Ostseeradweg Dänemark, Teil 2
Nachts regnete es viel, zumindest habe ich es immer, wenn ich grade mal aufgewacht war, den Regen aufs Zelt klopfen hören. Morgens mal kurz raus, und dann nochmal in den Schlafsack und nochmal eine Runde geschlafen. Als es dann immer noch weiter regnete, habe ich doch den Kocher aufgebaut und Kaffeewasser aufgesetzt. Vorletzte Tour kamen wir schon drauf, dass wir überhaupt kein Zubehör zum Kaffee trinken brauchen. Einfach Kaffee und Kaffeeweißer in die Tasse, heißes Wasser drauf gießen, kurz brühen lassen und dann umrühren. Der Kaffeesatz sinkt automatisch nach unten.

Alles im Zelt rumschlunzen half nichts. Es hörte nicht auf zu regnen. Also packten wir im Regen ein. Es klappt ganz gut, das Innenzelt auszuhängen, zuerst einzurollen, und zwar so, dass der Boden außen ist und das Innenzelt vor Feuchtigkeit schützt. Dann bauen wir erst das Außenzelt ab und rollen das Ganze zusammen. Selbst wenn wieder im Regen aufgebaut werden müsste, wäre ein trockenes Innenzelt da. Wir brachen nach Fynshav auf, und kurz nachdem wir losgefahren waren, hörte es auf zu regnen. Der Weg war ziemlich hügelig. Wir kauften beim Brugsen in Fynshav Brötchen und fuhren zum Hafen runter, wo es wieder anfing zu regnen. Dort gab es einen Aufenthaltsraum, wo wir im Trockenen frühstückten. Wir waren um 11 Uhr da, und die nächste Fähre ging um 13:20h.
Ich schrieb Tagebuch, las und strickte, während es sich draussen einregnete. Bald kamen auch die zwei aus Augsburg, die mit dem selben Schiff rüber nach Ærø wollten. Sie hatten in Sønderborg keine Übernachtungsmöglichkeit gefunden und hatten dann in Augustenborg in einem Hotel übernachtet. Da sind wir mit unserem Zelt schon etwas flexibler gewesen.

Im Aufenthaltsraum von Fynshav machte sich bemerkbar, dass unser Zelt nass war. Vom Beutel, in dem es war, ergoß sich ein 3m langes Rinnsal durch den ganzen Aufenthaltsraum. Auf der Fähre war es nett, und der Kassierer riet uns, gleich die Rückfahrtickets zu kaufen, weil das billiger wird. Wir wollten aber nicht zurück, sondern nach Svendborg. Das macht nichts, sagte er, das gilt auch auf der anderen Fähre. Schick, das hat uns mehr als 200 Kronen gespart.
Pünktlich zur Ankunft in Søby wird das Wetter etwas besser, zwar ist der Himmel noch grau, aber es hört auf zu regnen. Auf der Fähre habe ich den Ærø Tourist Guide gelesen, und in dem steht, dass es in Søby eine öffentliche Küchenhütte auf einem Grillplatz gibt, wo der Kräutergarten für alle zum Nutzen bereit steht. Wir haben also erst mal diese Hütte gesucht, und die war aber auch schnuckelig. Alles aus Holz, mit einem Tisch und Bänken zum Sitzen, mit Spülbecken mit Warmwasser und einem Cerankochfeld. Und Strom. Wir haben erst mal unsere Geräte aufgeladen, Mittagspause gemacht und Kaffee gekocht. Ich habe mit dem warmen Wasser auch ein Shirt und eine Unterhose gewaschen.

Kogehuset - wie geil ist das denn?
Überhaupt finde ich es super, wie viel in Dänemark in öffentlich benutzbare Einrichtungen investiert wird. Links neben dem Kogehuset ist das Kräuterhochbeet zu sehen, mit Schnittlauch, Petersilie, Salbei, Majoran...

Das Cerankochfeld war ein bischen schwierig zu bedienen, wir haben zuhause einen Gasherd und checken das mit den Feldern nicht. Aber dann haben wir es doch hinbekommen.
Unterwegs zum Zeltplatz Voderup Klint wird das Wetter immer besser. Die Landschaft auf Ærø ist genial schön. Im Norden der Insel gab es mal Kiesabbau, und die Landschaft sieht zum Teil der zerfurcht aus, die Gruben sind mit Wasser vollgelaufen und sind nun Vogelparadiese.

