[>>]

Samstag, 9. Februar 2008

Die Story von Eleanor und den Seminolen

Ich schaue ja manchmal nachts "Quilters TV" an, um mir einfach paar Nähtechniken anzueignen, dort hab ich schon so manche Anregung gekriegt.
Nun fiel mir dabei eine Frau auf, die wirklich das Klischee der "Horror-Hausfrau" darstellt: Festgetackertes manisches Grinsen, dauernd halb gekreischtes "Isn't it cuuuuuuute!!" "That's sooooooooooooooo nice" und die obligatorische Dauerwelle - zum Totgruseln. Also vom Gucken her die Schlimmste von allen...

Gestern habe ich dann, weil ich echt nix besseres zu tun hatte, mal nach ihr gegooglet. Und was soll ich sagen, jetzt zieh ich vor der Frau den Hut.
Eleanor Burns, so heisst es, hat in den 70er Jahren viele der heute gängigen Nähtechniken für Patchwork, die ich heute täglich verwende, erfunden. Sie hat um Geld zu verdienen, angefangen, Quiltkurse zu geben, ohne je einen Quilt genäht zu haben, und brauchte Techniken die schneller gehen, eben weil sie sich die Dinge paralell zu ihren Kursen selbst beigebracht hat.
Als ihre Ehe in die Brüche ging 1979, und sie mit zwei Kindern allein dastand, hat sie sich mit den Quiltkursen auf die eigenen Beine gestellt.
Es gibt auch eine Legende, wie Eleanor Burns das Kettennähen erfand: Für ihre Kurse zog sie damals in den Hinterhöfen einer Bekleidungsfabrik die verschnittenen Stoffe aus den Abfallcontainern und da war ein viele Meter langes Band von Hosenbund in einer der Container, an dem in regelmässigen Abständen die Hosentaschen angenäht waren. Das brachte sie, der Legende nach, auf die Idee, dieses Prinzip für ihre Patchwork-Kurse anzuwenden.
Vorher haben die meisten Patchworkerinnen mit Pappschablonen jedes Stück einzeln angezeichnet und mit der Schere ausgeschnitten. Eleanor nähte dann Streifen zusammen, schnitt diese auseinander und nähte sie anders wieder zusammen und erzeugte damit viele traditionelle Quiltmuster in viel kürzerer Zeit, daher nannte sie ihre Methode "Quilt in a Day".

Heute ist Eleanor wahrscheinlich stinkereich, hat eine große Firma und mehrere Stoffkollektionen, und eine Nähmaschinenfirma hat sogar ein Eleanor-Burns-Sondermodell laufen.
Also quasi eine Geschichte Marke "American Dream".

Das Streifennähen war allerdings schon vor Eleanor Burns erfunden und gebräuchlich, in den Regionen in Florida, wo Seminolen leben. Die kamen Anfang des 20. Jahrhunderts wohl an Tretnähmaschinen ran, die wurden ihnen von irgendeinem Büro, die Details hab ich nicht im Kopp, ausgeteilt.
Dort entstand dann eine bestimmte Patchworktechnik die nicht wie die Technik von Eleanor Burns bekannte Muster nachahmte, sondern mit ganz eigenen Mustern und einem eigenen Stil verbunden war. Dieser Stil heisst mittlerweile "Seminole".

Übrigens sind die Seminolen ursprünglich kein einzelner Stamm gewesen, oder eine bestimmte Nation von amerikanischen Ureinwohnern. Sie bestanden überhaupt eigentlich nicht nur aus amerikanischen Ureinwohnern, sondern waren so ne Mischung aus Indianern und Afrikanern. Den Namen "Seminolen" bekamen sie von den damaligen Kolonisatoren Floridas, den Spaniern.

Die Seminolen waren aus der britischen Sklaverei geflüchtete und von Kriegen vertriebene Indianer aus dem Norden, hauptsächlich Creek, aber auch Leute anderer Völker, die am Anfang des 18. Jh nach Florida zogen.
In Florida selbst war von der ursprünglichen Bevölkerung, durch Krieg mit den Spaniern und Seuchen wie den Pocken, zu der Zeit so gut wie niemand mehr übrig. Historiker schätzen, daß es einmal zwischen 100000 und einer halben Million Ureinwohner in Florida gegeben hat, im 17. Jahrhundert waren 75% von ihnen ausgelöscht worden. Die Engländer brachen während dieses Jahrhunderts immer wieder nach Florida ein und versklavten die restliche ursprüngliche Bevölkerung. Weniger als 100 Menschen blieben von einer halben Million übrig.

