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Noch ein Bleep

...ich fühle mich ehrlich gesagt grade etwas am Boden zerstört. Ich habe von Kontroversen um Bleep rum nix gewusst und mir den Film daher sehr offen und unvoreingenommen angeschaut - meine einzige info war, daß es um Quantenphysik geht.
Tja meine erste Reaktion drauf habt ihr ja im gestrigen Eintrag lesen können. Mittlerweile hab ich - durch Nightingales Kommentar angeregt - herumrecherchiert, bin damit auch noch nicht durch - und hm. Fühle mich etwas "geleimt".

Nicht direkt deshalb geleimt weil ich die Aussage und Inhalte des Films nun Scheisse finde. Sondern weil, tja.. weil der Film dazu taugt mein Wunschdenken, daß Quantenphysik und Magie zwei Betrachtungsweisen von der Wirklichkeit sind die gut zusammenpassen, in einer sehr grossen Einfachheit bestätigt wurde.

Gut, ich habe gestern, direkt nach dem Film geschrieben: "Ich finde ihn eigentlich einen viel viel religiöseren Film als einen physikmässigen Film." - gut das habe ich mit aller Unkenntnis der existierenden Kritik geschnallt. Das ist doch ganz gut, oder?
*dümmlich lächel*

Was ich auch dachte, is daß die eine von den zwei interviewten Frauen keine Wissenschaftlerin sondern Esoterikerin ist - nur hatte ich zuerst genau die andere im "Verdacht" - und am Schluss wars die eine, die halt die Esoterikerin war.. jaja.
Und den einen Typen, den Joseph Dispenza, der erschien mir nix anderes zu sein als ein Thelemit.

Naja. Da steh ich nun, ich armer Tor *seufz*

Obwohl *Finger heb*
Das hier ist nach wie vor absolut faszinierend:
Das Doppelspaltexperiment

Ja bitte, holt mich trotzdem ich mich jetzt scheisse fühl *gg* auch in Zukunft zurück aufn Boden - wie du das getan hast Night *knutsch*

Distel, die sich vll. gegen Abend wieder soweit von der Realitätsverzerrung erholt haben wird, die entstanden ist weil zwei verschiedene Sichtweisen einen neuronalen Transmitterkonflikt im Hirn auslösen. *haha* He, ich kann reden wie die in Star Trek.
MMarheinecke - 27. Jan, 19:37

Quantenphysik ist geil!

Und zwar aus gleich drei Gründen: 1. Sie zeigt, dass das Universum nicht nur seltsamer ist, als wir es uns normalerweise vorstellen, sondern seltsamer, als es wir uns vorstellen können. 2. Sie ist experimentell bestens bestätigt. 3. Auch wenn sie unseren biologisch ererbten "Vorurteilen" und erst recht unseren kulturell erworbenen Vorstellungen drastisch widerspricht, können wir damit sehr gut arbeiten.

Das alle möglichen Eso-Schwapfer wie die Geier über die Quantenphysik und ihre faszinierenden Konsequenzen herfallen, tut der Quantenphysik gar nichts. Wenn diese Spekulationen und Hypothesen als Spekulationen und Hypothesen dargestellt werden würden, wäre so ein Film wie "Bleep" auch völlig in Ordnung.

distelfliege - 27. Jan, 20:35

Der Gag ist nur...

...daß das Verhalten der Elementarteilchen das Verhalten der Elementarteilchen ist, und nicht das Verhalten z.b. von meinem Fahrrad.
Wenn ich mit einem Affenzahn vorbei an überfrorenen Eisflächen fahren würde, und mein Fahrrad unterläge einer Vakuumfluktuation wie sie auf der Ebene von Elementarteilchen vorkommt.. hm dann sollte ich besser auch fluktuieren oder ich würde wirklich übelst die Strasse küssen.

Und hm.. man muss sagen daß man sich durch den Film zu leicht gehalten fühlen könnte, das Verhalten von Elementarteilchen auf die Makro-Welt anzuwenden, nur für die gelten halt wieder andere Regeln..
Londo - 28. Jan, 17:23

Martins Aussage oben..