Am Naturlagerplatz Voderup Klint soll es angeblich Wasser geben. Aber darauf wollte ich mich nicht verlassen und habe hinten noch ein paar Liter aus der Küchenhütte im Wassersack drauf. Das macht sich bei Steigungen schon bemerkbar. Der Wassersack hat sich insgesamt als klasse Gegenstand erwiesen. Er muss ja nicht voll sein, 6 Liter reichen auch schon, wenn noch ein anderes, nicht trinkbares Wasser in der Nähe ist, würde auch noch weniger reichen.
#
Auf der Insel gibt es viel Kunst und Galerien, viele Pferde, kleine Siedlungen, und alle können kostenlos mit dem Bus fahren. Letzteres haben wir nicht gemacht, aber das stand im Tourist Guide. Wir fahren über kleine Dorfstrassen, asphaltierte, aber auch geschotterte Wege. Der dänische Schotter soll berüchtigt sein, aber meinen Reifen konnte er zum Glück nichts anhaben.

Mohnblumen und Regenhimmel

Der Naturlagerplatz war leicht zu finden. dankenswerter Weise ist er vor kurzem gemäht worden. Ein Plumpsklo und einen Wasserhahn gibt es auch, auch einen Balken, um Fahrräder anzulehnen, und einen Tisch und Bänke. Erst mal ankommen und einen Tee kochen.


Das Zelt ist auch schnell aufgebaut. Wir liessen erst das Außenzelt trocknen, und dann hängten wir das Innenzelt ein.

Von unserer Wanderung nach Voderup Klint runter ans Meer habe ich unbedachterweise keine Bilder gemacht. Ich hatte die schwere Kamera gar nicht dabei. die Sonne, die dann noch rauskam und die tolle Landschaft gibt es deshalb nur als Handyfotos.
(Foto (c) Björn Andresen)
Voderup Klint ist eine Küste, die insgesamt 33km lang ist und oft eine Steilküste mit gelben Kreidefelsen ist. Das Besondere sind aber nicht die Felsen, sondern die Terrassen. Besondere geologische Verhältnisse haben Lehmschichten so abrutschen lassen, dass eine stufige, von kleinen Terrassen geformte Landschaft entstanden ist, und diese wird im Gegensatz zur malerischen Felsenküste kaum abgebildet. Ich fand die Wiesen und Stufen am Meer sehr schön und auch etwas ganz Besonderes.
Die Landschaft wird als ökologisches Weideland genutzt, um sie zu erhalten.
Hier ist noch ein Link zum Thema Ostsee, Klippen und Geologie.
Am Abend gab es Nudeln mit vegetarischer Bolognese. (Sojagranulat ist so praktisch zum Mitnehmen). Unsere Nachbarn ist eine Kuhherde mit süßen Kälbchen und dem Bullen Ferdinand. Der hat einen ganz schön großen Kopf.



Hier sind die Links zu den jeweiligen GPS-Tracks, Tourenbeschreibungen etc auf Outdooractive.com:
Teil 1: Von Høruphav nach Fynshav ›
Teil 2: Von Søby nach Voderup Klint ›

Alles im Zelt rumschlunzen half nichts. Es hörte nicht auf zu regnen. Also packten wir im Regen ein. Es klappt ganz gut, das Innenzelt auszuhängen, zuerst einzurollen, und zwar so, dass der Boden außen ist und das Innenzelt vor Feuchtigkeit schützt. Dann bauen wir erst das Außenzelt ab und rollen das Ganze zusammen. Selbst wenn wieder im Regen aufgebaut werden müsste, wäre ein trockenes Innenzelt da. Wir brachen nach Fynshav auf, und kurz nachdem wir losgefahren waren, hörte es auf zu regnen. Der Weg war ziemlich hügelig. Wir kauften beim Brugsen in Fynshav Brötchen und fuhren zum Hafen runter, wo es wieder anfing zu regnen. Dort gab es einen Aufenthaltsraum, wo wir im Trockenen frühstückten. Wir waren um 11 Uhr da, und die nächste Fähre ging um 13:20h.
Ich schrieb Tagebuch, las und strickte, während es sich draussen einregnete. Bald kamen auch die zwei aus Augsburg, die mit dem selben Schiff rüber nach Ærø wollten. Sie hatten in Sønderborg keine Übernachtungsmöglichkeit gefunden und hatten dann in Augustenborg in einem Hotel übernachtet. Da sind wir mit unserem Zelt schon etwas flexibler gewesen.

