...angeregt durch aktuell durch die Nachrichten schwirrende Meldungen von wegen "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen" besuchte ich eine virtuelle Ausstellung zum Thema "lebensunwertes Leben".
Online-Ausstellung (auf englisch).
Dort stand zur Geschichte der Tötung von "nutzlosen Essern", daß in den 1920ern zwei Ärzte ein Buch geschrieben hätten, in dem es darum geht, daß viele Insassen von Sanatorien nur noch menschliche Hüllen seien, die vom Leben eh nichts mehr hätten: Karl Binding und Alfred Hoche. (Von der Freigabe zur Vernichtung lebensunwerten Lebens, 1920, 1922).
Weiter steht dort, daß eine Antwort darauf von einem sächsischen Sanatoriumsdirektor kam, der entgegnete, daß seine Schützlinge im Rahmen ihrer Behinderung sehr wohl das Leben geniessen konnten. Und jetzt kommts:
Meltzer befragte die Eltern seiner Schützlinge, eigentlich um zu zeigen, daß das Leben dieser Kinder nicht "lebensunwert" war. Jedoch zeigte die Umfrage, daß obwohl die Eltern starke emotionale Bindungen zu ihren Kindern hatten,
sie mehrheitlich einer Tötung der Kinder zustimmen würden.
"Die Frage: "Würden Sie auf jeden Fall in eine schmerzlose Abkürzung des Lebens Ihres Kindes einwilligen, nachdem durch Sachverständige festgestellt ist, dass es unheilbar blöd ist?" wird nach dieser Umfrage und zur Bestürzung von Meltzer von 73% der Eltern mit Ja und 27% mit Nein beantwortet. "Das hatte ich nicht erwartet. Das Umgekehrte wäre mir wahrscheinlicher gewesen.“
Zitat von:
Euthanasie zwischen Lebensverkürzung und Sterbebeistand, Prof. Dr. Dietrich v. Engelhardt (Word-Doc).
Warum? Wie geht das denn?
Was muss das für eine Zeit gewesen sein?