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Freitag, 21. September 2012

Und wieder kein Podcast diese Woche - dafür Wohnungsputz und UFO Monat.

Diese Woche habe ich wahrscheinlich wieder kein Zeitfenster offen, wo ich in Ruhe aufnehmen kann. Der Grund (juhu!) ist, dass am Samstag (morgen) hier in Berlin "5 Jahre Mädchenmannschaft" gefeiert werden und ich möchte hingehen. :)
Gestern wäre der freie Tag gewesen, aber es wollten mal wieder Waschmaschinen voll Wäsche gewaschen werden, und ich wollte meinen Stash sichten und auslüften - dazu musste aber erst mal die Bude aufgeräumt, gekehrt und gewischt werden. Und die Teppiche ausgeklopft. Das habe ich echt alles geschafft und zur Belohnung habe ich dann Stashdiving betrieben und mir Garn für den Daybreak-Shawl rausgesucht. Das Strickmuster hatte mir die liebe Nala geschenkt.
Eigentlich wollte ich abends noch aufnehmen, war dann aber doch zu schlapp und guckte Popstars. Die Shownotes und alles hab ich schon geschrieben, böööh.
Hoffentlich sind die nicht veraltet, wenn ich dann nächste Woche aufnehme.
Hier ein paar Foto-Impressionen:

ufomonat1
Socken gewaschen und aufgehangen

ufomonat2
Dieser Stoff wurde auch gleich vorgewaschen. (Ich wasche alle BW-Stoffe vor)

ufomonat3
Gewischt....

ufomonat4
Stashdurchsicht. Jaaaa, es ist immer noch vieeel, aber alles, was links vom Reste-Schüsselchen ist, ist handgesponnen und das vermehrt sich auch ständig, obwohl ich kaum Garn kaufe. Der Sockenwollstash ist tatsächlich weniger geworden.

ufomonat5
Heute: Die Katze freut sich am gemütlich-geputzen Zimmer und benutzt die Nähmaschinenhülle (aus Esme-Stoff) als Katzenbett.

Daybreak
Der begonnene Daybreak Shawl!

Freitag, 14. September 2012

Die Urbane Spinnstube - episode 41 - die Vinnlandferse

Jaaa, gestern habe ich etwas verspätet eine neue Folge aufgenommen, und dann habe ich sie quasi uneditiert hochgeladen, denn ich fand sie so ganz akzeptabel. Es geht um die Vanilla/Stino-Socken die ich gerade stricke, die Shur'tugal Socken, die Ferse von den Vinnlandsocken, um den Spinn-in-der-Öffentichkeit-Tag (morgen), um den Tod meiner Tomaten, die Stadtbienen (Teil 2) und was ich neulich grade so lese. Und ein Teechen.

ravsep4

Die Folge zum Runterladen gibt es wieder hier:

hinweisgrafik podcastdownload
http://www.spiritvoices.de/pod/ep41.m4a

download episode 41

Wenn ihr die Datei als mp3 benötigt für euer Abspielgerät, könnt ihr die Adresse oben kopieren und hier im Online-Konverter eingeben. Dieser konvertiert sie direkt von meinem Webspace und bietet euch danach die Datei als mp3 zum Herunterladen an.

Housekeeping
Vielen Dank für die netten Kommentar zur letzten Folge und besonders an Heike/Wollball für das Leftie-Strickmuster, was sie mir als Geschenk bei ravelry zukommen ließ! Leftie von Martina Behm ist ein richtig tolles, aber einfach aussehendes Muster für ein Tuch.
Der UFO Monat vom Team Yeti ist in vollem Gange. Ich habe ein paar Krimskramssäckchen genäht und muss noch 4 Stück nähen.

Stricken Spinnen
Am Samstag ist "World Wide Spin in Public Day" und wir treffen uns (morgen) um 12h am Alex!
Ich habe ansonsten nicht viel gesponnen die letzte Woche.
Und ich rede nochmal über den Begriff "Handspindel" da nette Hörerinnen mir dazu ihre Überlegungen geschrieben hatten.

urbane Selbstversorgung
Dieses Jahr habe ich eigentlich nichts geerntet. Zeitmangel. Die Gartensaison habe ich damit beendet, dass ich die kümmerlichen Reste meiner Gemüsepflanzen kompostiert habe.
Es geht weiter mit den Stadtbienen, dem informativen Buch von Erika Mayr.