Damit hatten sich die Spanier scheinbar selber ins eigene Fleisch geschnitten, und es war wirtschaftlich äusserst schlecht, wenn man zwar Land hat, aber wenig Leute, damit das Land bewirtschaftet wird. Europäische Siedler - wieso auch immer - wollten nicht genügend kommen, und deswegen versprach der olle spanische König 1693 allen ehemaligen Sklaven, die ordentliche Katholiken werden, zum Militärdienst gehen und das Land bebauen würden, die Freiheit.

Die Neuankömmlinge wurden Bauern und lebten in guter Nachbarschaft mit ehemaligen schwarzen geflohenen Sklaven, die sich auch da ansiedelten und "Black Seminoles" genannt wurden. Afrikanische und indianische Kultur vermischten sich zum Teil und es gab viele gemeinsame Dörfer.

Aber der Friede war nur von kurzer Dauer. Die Briten gewannen die de-Facto-Kontrolle über Florida in den 1760er Jahren. Wieder gabs Kämpfe zwischen ehemaligen versklavten Afrikanern und den Briten, und viele flohen weiter in Richtung Kuba und anderen spanischen Kolonien.

Währenddessen ging die Einwanderung von verjagten Indianern aus dem Norden weiter. Florida war dünn besiedelt, hatte fruchtbares Land, gehörte offiziell zu Spanien und de facto hausten da die Briten und hielten Sklaven, und es gelang den Seminolen - den afrikanischen und den amerikanischen, noch eine ganze Weile, ihre Ansiedlungen und ihre Freiheit gegen die Briten, und danach auch gegen die Weißen aus den neu entstandenen Vereinigten Staaten, zu verteidigen.

Bis zu den sogenannten Seminolenkriegen.

Mal sehen, also jetzt hab ich eh keine Zeit mehr, die Geschichte weiterzuerzählen, wie es den Seminolen erging.

http://www.slaveryinamerica.org/history/hs_es_seminole.htm
http://funandsun.com/1tocf/seminole/semhistory.html

Freitag, 1. Februar 2008

Quilten

Ich habe mit dem Quilten angefangen beim blauen Quilt, und nachdem ich mehr als ein halbes Jahr aus der Übung bin, hab ich die ersten drei Nadeln schon beim 1. Faden verbogen.
Zum Glück hatte ich mir verschiedene Marken zum Ausprobieren besorgt, und da wusste ich noch, welche Nadeln zwar etwas schwerer durch das Sandwich gehen, aber wenig verbiegefreudig sind...
Das waren "Roxanne 11er", damit geht es jetzt echt gut. Trotz, daß ich normale BW-Stoffe und Reste verwendet habe, lässt sich das Ganze einigermassen gut quilten, und ich habe mir die paar schon mal runtergeladenen, aber am PC doch nie angehörten "Witches on Air" Sendungen auf mehrere Audio-CDs gebrannt und hör sie beim Quilten an, das ist sehr nett.

Dienstag, 29. Januar 2008

Endlich Heften!

...endlich habe ich angefangen, den blauen Quilt zu montieren und bin am Heften. Seit über einer Woche wollte ich dafür mal etwas Zeit finden. Zu Klezmer-Musik aus der dose von "Kroke" und mit Nadel und Heftfaden in der Hand sitz ich auf dem Boden und hänge so meinen Gedanken nach, über Musik, über die Fäden zwischen Musikmachenden, und über die universelle Ebene der Verständigung durch Klang und über die starken emotionalen Verbindungen, die entstehen, wenn man sich auf dieser Ebene begegnet.
Verbindung durch Musik kommt doch der Verbindung in Liebe sehr nahe, oder ist es das selbe?

Sonntag, 27. Januar 2008

Albumcover-Stöckchen

...habe ich, obwohl ich es überall hätte auflesen können, bei Bodecea mitgenommen:

First, get the name of your band: this will be the first article title on http://en.wikipedia.org/wiki/Special:Random

Get the title of your album: the last four words of the very last quote: http://www.quotationspage.com/random.php3

The third picture, no matter what it is, is your album cover: http://www.flickr.com/explore/interesting/7days


albumcover

Witzig find ich den Albumtitel und dieses absolut friedliche Frühstücksbild *lol*

Sonntag, 20. Januar 2008

Aufnahmen

Nach längerer Zeit hab ich mich mal wieder vors Mikro gestellt... rausgekommen ist eine Aufnahme von einem Konstantin-Wecker-Lied, das ich die Nacht davor geträumt hatte, zu singen - und ein Imbolc-Sendungs-Intro für Spirit Voice.

