Israel-Palästina und Sockenmodel
Heute - naja, gestern eigentlich, habe ich schon wieder 1 Paar Socken fertig gestrickt, die so ein lustiges Spiralenmuster am Schaft haben. Die Anleitung dafür hatte ich schon mal verlinkt, "Nixensocken" heisst das, ich bin jetzt zu faul, den Link rauszusuchen.
Auf dem Bild sieht man Herrn Distelfliege's elfenhafte Sockenmodelfüsse.
Ich mag die Farben - eigentlich wollte ich einen Rest Sockenwolle von einem anderen Paar verbrauchen und habe den mit drei verschiedenen einfarbigen Garnen kombiniert. Kommentar einer hier anonym Bleibenden: "grässlich bunt.."
Ich find auch...farblich auf den Spuren von Kaffe Fassett *hihi*
Bei Martin war heute (äh, auch gestern) ein cooler Beitrag über Antisemitismus beim Thema Gaza-Krieg.
Ich finde es immer wahnsinnig schwierig, was dazu zu sagen, weil ich schon seit einigen Jahren mich hin und wieder mal mit dem Thema Israel vs. Palästinenser und umgekehrt beschäftige, und man kann eigentlich immer nur vor Frust in die Tischkante beissen darüber, wie konsequent einfach Chancen um Chancen für ganz kleine Schritte Richtung Frieden nicht genutzt wurden oder werden konnten, und die Gewalt scheinbar nie ein Ende nehmen kann.
Ich war "früher" (sagen wir mal so Mitte-Ende der 90er) eher so drauf daß mein Herz für die armen Palästinenser die vom pösen Israel unterdrückt werden, während es heute so ist, daß wahnsinnig viele Informationen, die ich mir so zusammenklaubte, mir dieses naiv-einfache Bild genommen haben.
Ach ja, was war die Welt noch einfach, als auf einer feministischen Hexenmailingliste aus den USA Starhawk-Pamphlete die Runde machten, in denen sie gegen die israelische "Apartheid-Mauer" wetterte, diese Mauer, die Palästinenser in ein riesen "KZ" stecken würde... ich muss zugeben, so einfach war das damals auch nicht. Sondern vielmehr war das so, daß sich mir beim Lesen die Haare sträubten. Also, mir sträubten sich die Haare ob dieser sorglos-plakativen Ausdrucksweise, die Starhawk da so an den Tag legte.
In den letzten Jahren ist es glaub ich, aus der Mode gekommen, unter "Alternativen" in Deutschland (zumindest denen die ich so kenne) Israel mit Nazis zu vergleichen oder entsprechende Metaphern zu verwenden. Das wird rein formal vermieden. Inhaltlich gesehen hat sich nicht viel geändert, da gehts dann schon öfter mal befremdlich zu, wenn es um das Thema Israel-Palästina geht. Da hab ich auch das Gefühl, dass irgendwelche im deutschen kollektiven Unbewussten herumwabernde Probleme und Schuldkomplexe das Thema überladen.
Also wo man sich echt manchmal schon fragt, gehts noch? Vielleicht ist Israel und Palästina, Gaza und so weiter doch sooooo weit weg, daß irgendwie nix wichtiger erscheint als deutsche Befindlichkeiten. Auf der anderen Seite bringt es nichts, diese belastenden Komplexe, die einige mit sich rumtragen, einfach zu übergehen, so banal die im Vergleich zu "richtigen Problemen" vielleicht sind. Daran arbeiten - bin ich total dafür. Man hat soviel dadurch zu gewinnen.
Was mir auch gerne mal die Perspektive gerade rückt, ist ein Besuch auf den Seiten von IPCRI, weil dort die meisten Texte ausnahmsweise nicht ausschliesslich davon handeln, wer "Schuld hat" und wer "die Bösen" sind und wer "die Guten", sondern was man angesichts des Schlamassels in Bezug auf Frieden tun kann/sollte. Der Direktor von IPCRI meint: Nachdenken, was nach dem Krieg kommen soll, anstatt immer nur schnelle Krisenreaktionen zu produzieren. Auch auf mePeace fragt sich die Palästinenserin Hiba, was nach dem Krieg kommt.
Was mich auch traurig macht, ist dieses Rumlavieren ohne daß ich mir eine Meinung bilden könnte mit der ich auf die Strasse gehen könnte - vor einigen Wochen gab Lucia in ihrem Blog einen Aufruf zu einer Friedensdemo wegen des Gaza-Krieges weiter, und ich hatte absolut keine Lust, für den Frieden auf die Strasse zu gehen und mich dann mitten in "Intifada bis zum Sieg" brüllenden Hassfratzen wiederzufinden. Dann bin ich halt zuhause geblieben, fragt sich auch, ob das jetzt stattdessen die Lösung war. Natürlich nicht.