Teechen
Es gibt Roibusch "irish Sahne"!

Was ich gerade toll finde:
Ganz viele Artikel lesen und Diskussionen über politische Themen, vor allem "Critical Whiteness". Dazu gibts eine Linkliste am Ende meines letzten Blogbeitrags.

Viel Spass beim Hören, eine faserverrückte Zeit und Stricken ohne Tränen!
Und das Spinn-Event ist am SAMSTAG, den 15.9. - das hatte ich total vergessen, am Ende dazuzusagen. hrmpf.

Samstag, 8. September 2012

Facebook, Dreadlocks, Antirassismus, Antideutsche, Critical Whiteness und so.

In diesem Beitrag gehts eigentlich um eine linke-Szene Diskussion - wenn Du mit der linken Szene nicht so vertraut bist, ist der Beitrag vielleicht nicht so interessant für dich. Ich schreibe ja extrem selten was über meinen "linken Kram" und deshalb denke ich, liest den eh kaum wer mit der/die damit gross was anfangen könnte, und die meisten, die mich hier (netterweise) lesen, wirds nicht interessieren.. ich habe mich entschlossen, das trotzdem zu posten, einfach so für mich, um meine Gedanken zu äussern. Denn ich bin nun mal links *g*
Wenn ihr den Beitrag kommentieren wollt, dann am besten wenn ihr euch auch mit dem Thema beschäftigt habt und das ein oder andere Feminismus-Antirassismus-Blog lest... kann sein, daß ich mit den Kommentaren zu dem Thema sehr streng bin, weiß ich noch nicht. Gerade weil ich selten Politblogge.

Zum Thema Facebook-Benutzung: Ich habe mir neulich über den Sinn von einer Freundesliste, um politische Meldungen usw. zu teilen (wie so ein Google-Kreis) Gedanken gemacht. Einerseits möchte ich manchmal Politkram teilen, andererseits möchte ich nicht unter z.b. Beiträgen zum Feminismus die Meinungen von (meist sind's ja welche) Hetero-Cis-Männern lesen, die alles relativieren und abwiegeln und ins Lächerliche ziehen. Ja, solche hab ich auch in meiner Facebook-Freundesliste..

Oder beim Thema Rassismus: der "ewige Weiße" der/die dann im Vollbesitz ihres "Es war ja alles gut gemeint"-Sorglos-Films so daherredet, als wär er/sie immer und überall stets weiß unter weißen - und Schwarze und People of Color, wenn sie nicht gleich mit veralteten Formulierungen bezeichnet werden, werden sie gar nicht mitgedacht und als potentiell Mitredende ausgeblendet.

Gut, bei mir passiert das im Facebookstream eigentlich nicht, denn für mich ist Facebook nicht öffentlich und ich möchte da Auseinandersetzungen nicht in der Härte haben, wie sie in der Öffentlchkeit (hier im Blog z.B.) möglich sind. Ich habe eine eigene Freundesliste dafür erstellt und politisches Zeug teile ich nur mit denen. Denn da möchte ich einen Raum haben, wo einfach nur Infos ohne das übliche Derailing-Geunke weitergeteilt werden sollen. Und selbst wenn das Derailing-Geunke mir persönlich als Preis das wert wäre, mehr Leute zu erreichen oder gar die Dinge öffentlich zu teilen: Ich weiß nicht ob ich das meinem FB-Freundeskreis antun möchte, denn die können das Derailing-Geunke ja auch lesen und ärgern sich darüber.
Ich z.B. bekomme es meistens mit, wenn eine Freundin* von mir (Meist bekomme ich Politkram zu lesen wenn ihn Frauen* teilen..) sowas teilt und deren Freundeskreis dann drunter unkt. Und anhand dessen dachte ich gerade drüber nach und dachte: Ach, von der Warte hab ich das noch gar nicht betrachtet! Ich erspar ja nicht nur mir einiges, sondern auch meinem FB-Freundeskreis.

Btw: Gibt es eigentlich schon "Derailing for Dummies" auf deutsch? Ich habe das mal erfolglos im Netz gesucht.