Leider kann ich die Wecker-Aufnahme nicht online tun, weil Gema und Copyright und so *gg*

Aber Spaß hats gemacht...

Samstag, 19. Januar 2008

Rollschneiderkauf - ja oder nö?

Auf vielfachen Wunsch von Zauberweib *g* hin, also hier meine paar Gedanken ob man einen Rollschneider kaufen sollte.

Rollschneider sind wie Pizza-Schneiderädchen, nur für Stoff.
Wenn man Stoff wie Pizza schneiden möchte, also in viele, gleich große Stücke mit geraden Kanten und exakter Grösse, dann macht ein Rollschneider Sinn, aber NUR in Kombination mit einer Schneidematte zum unterlegen, und NUR in Kombination mit einem entsprechenden Lineal.
Ohne die Matte wird die Klinge stumpf, und da Ersatzklingen nicht so billig sind, wäre es rausgeschmissenes Geld. Ohne ein entsprechendes (und damit meine ich ein durchsichtiges, mit einem feinen Raster versehenes) Lineal weiß ich nicht, wie groß genau die Stücke sind die ich schneide, und dann könnt ich genauso gut die Schere nehmen, weil ich sowieso anzeichnen und mit Stecknadeln stecken muss, um halbwegs exakt zu werden.

Der Witz am Rollschneider und natürlich dem Lineal *g* ist ja, daß die Stücke Millimetergenau und genau gleich groß werden. Wenn ich damit Patchwork nähe, dann brauch ich die einzelnen Patches nicht vorher auf dem Stoff anzeichnen, ich brauch sie auch nicht mit Stecknadeln zusammenstecken, sondern nur aufeinander legen daß alle Kanten genau aufeinanderpassen und nähen.
Meiner Erfahrung nach geht das Zuschneiden von einzelnen Quadraten z.b. 10 mal so schnell wie mit der Schere.
Das Nähen geht dann etwa 3 Mal so schnell, weil die Steckerei wegfällt.

Keine Erleichterung sind Rollschneider bei:
- Paperpiecing
- "Crazy" Patchwork
- Ausschneiden von Umrissen z.b. wenn ich was applizieren will.
- Klamotten nähen.

Bei diesen Dingen bin ich mit der Schere viel schneller, als wenn ich alles auf der Matte hinlege und umständlich mit dem Lineal den Stoff irgendwie niederhalte, und mit dem Rollschneider komisch rumfuhrwerke. Und da ist eine Schere auch viel bequemer.

Achso, noch vergessen: Ein dafür vorgesehenes Lineal braucht man auch aus Sicherheitsgründen. Dünne, leichte, rutschige, kleine Lineale zum unterstreichen von Überschriften in Schulheften sind nur etwas weniger gefährlich, wie wenn man den Stoff mit den Fingern festhalten würde und mit dem Rollschneider darauf herumfährt. Die Klinge ist sehr, sehr scharf. Ich bin mit der Hand lieber ein paar cm vom Linealrand weg, so daß mir kein Finger über den Rand ragt und etwa mit abgesäbelt wird. Und das ist bissel schwer bei Schullinealen.

Ich hab mir son Set mal besorgt mit einer 30x45 cm Matte, einem 15x30 cm großen Patchworklineal und nem Rollschneider.
Das würde ich auf jeden Fall empfehlen.
Das günstigste Set, das ich kenne, gibts bei www.patchworshop.de - allerdings ist das kleinste metrische Set da mit einer 45x60 Matte und einem 15x60-Lineal. Ich hab für mein kleineres Startset im Nähgeschäft hier mehr geblecht, und bei mir war nicht mal ne Ersatzklinge dabei.
Die haben auch die günstigsten Lineale die ich im Netz gesehen habe.
Wer sich lieber eine Billigmatte von z.b. Ikea holt - soll auch völlig ok sein. Aber von wegen Lineal würd ich echt keinen Kompromiss machen.
Diese Patchworklineale haben Cm-Einteilungen und sehr gut übersichtliche Striche in 2,5mm-Schritten. Weil die meisten Anleitungen für z.b. Patchwork-Blöcke von 0.75 cm Nahtzugabe ausgehen, brauche ich diese Einteilungen am Lineal andauernd.
Und ohne diese Einteilungen wäre der Rollschneider samt Matte für mich recht nutzlos, weil er zwar grade Schnitte macht, aber eine Zeitersparnis ist es nicht grade, weil ich erst umständlich ausmessen müsste.