Im Aufenthaltsraum von Fynshav machte sich bemerkbar, dass unser Zelt nass war. Vom Beutel, in dem es war, ergoß sich ein 3m langes Rinnsal durch den ganzen Aufenthaltsraum. Auf der Fähre war es nett, und der Kassierer riet uns, gleich die Rückfahrtickets zu kaufen, weil das billiger wird. Wir wollten aber nicht zurück, sondern nach Svendborg. Das macht nichts, sagte er, das gilt auch auf der anderen Fähre. Schick, das hat uns mehr als 200 Kronen gespart.
Pünktlich zur Ankunft in Søby wird das Wetter etwas besser, zwar ist der Himmel noch grau, aber es hört auf zu regnen. Auf der Fähre habe ich den Ærø Tourist Guide gelesen, und in dem steht, dass es in Søby eine öffentliche Küchenhütte auf einem Grillplatz gibt, wo der Kräutergarten für alle zum Nutzen bereit steht. Wir haben also erst mal diese Hütte gesucht, und die war aber auch schnuckelig. Alles aus Holz, mit einem Tisch und Bänken zum Sitzen, mit Spülbecken mit Warmwasser und einem Cerankochfeld. Und Strom. Wir haben erst mal unsere Geräte aufgeladen, Mittagspause gemacht und Kaffee gekocht. Ich habe mit dem warmen Wasser auch ein Shirt und eine Unterhose gewaschen.

Kogehuset - wie geil ist das denn?
Überhaupt finde ich es super, wie viel in Dänemark in öffentlich benutzbare Einrichtungen investiert wird. Links neben dem Kogehuset ist das Kräuterhochbeet zu sehen, mit Schnittlauch, Petersilie, Salbei, Majoran...

Das Cerankochfeld war ein bischen schwierig zu bedienen, wir haben zuhause einen Gasherd und checken das mit den Feldern nicht. Aber dann haben wir es doch hinbekommen.
Unterwegs zum Zeltplatz Voderup Klint wird das Wetter immer besser. Die Landschaft auf Ærø ist genial schön. Im Norden der Insel gab es mal Kiesabbau, und die Landschaft sieht zum Teil der zerfurcht aus, die Gruben sind mit Wasser vollgelaufen und sind nun Vogelparadiese.

Am Naturlagerplatz Voderup Klint soll es angeblich Wasser geben. Aber darauf wollte ich mich nicht verlassen und habe hinten noch ein paar Liter aus der Küchenhütte im Wassersack drauf. Das macht sich bei Steigungen schon bemerkbar. Der Wassersack hat sich insgesamt als klasse Gegenstand erwiesen. Er muss ja nicht voll sein, 6 Liter reichen auch schon, wenn noch ein anderes, nicht trinkbares Wasser in der Nähe ist, würde auch noch weniger reichen.
#Auf der Insel gibt es viel Kunst und Galerien, viele Pferde, kleine Siedlungen, und alle können kostenlos mit dem Bus fahren. Letzteres haben wir nicht gemacht, aber das stand im Tourist Guide. Wir fahren über kleine Dorfstrassen, asphaltierte, aber auch geschotterte Wege. Der dänische Schotter soll berüchtigt sein, aber meinen Reifen konnte er zum Glück nichts anhaben.

Mohnblumen und Regenhimmel

Der Naturlagerplatz war leicht zu finden. dankenswerter Weise ist er vor kurzem gemäht worden. Ein Plumpsklo und einen Wasserhahn gibt es auch, auch einen Balken, um Fahrräder anzulehnen, und einen Tisch und Bänke. Erst mal ankommen und einen Tee kochen.


Das Zelt ist auch schnell aufgebaut. Wir liessen erst das Außenzelt trocknen, und dann hängten wir das Innenzelt ein.

Von unserer Wanderung nach Voderup Klint runter ans Meer habe ich unbedachterweise keine Bilder gemacht. Ich hatte die schwere Kamera gar nicht dabei. die Sonne, die dann noch rauskam und die tolle Landschaft gibt es deshalb nur als Handyfotos.
(Foto (c) Björn Andresen)
Voderup Klint ist eine Küste, die insgesamt 33km lang ist und oft eine Steilküste mit gelben Kreidefelsen ist. Das Besondere sind aber nicht die Felsen, sondern die Terrassen. Besondere geologische Verhältnisse haben Lehmschichten so abrutschen lassen, dass eine stufige, von kleinen Terrassen geformte Landschaft entstanden ist, und diese wird im Gegensatz zur malerischen Felsenküste kaum abgebildet. Ich fand die Wiesen und Stufen am Meer sehr schön und auch etwas ganz Besonderes.
Die Landschaft wird als ökologisches Weideland genutzt, um sie zu erhalten.
Hier ist noch ein Link zum Thema Ostsee, Klippen und Geologie.
Am Abend gab es Nudeln mit vegetarischer Bolognese. (Sojagranulat ist so praktisch zum Mitnehmen). Unsere Nachbarn ist eine Kuhherde mit süßen Kälbchen und dem Bullen Ferdinand. Der hat einen ganz schön großen Kopf.



Hier sind die Links zu den jeweiligen GPS-Tracks, Tourenbeschreibungen etc auf Outdooractive.com:
Teil 1: Von Høruphav nach Fynshav ›
Teil 2: Von Søby nach Voderup Klint ›
distelfliege - 4. Jul, 14:03


Grüßle
Zachia /Frau Weide