Da ich mich in letzter Zeit wieder mehr mit dem Lesen über *ismen (Sexismus, Rassismus und Co.) beschäftigt habe, stolperte ich über eine Auseinandersetzung, die in der deutschen antirassitischen linken Szene wohl gerade läuft. Auf dem "no border Camp" in Köln im Juli haben sich wohl einige Konflikte ergeben und jetzt ist das Drama leider wieder groß.
Ich kam eigentlich zu dem Thema, weil ich einen Artikel von Viruletta bei der Mädchenmannschaft gelesen und mit diskutiert hatte zum Thema "Schwarze Widerstandssymbole auf weißen Köpfen". Es ging um Dreadlocks bei Weißen.
Ich fand den Artikel mal ganz gut und das Thema, das eh sehr selten besprochen wird, "cultural appropriation"/"kulturelle Aneignung" ist ein Thema, bei dem sich einige Weiße, auch ich selber, einfach schwer tun. Viele denken z.B. dass die Kritik an der kulturellen Aneignung von marginalisierten Kulturen durch Weiße bedeuten würde, daß jede/r nur noch die "eigene" (was ist das?) Kultur ausdrücken dürfe und in so einer essentialistischen Soße enden könnte. Was ich nicht finde, denn das Problem bei der k. Aneignung ist das von oben herab "aneignen" im Unterschied zum Austausch und lernen auf Augenhöhe und mit Fairneß. Aber ich schweife ab. Trotzdem noch schnell ein Link zu einem zweiten Artikel zum Thema Die Politik Schwarzer Haare von accalmie, deren Blog stop!talking ich auch gerne lese. Und der super empfehlenswert ist, weil er einen Überblick gibt und auch aktuelle Beispiele bringt.

Also, eine Freund_in von mir fand den Artikel nicht gut und erzählte mir dass auf dem no border Camp in Köln vor kurzem Weiße unter Druck gesetzt wurden ihre Dreadlocks abschneiden zu sollen und daß der Artikel (von Viruletta) doch vom Tonfall sehr empört und die Autorin sehr von der eigenen Denkweise überzeugt wirkte, was an die Vorgänge auf dem Camp erinnert.

Dann las ich, da ich eh krank im Bett lag diese Woche, ein paar Texte über das Nobordercamp und ja, anscheinend war's verheerend.
Ich persönlich finde es sehr, sehr jammerschade, denn ich begrüsse es sehr, wenn endlich - als ob wir hier nicht rückständig genug wären - aktuellere Theorien von "Race" und "Critical Whiteness" hier ankommen und diskutiert werden. Besonders den CW-Ansatz finde ich voll nutzbringend und spannend! Naja, und dann haben wir Linken wieder mal nix Besseres zu tun als uns wieder voll miteinander anzulegen. Ich hoffe wirklich sehr, dass die weißen Linken den Streit um Definitionsmacht und wie man Weiße wann und wo kritisieren soll/kann/darf nicht zum Anlass nehmen, das Kind mit dem Bad auszuschütten. Ich wünsche mir, daß weiße Linke weiter an CW interessiert bleiben. Gna, grad fängts an spannend zu werden, und dann das. Nicht ein erneuter Showdown wie bei den bescheuerten "Antideutschen vs. Aintiimps"

Wobei ich sagen muss, dass die Kritik der "Antideutschen" auch ihre Berechtigung hat und hatte. Leider blieb von der Debatte mehr das peinliche Geprügel unter Linken in Erinnerung als die Inhalte der Debatte selbst, die mir vor Jahren bei der Arbeit in einer Bäckerei der dortige Konditorlehrling auseinandergelegt hatte. Das war echt eine tolle Szene, an die ich mich gern erinnere. Konditorlehrling referiert für Bäckerlehrling die Debatte zum Antisemitismus in der Linken und die Antideutschen an und für sich, beim Herstellen von Mürbteig und Krokant. Damals habe ich mit dem Teigschaber in der Hand wirklich einen Aha-Moment gehabt und kann ein wenig von beiden Seiten verstehen. Die Diskussion zieht sich ja bis heute durch. Aber zurück zu Antirassismus usw.

