ein paar Tage her, aber es ist trotzdem traurig. Christiania ist schon 33 alt und jetzt in Gefahr, weil die dänische Regierung Pläne macht, um das Dorf in der Stadt zu "normalisieren".
Auch wenn ich nicht glaube daß Online-Unterschriftensammlungen viel helfen, hier ist trotzdem eine Unterschriften für Christiania
Oder schickt ne Mail: Formular



Lesezeichen: Das da les ich morgen.

Montag, 12. September 2005

Fototest



Das ist eine Bearbeitung von einem Foto was Jana diesen Sommer von mir gemacht hat. Ich denke man erkennt mich darauf so gut wie gar nicht mehr, deswegen stell ichs ja auch online *harrharr*
Übrigens, diese Gesichtsbepinselung ist bei mir schon Tradition, wird zwar leicht variiert, aber irgendwie glaube ich, daß mein "magisches Ich" einfach so aussieht.

PS: Wenn ich mir begegnen würde und hätte mich noch nie vorher gesehen würd ich mich in mich verknallen *lol*

Sonntag, 11. September 2005

Friede, Freude und Eierkuchen!

...mögen sie allzeit mit euch sein!
Ich habe heute eine Ufologen-Rechnung bezüglich Pyramiden nachgerechnet und festgestellt, daß uns manche Ufologen verarschen wollen, wollja.
Aber ich bin leider zu faul das ganze nochmal ins Blog zu schreiben.
Ich mach es als Rätsel:

Auf ner Ufologenseite stand, daß die Cheops-Pyramide aus 2300000 Steinquadern besteht und in 30 Jahren erbaut wurde.
Bei einer Arbeitszeit von 12 Stunden am Tag wäre pro Quader in den 30 Jahren 3,24 Minuten übrig um den herzustellen, zu transportieren und einzusetzen. Daher waren das nicht die Ägypter, sondern die Aliens.

Wo liegt der Denkfehler im Rechenansatz?

Eigentlich ganz einfach. Viel Spass beim Tüfteln ;)

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