Auf dem Bild sieht man Herrn Distelfliege's elfenhafte Sockenmodelfüsse.
Ich mag die Farben - eigentlich wollte ich einen Rest Sockenwolle von einem anderen Paar verbrauchen und habe den mit drei verschiedenen einfarbigen Garnen kombiniert. Kommentar einer hier anonym Bleibenden: "grässlich bunt.."
Ich find auch...farblich auf den Spuren von Kaffe Fassett *hihi*
Bei Martin war heute (äh, auch gestern) ein cooler Beitrag über Antisemitismus beim Thema Gaza-Krieg.
Ich finde es immer wahnsinnig schwierig, was dazu zu sagen, weil ich schon seit einigen Jahren mich hin und wieder mal mit dem Thema Israel vs. Palästinenser und umgekehrt beschäftige, und man kann eigentlich immer nur vor Frust in die Tischkante beissen darüber, wie konsequent einfach Chancen um Chancen für ganz kleine Schritte Richtung Frieden nicht genutzt wurden oder werden konnten, und die Gewalt scheinbar nie ein Ende nehmen kann.
Ich war "früher" (sagen wir mal so Mitte-Ende der 90er) eher so drauf daß mein Herz für die armen Palästinenser die vom pösen Israel unterdrückt werden, während es heute so ist, daß wahnsinnig viele Informationen, die ich mir so zusammenklaubte, mir dieses naiv-einfache Bild genommen haben.
Ach ja, was war die Welt noch einfach, als auf einer feministischen Hexenmailingliste aus den USA Starhawk-Pamphlete die Runde machten, in denen sie gegen die israelische "Apartheid-Mauer" wetterte, diese Mauer, die Palästinenser in ein riesen "KZ" stecken würde... ich muss zugeben, so einfach war das damals auch nicht. Sondern vielmehr war das so, daß sich mir beim Lesen die Haare sträubten. Also, mir sträubten sich die Haare ob dieser sorglos-plakativen Ausdrucksweise, die Starhawk da so an den Tag legte.
In den letzten Jahren ist es glaub ich, aus der Mode gekommen, unter "Alternativen" in Deutschland (zumindest denen die ich so kenne) Israel mit Nazis zu vergleichen oder entsprechende Metaphern zu verwenden. Das wird rein formal vermieden. Inhaltlich gesehen hat sich nicht viel geändert, da gehts dann schon öfter mal befremdlich zu, wenn es um das Thema Israel-Palästina geht. Da hab ich auch das Gefühl, dass irgendwelche im deutschen kollektiven Unbewussten herumwabernde Probleme und Schuldkomplexe das Thema überladen.
Also wo man sich echt manchmal schon fragt, gehts noch? Vielleicht ist Israel und Palästina, Gaza und so weiter doch sooooo weit weg, daß irgendwie nix wichtiger erscheint als deutsche Befindlichkeiten. Auf der anderen Seite bringt es nichts, diese belastenden Komplexe, die einige mit sich rumtragen, einfach zu übergehen, so banal die im Vergleich zu "richtigen Problemen" vielleicht sind. Daran arbeiten - bin ich total dafür. Man hat soviel dadurch zu gewinnen.
Was mir auch gerne mal die Perspektive gerade rückt, ist ein Besuch auf den Seiten von IPCRI, weil dort die meisten Texte ausnahmsweise nicht ausschliesslich davon handeln, wer "Schuld hat" und wer "die Bösen" sind und wer "die Guten", sondern was man angesichts des Schlamassels in Bezug auf Frieden tun kann/sollte. Der Direktor von IPCRI meint: Nachdenken, was nach dem Krieg kommen soll, anstatt immer nur schnelle Krisenreaktionen zu produzieren. Auch auf mePeace fragt sich die Palästinenserin Hiba, was nach dem Krieg kommt.
Was mich auch traurig macht, ist dieses Rumlavieren ohne daß ich mir eine Meinung bilden könnte mit der ich auf die Strasse gehen könnte - vor einigen Wochen gab Lucia in ihrem Blog einen Aufruf zu einer Friedensdemo wegen des Gaza-Krieges weiter, und ich hatte absolut keine Lust, für den Frieden auf die Strasse zu gehen und mich dann mitten in "Intifada bis zum Sieg" brüllenden Hassfratzen wiederzufinden. Dann bin ich halt zuhause geblieben, fragt sich auch, ob das jetzt stattdessen die Lösung war. Natürlich nicht.
distelfliege - 23. Jan, 02:29