Für mich, und ich glaube, für sehr viele Andere auch, ist Noah Sow's Buch "Deutschland Schwarz Weiß" einfach DAS wichtige Werk, das die akademisch und irgendwo am Rande herumgeisternden Critical Whiteness und Rassismus-Theorien genommen hat und sie in eine verständliche, knackige, gut zu lesende Sprache gebracht hat. Dadurch hat sie einfach mal nen Riesenfortschritt in der politischen Bildung bewirkt, und was mir auch sehr gefällt, ist, daß dem Buch das tätschelnd-behütende fehlt, nach dem Weiße alles dürfen, solang sie es irgendwie gut meinen und sich engagieren wollen. Da gehts endlich mal um weiße Privilegien und wie Weiße endlich mal runterkommen sollen von ihrem Roß, und ihre Augen öffnen sollen dafür, daß sich nicht die ganze Welt nur um sie dreht. Dabei ist das Buch trotzdem die ganze Zeit einfühlsam - immerhin wendet sich das Buch hauptsächlich an Weiße. Noah Sow schenkt Weißen mit diesem Buch sehr viel Aufmerksamkeit und widmet sich "uns Weißen" mit Liebe und Humor.

Und ich sehe, wie es weiter- und auch aufwärts geht aus dem Sumpf der unbewussten Wohlmeinung und "white Charity" über die Köpfe von PoC und Nichtdeutschen hinweg, über Critical Whiteness hin zu einer Möglichkeit sich mehr auf Augenhöhe zu begegnen und dann gemeinsam was machen zu können, also mit Weißen und PoC gemeinsam. Das ist super.
Ich kann ja nur von mir selbst reden und ich finde schon, daß mir heute mehr Texte und mehr Diskussionen auf deutsch oder in der dt. Blogosphäre und Politszene zur Verfügung stehen oder halt mir öfter übern Weg laufen, als vor 10 Jahren. Auch die Verbindung von Feminismus und Antirassismus wie bei der Mädchenmannschaft ist etwas, was ich immer öfter bemerke und das gefällt mir sehr gut.

Ich hoffe, dass auch nach dem Nobordercamp-Debakel eine Offenheit da sein kann und die Diskussion weitergehen kann, ohne daß Gruppengerangel das Thema nun für Jahre überschattet.
Zwar haben Weiße nach allem was sie im Vollbesitz ihrer Privilegien und Sekundärtugenden verbrochen haben, imho nicht den Anspruch darauf, daß ihnen weiterhin von PoC alles nachgetragen und der Hintern abgeputzt wird, aber ihnen die Nase barsch und erbarmungslos ins Häufchen reinzudrücken bringt halt letztendlich auch nichts, weil die Leute entwicklungsmässig so schnell nicht hinterherkommen. Den meisten wirds ganz schwer fallen, erst mal einzugestehen, dass sie privilegiert sind, und wer mit uns Weißen die Geduld aufbringen kann, das mit einzurechnen, auch und gerade in Situationen, wo man's als PoC ausnahmsweise nicht sowieso _muss_, dem/der bin ich halt einfach dankbar.

Weiße sollten aber auch nicht zu lange warten mit dem Dazulernen, weil wenn schon ein Zeitfenster offen ist, in dem ihr (PoC) nach vorne kommt und eure Stimmen erhebt, sollte das unbedingt gehört und umgesetzt werden.. denn wenn nicht, werdet ihr euch aus verständlichen Gründen wieder unter "euch" organisieren und wir Weißen schmoren wieder in so einem peinlichen white-Charity Saft den wir uns selber einbrocken. Also, wenn Weiße es hinkriegen, zuzuhören, ihre Abwehrreaktionen in den Griff zu kriegen und es verbreiteter wird, es sich einbürgert, dass wir nicht machen, dass sich alles immer um unsere weißen Befindlichkeiten dreht, wäre das toll und sehr wünschenswert. Weil das habe ich auch schon oft genug erlebt und das übe ich selber mich anders zu verhalten, und das lässt sich echt sehr gut an.

