Zurück zum Art Journaling - nachdem ich seit Februar bis November 2014 nichts gemacht habe. Aber absolut nichts. (Ausser in meinen Skizzenbüchern gezeichnet)
Gerade bastel ich 2-3 mal in der Woche Doppelseiten im Art Journal zusammen, es macht wieder riesig Spass.
Das hier zum Beispiel:
und nochmal ein Ausschnitt:
Da steht "we are the warriors of compassion". Zum einen ist eine Yoga-Unterrichtseinheit von Anat Geiger so genannt. Das ist eine Yogalehrerin auf Ekhartyoga.com - das Portal, wo ich mich so fit halte, wenn ich Zeit habe. Warrior deswegen, weil es Yoga-Haltungen gibt, die so heissen, drei Stück sogar.
Compassion - Mitgefühl - das ist für mich auch immer ein Umgang mit anderen und mir selbst in einer Welt voll Machtungleichheiten und Unterdrückungsstrukturen. Das sind Strukturen, die Menschen ihr Mensch-sein absprechen, ihnen Humanität aberkennen, und Entsolidarisierung und Empathielosigkeit bewirken sollen. Weil wo keine Solidarität und keine Empathie sind, da lassen sich Menschen spalten und beherrschen. Somit bedeutet Compassion nicht nur das Mitgefühl mit sich selbst, sondern solidarische Empathie und das aus-dem-Fokus-herausrücken von denjenigen, die sowieso andauernd berücksichtigt werden und von deren Position sowieso alle Welt immer ausgeht.
Hier war ja jetzt wochenlang die Heizung ausgefallen. Warmes Wasser gibt es noch immer nicht, und die Handwerker suchen noch nach der Ursache des Schadens an der Heizungsanlage. Vielleicht wird es Anfang der nächsten Woche besser. Abwarten und Tee trinken... und im Betrieb duschen.
Dann war diese Woche auch Stricktreff und ich habe das Cafe Morgenrot gezeichnet.
Auf Instagram habe ich nach einem Fehlstart die Aktion #100happydays nochmal neu angefangen. Ich habe davon auf englischsprachigen Podcasts gehört (
Cogknitive). Als ich damit anfing, habe ich gemerkt, dass ich in der feministisch-politischen Szene eine Stimmung wahrnehme, dass Selfcare verpönt ist. Ich bin eine Frau, die diese Stimmungen versucht zu benennen, um dann dazu eine bewusste Entscheidung zu treffen. Manchmal kommt es dann dazu, dass ich stattdessen die Stimmungen aufsauge und anfange, mich selbst dafür zu rechtfertigen, wieso ich eine Entscheidung treffe, die von der gefühlten Mehrheit missbilligt wird. So etwas nennt man dann wohl auch Gruppendruck oder normative Haltungen. Ich glaube nicht mal, dass wirklich die Mehrheit Selfcare missbilligt. Es gibt aber so ein paar wenige, einflussreiche Stimmen, die meinen, sie müssten allen anderen regelmässig ihre Nase in ihr "Privilegienhäufchen" reindrücken. Und ich meine damit nicht, dass Betroffene von Unterdrückung den Privilegierten aufzeigen, was sie alles nicht sehen (wollen), sondern dass Menschen, die selbst ganz gut dran sind, anderen die Nase ins gemeinsame "Privilegienhäufchen" reindrücken. Ich weiß nicht, ob's denen dann besser geht damit. Aber whatever. Das ist eigentlich eine Sache, die ins Politblog gehört, und dann auch etwas mehr Gedankenaufwand und etwas mehr Sorgfalt bei den Formulierungen benötigt... etwas, das zur Zeit bei mir nicht geht, ich wollte eigentlich auch noch bei der
Mädchenmannschaft eine Kommentardiskussion weiterführen, aber leider komme ich dazu nicht. Inzwischen sind die Kommentare zu dem Text auch geschlossen.
Das greift ein bischen das Thema von oben auf, und ich sehe gar keinen Widerspruch zwischen Selfcare und solidarischem Handeln mit Anderen. Ich stimme auch der Ansicht nicht zu, dass Selfcare meist zum Ablenken von anderen Problemen praktiziert wird, weil 1 sich nicht um die Belange von Leuten kümmern will, denen es "tatsächlich schlecht geht". Ich warne auch davor, das eigene Bedürfnis nach Zuwendung und "sich was Gutes tun" danach zu bemessen, ob es objektiv gemessen/relativ zu anderen gesehen angemessen und berechtigt sein kann. (In dem Satz kommt 3x "messen" vor, und das passt.) Das habe ich, wie bestimmt einige andere auch, mit schlimmen Folgen für Körper und Psyche ausprobiert. Aber vielleicht muss das jede Person selber rausfinden, wie weit und warum und wohin überhaupt sie mit etwas gehen möchte.
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