Also, mein Tip: Erst gucken ob man überhaupt das macht (und ob man es auch öfter macht und nicht einmal), wofür ein Rollschneider nützlich ist, dann auf jeden Fall auch eine Matte und ein ordentliches Patchwork-Lineal dazu besorgen.
Sonst kann ich - das ist halt meine Meinung - das Geld für nen Rollschneider auch gleich zum Fenster rauswerfen.

Archiv

November 2018
August 2018
April 2018
Januar 2018
November 2017
Oktober 2017
April 2017
März 2017
Februar 2017
Dezember 2016
Oktober 2016
September 2016
August 2016
Juli 2016
Mai 2016
April 2016
März 2016
Februar 2016
Januar 2016
November 2015
Oktober 2015
September 2015
Juli 2015
Mai 2015
März 2015
Februar 2015
Januar 2015
Dezember 2014
November 2014
Oktober 2014
September 2014
August 2014
Juli 2014
Juni 2014
Mai 2014
April 2014
März 2014
Februar 2014
Januar 2014
Dezember 2013
November 2013
Oktober 2013
September 2013
August 2013
Juli 2013
Juni 2013
Mai 2013
April 2013
März 2013
Februar 2013
Januar 2013
Dezember 2012
November 2012
Oktober 2012
September 2012
August 2012
Juli 2012
Juni 2012
Mai 2012
April 2012
März 2012
Februar 2012
Januar 2012
Dezember 2011
November 2011
Oktober 2011
September 2011
August 2011
Juli 2011
Juni 2011
Mai 2011
April 2011
März 2011
Januar 2011
Dezember 2010
November 2010
Oktober 2010
September 2010
August 2010
Juli 2010
Juni 2010
Mai 2010
April 2010
März 2010
Februar 2010
Januar 2010
Dezember 2009
November 2009
Oktober 2009
September 2009
August 2009
Juli 2009
Juni 2009
Mai 2009
April 2009
März 2009
Februar 2009
Januar 2009
Dezember 2008
November 2008
Oktober 2008
September 2008
August 2008
Juli 2008
Juni 2008
Mai 2008
April 2008
März 2008
Februar 2008
Januar 2008
Dezember 2007
November 2007
Oktober 2007
September 2007
August 2007
Juli 2007
Juni 2007
Mai 2007
April 2007
März 2007
Februar 2007
Januar 2007
Dezember 2006
November 2006
Oktober 2006
September 2006
August 2006
Juli 2006
Juni 2006
Mai 2006
April 2006
März 2006
Februar 2006
Januar 2006
Dezember 2005
November 2005
Oktober 2005
September 2005
August 2005
Juli 2005
Juni 2005
Mai 2005
April 2005
März 2005
Februar 2005

Podcast: die urbane Spinnstube

Aktuelle Beiträge

Das war der #Inktober...
Jedes Jahr im Oktober gibt es eine Zeichenchallenge...
distelfliege - 3. Nov, 13:26
Ist es doch nicht vorbei?
Twoday.net wird anscheinend von Antville übernommen...
distelfliege - 1. Aug, 16:32
It's over now
...Ich werde zukünftig meinen Kram auf meinem Wordpress...
distelfliege - 23. Apr, 09:02
huhu
Inzwischen hat sich rausgestellt, dass ich damals doch...
distelfliege - 16. Jan, 18:33
Füller. Und Schreiben.
Im letzten Beitrag hier habe ich über einen Füllerkauf...
distelfliege - 16. Jan, 18:27

die kleine Erinnerung

anarchistel

Suche

 

Credits

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur f�r neue Medien

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page
xml version of this page (summary)
xml version of this page (with comments)

twoday.net AGB

Creative Commons Lizenzvertrag
Wenn nicht anders angegeben, stehen die Inhalte auf diesem Blog unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported Lizenz.

Buttongenerator

der Sidebar-Feedreader..