Allerdings liest sich das, was ich las, eher desillusionierend. Vielleicht sind wir schon längst mitten drin im nächsten Szenestreit. Ich habe sowohl die Klagen in der Jungle-World gelesen, nach dem Weißen "Redeverbote" erteilt worden wären, und die Klagen von PoC, dass Weiße die ganze Zeit nur über sich selbst und die ihnen angeblich erteilten "Redeverbote" geredet hätten, anstatt sich über die Kritik der PoC inhaltlich Gedanken zu machen. Wem soll man da glauben? Ganz ehrlich - ich habe schon genug Abwehrreaktionen der Privilegierten gesehen, zum einen, um mir gut vorstellen zu können, daß Weiße wahrscheinlich welche hatten. Und ich habe es seitens PoC noch nie im Leben erlebt, daß diese der weißen Mehrheit "Totschlagkritiken" und "Redeverbote" erteilt hätten. Tatsächlich habe ich seitens PoC immer viel Geduld erlebt, viel Bereitschaft, trotz Frustration mit weißer Dominanz mit Weißen zusammen Allianzen zu bilden und innerhalb dieser Allianzen oft zurückzustecken und die Weißen da abzuholen wo sie stehen. Ich habe immer nur erlebt wie PoC bereit waren, Weißen zuzuhören. Insofern kann ich mir das nur sehr sehr schwer vorstellen, daß eine Gruppe von PoC gekommen wäre und auf dem Noborder Camp Angst und Schrecken verbreitet hätte... Vielleicht kamen Leute an und hatten die Schnauze voll und forderten Dinge ein. Vielleicht hat das viele Leute überfordert.
Mir kommen die Berichte und Beschwerden vieler mehrheitlich weißer deutscher Aktivist*innen im Tonfall ein wenig vor wie "Schmerzensmann-Gewinsel" im feministischen Kontext. Nicht alles. Aber manches. Was mich auch in der Jungle World störte, sowohl beim Artikel "weiß sein, Schnauze halten" als auch beim Interview mit Vassilis Tsianos, ist, dass die Leute die Begriffe komisch verwenden. PoC scheint für sie nicht "People of Color" = Nicht-weiße, von Rassismus betroffene Menschen zu heissen, sondern sie verwenden PoC so, als wäre das eine Partei oder Aktivist*innen-Gruppe. So wie CDU. Und critical whiteness verwenden sie nicht wie eine Theorie, sondern wie eine Art "Gebotskatalog" oder wie eine Art dogmatische Sektenreligion. Das finde ich echt ätzend, weil das irgendwie eine Wirklichkeit formt, die gute Begriffe und Ansätze gleich wieder zu was "schlechtem" münzt. Dann kann damit wieder nicht arbeiten. Das ist doch kacke.

Und was ich auch so von außen sehe, was mir auffällt: Daß "gute" und "schlechte" PoC gruppiert werden und gegeneinander aufgestellt und aufgerechnet werden. Die "guten" nennt man "MigrantInnen" und die "unbequemen" nennt man "PoC" als wären das verschiedene Gruppen von Menschen.. hm.. das sieht mir mit Verlaub auch aus wie so ein typischer "teile + herrsche" Mechanismus. Das finde ich auch kacke. Es ist doch selbstverständlich, daß Flüchtlingsaktivist*innen, Migrant*innen und andere PoC nicht alle derselben Meinung sind, und naja, das hat einen recht faden Beigeschmack für mich, wenn Weiße diese unterschiedlichen Positionen nehmen und gegeneinander ins Feld führen.

Es mag und kann ja so gewesen sein, daß "Reclaim Society" aus Berlin und Andere dort wirklich total unangenehm und dogmatisch waren, das ist auch nicht mein Punkt, ich war auch nicht dabei. Mein Punkt ist dass in den Nachwehen der Auseinandersetzung zwischen den Gruppen politische Begriffe wie critical whiteness und "Person of Color" etc zu etwas anrüchigem umgemünzt werden könnten, dass es mir so erscheint, daß viele Weiße wirklich ihre Abwehrstrategien feiern, und daß die Äusserungen von PoC oft nicht als deren politische Meinung als Individuen erscheinen, sondern immer als eine Stimme, die "für alle PoC steht" und demnach wird dann mit verschiedenen Meinungen von PoC eine Aufrechnerei betrieben von Weißen. Was dazu führt, daß diese Stimmen auf so ne "Argh" Art und Weise instrumentalisiert werden von weißen deutschen Leuten, auf beiden "Seiten".

Tjaja, die Probleme. Das klingt ja nicht so gut erstmal. Aber es ist ja nicht so als wären diese Phänomene neu oder unbekannt und deshalb verwunderts mich natürlich nicht.

Also, ich finde das unterm Strich gut dass es da Austausch gibt, das Thema weiter vorangetrieben wird, und hoffe einfach dass das weitergeht und wir's irgendwie hinkriegen trotz der Tatsache dass wir natürlich Probleme haben (müssen) und es Entzweiungen gibt (das liegt auch irgendwie in der Natur der Sache, oder soll ich Struktur der Sache lieber sagen).

Um den Bogen zurück zu schlagen zu "cultural appropriation" und den Frisuren: Ich habe auch bei "Reclaim Society!" auf deren Materialseite den Flyer gefunden, den sie benutzt haben um beim Nobordercamp Weißen mitzuteilen, ihre Dreads stante pede abzuschneiden. Wayne es interessiert, der_die findet den Flyer hier. Jaaa mei, sooooo schlimm finde ich es nicht, einen Flyer mit einer Schere drauf zu verteilen. So lange niemand gezwungen wird? Dass auf Flyern und Plakaten es plakativ zugeht, ist ja normal. Da steht auch, daß "Mohawks" bzw. "Iros" nicht gehen, und ich habe ja nun keine Dreadlocks mehr, aber einen Iro. Auf der Suche nach einer Frisur, die nicht anmassend, aber auch nicht zu langweilig ist, habe ich mir dann einen Hinterkopf-Iro gemacht. Nur um rauszufinden, dass die Irokesen damals gar nicht die heute als Punkerfrisur bekannte Frisur trugen, sondern eher einen Hinterkopf-Iro, bzw. einen Oberkopf-Iro. Na toll, ganz super. Aber ja mei. Auf jeden Fall habe ich jetzt ne Punkerfrisur, die kein Iro mehr ist, sie entspricht auch nicht der Frisur, die bei den Irokesen gebräuchlich war, und sie gefällt mir inzwischen auch, und ich bin damit zufrieden.

Hier ungeordnet das, was ich so gelesen habe, vielleicht ist ja was für wen dabei:

herbstbilder
summer... is gone

Freitag, 7. September 2012

Alpenglow

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Ich war schön im Urlaub in den Alpen gewesen. In Südtirol auf einer Almhütte. Die Hütte gehört der Familie meiner Schwägerin und ist über 100 Jahre alt. In der Zeit ist die Familie ziemlich gewachsen und die Hütte ist im Sommer immer voll, also eigentlich ist immer wer drin. Und dieses Jahr haben wir mal rein gedurft.

Um zur Hütte zu kommen, brauchte man entweder eine Stunde zu Fuß vom Wanderparkplatz aus, oder man musste eine Ausnahmegenehmigung beim Forstamt beantragen, um auf den Waldwegen fahren zu dürfen. Und dann musste man das letzte Stück wegen zu starker Wildheit des Weges zu Fuß gehen. Das war schön ruhig da oben, auf jeden Fall!
Es gab eine eigene Quelle, wo nach Starkregen Lärchennadeln aus dem Wasserhahn kamen. Das Wasser war ansonsten glasklar, und richtig kalt. Der Brunnen diente als Kühlschrank, zu kühlende Sachen wurden ins Wasser getan und mit einem Brett abgedeckt.

Ich habe ein Tarp und einen Schlafsack und eine selbstaufblasende Luftmatratze gekauft und habe diese Dinge ausprobiert. Ich hatte noch nie einen so tollen Schlafsack. Einen, wo man nachts nicht wegen Kälte aufwacht. Toll. Und das Tarp liess sich zu einem schönen Unterschlupf zurechtzupfen und feststecken.

Ich bin viel gewandert, habe Pilze gesammelt und Heidelbeeren und Preiselbeeren und Lärchenharz (das habe ich auf der Hütte vergessen und hoffe, dass ich es bald mal mit der Post kriege, weil diejenigen, die nach uns in der Hütte waren, haben es gefunden). Und lecker gekocht haben wir und es war vom Wetter her super und optimal. Und wir waren auch im Bergmuseum vom ollen Reinhold Messner und haben uns kitschige Kunstbände und was über die Geschichte Südtirols reingezogen.

Zurück in Berlin, wurde es schlagartig Herbst und ich habe mich erkältet.. möp. Aber jetzt bin ich wieder gesund..

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Dienstag, 4. September 2012

Podcast "die urbane Spinnstube" Episode 40: die Stadtbienen!

urlaub7

Heute gehts um Socken stricken, Spinnen unterwegs im Urlaub, Imkern und Honig aus der Großstadt, und einen schönen Urlaub auf der Alm. Nicht zuletzt um die Aktion im deutschsprachigen Podcaster_innenforum "UFO Monat September".

Die Folge zum Runterladen wie immer hier:

hinweisgrafik podcastdownload
http://www.spiritvoices.de/pod/ep40.m4a

download episode 40

Wenn ihr die Datei als mp3 benötigt für euer Abspielgerät, könnt ihr die Adresse oben kopieren und hier im Online-Konverter eingeben. Dieser konvertiert sie direkt von meinem Webspace und bietet euch danach die Datei als mp3 zum Herunterladen an.

Housekeeping: diesmal eigentlich nix, da ich gerade erst aus dem Urlaub zurück bin und nicht up to date!

Stricken: Ich stricke Shur'tugal von Alice Yu (Socktopus) und das habe ich mir Feria Strumpfgarn gestrickt, das war selbstmusternd. Das Muster ging aber so unter, dass ich aus dem Feria jetzt die Vanilla Socke von den Knitmore Girls stricke und Shur'tugal wird aus der wundervollen Wolle von Knitting Spiro gemacht vom Leipziger Wolle-Fest.

Fertig sind die "Schneekoppe" Socken von Manuela Burkhardt.


Spinnen: In Arbeit sind 100g handgefärbte Merinowolle von Ickeausberlin. Es geht um Spinnen und Zwirnen unterwegs mit minimalen Hilfsmitteln (1 Spindel und sonst nichts). Ich erwähne naseen und ihre Spinnerei während der TDF in unserem tollen Team Yeti.

urbane Selbstversorgung: Ich habe ein Buch gelesen, es heißt "die Stadtbienen" von Erika Mayr. Sie imkert in Berlin und ich habe aus dem Buch ganz viel über Bienen, Honig, Nachhaltigkeit, Selbstversorgung, Detroit, Berlin und Kreuzberg und die Imkerei erfahren.

Was ich gerade toll finde: Ich war zwei Wochen auf der Alm in den Alpen und habe draussen gepennt, Pilze gesammelt, klares Wasser getrunken und Heidelbeerkuchen gebacken.

Team Yeti: Wir haben im September einen UFO Monat! Wer Lust hat beim Abbauen der UFOs mitzumachen und sich gegenseitig zu motivieren, schaut rein bei der RAvelry Gruppe "Podcasting auf Deutsch". Direkt zum UFO Thread.

Dann wünsche ich viel Spass beim Hören!

Donnerstag, 9. August 2012

Sommergedanken

Angeregt durch einen Blogeintrag von Esme, die bald einen runden Geburtstag feiern kann, gingen mir heute abend so einige Gedanken durch den Kopf.
Ich hatte ja einen runden Geburtstag weniger als Esme, deshalb kann ich zur 40 noch nicht mitreden, aber bisher habe ich mich immer mit meinem Alter sehr wohl gefühlt - und ich habe mich, manchmal mit 1-2 Jahren Verspätung, immer "passend" zu der Altersphase gefühlt, in der ich wirklich war. Bei mir sind es aber mehr die Mitten als die Nullen. Mit 25 wusste ich, ich war nun definitiv kein Teenager mehr und, wenn auch nicht abgeklärt-erwachsen, so doch nicht mehr den Irrungen und Wirrungen des Erwachsenwerdens unterworfen. Und das gefiel mir supergut. Mit Mitte 30 kam es dann mehr drauf an, "mitten im Leben zu stehen" und mehr/vollends Verantwortung nicht nur für mich, sondern auch für andere und für Unternehmungen mit Anderen gemeinsam zu übernehmen, was mir zuerst schwer fiel und wo ich eine konfliktreiche Zeit in vielen oder fast allen Bereichen meines Lebens mitgemacht habe. Besonders das Verantwortung für andere und für Belange, die auch andere Leute angehen, das ist vielleicht DER Unterschied zwischen dem Erwachsen werden (wo man Verantwortung für sich selbst lernt) und dem "Mitten im Leben stehen".
Insgesamt bin ich gerade sehr dankbar dafür, wie mein Leben verläuft und für die Menschen, die mich umgeben und für das, was mich ansonsten noch umgibt.

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