...kann ich nur unterschreiben und ergänze: die Implikationen der Quantenphysik werden in unserer Kultur erst ganz allmählich bewußt. Als ich im Physikstudium saß, kam mir übrigens so manche Vorlesung in theoretischer Physik durchaus esoterisch vor ;-)

In der makroskopischen Welt gelten zwar andere Gesetze, aber diese ergeben sich als "Extremwert" der Quantenphysik für große Massen ("groß" ist dabei alles größer als ein Gramm). Ich bin auch froh jedesmal wenn ich durch ein Tor fahre, dass da keine Beugung am Einzelspalt stattfindet. Übrigens kann die Quanteneben durchaus makroskopische Auswirkungen haben, wie das Gedankenexperiment "Schrödingers Katze" zeigt.

distelfliege - 29. Jan, 10:32

Hi Londo,

..ich dachte Schrödingers Katze ist eine Metapher und kein Experiment. Äh also wo man makroskopische Dinge nimmt um det zu erklären damit man sich das besser vorstellen kann.
?

MMarheinecke - 29. Jan, 12:12

Praktisch durchgeführt

noch eine Ergänzung: Im Jahr 2000 ist es gleich zwei Gruppen gelungen, eine makroskopische Superposition nachzuweisen, wie sie das Gedankenexperiment von "Schrödingers Katze" vorhersagt: es wurde an einem supraleitenden Ring gezeigt, dass ein Strom von der Stärke einiger Mikroampere in entgegengesetzte Richtungen gleichzeitig fließen kann.

Übrigens ermöglich erst die (na fast, geht um Moleküle) makrospische Superposition / Überlagerung den viel diskutierten "Quantencomputer". Hierzu:

"Stabile Schrödinger-Katzen" bei telepolis
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21472/1.html
MMarheinecke - 29. Jan, 12:07

Schrödigers Katze

ist ein Gedankenexperiment, dass zwar so (mit echter Katze usw.) nicht durchführbar wäre, aber dennoch Einsichten in die zugrundeliegende Gesetzmäßigkeiten erlaubt. Denke nur an Einsteins Gedankenexperimente mit sich auf annähernden Lichtgeschwindigkeit von der Rathausuhr forbewegenden Straßenbahn oder dem berühmten Fahrstuhl, dessen Insassen nicht unterscheiden können, ob sie sich im freien Fall oder im freien Weltraum befinden ...

Als praktisches Experiment ist "Schrödinger Katze" wirklich undurchführbar - schon weil sich ein Kasten, in den man eine Katze einsperren kann, sich nicht wirklich so abschotten läßt, dass jeder, auch noch so geringen, Informationsaustausch unmöglich ist (das geht interssanterweise auch aus quantenmechanischen Gründen nicht). Zudem stellt sich für die "Kopenhagener Deutung" der die Frage, ob nicht die Katze selbst als "Beobachter" anzusehen wäre. (Meine Katze ist jedenfalls eine eifrige Beobachterin.)
Das Gedankenexperiment brachte Schrödinger übrigens ins Spiel, um die Konsequenzen der "Kopenhagener Deutung" zu verdeutlichen bzw. ad absurdam zu führen.
(Für Mitleser, die bisher nur "Bahnhof" verstehen: Ende der 1920er Jahre erwickelte ein Kreis von Wissenschaftler um den dänischen Physiker Niels Bohr die bis heute verbreitete "Kopenhagener Deutung" der Quantenmechanik.
Aus den Gleichungen der Quantenmechanik ergab sich nämlich, dass sich ein Teilchen in einem sogenannten Überlagerungszustand (Superposition) befinden kann. Betrachten wir zum Beispiel den Ort: So kann es sein, dass sich das Teilchen an keinem bestimmten Ort befindet. Das liegt nicht an unserer Unkenntnis des Systems, sondern daran, dass sich das Teilchen "gleichzeitig" an mehreren Orten aufhält. Messen wir nun allerdings den Ort eines Teilchens, so stellen wir fest, dass es sich dann nur an einem einzigen Ort aufhält. Wie kann das sein? Wie kann ein Teilchen, das sich erst in einem Überlagerungszustand befand, nach der Messung einen konkreten "Ortszustand" einnehmen? Gemäß der "Kopenhagener Deutung" führt die Messung durch einen "bewussten" Beobachter dazu, dass das Teilchen, das sich zuvor in einem Überlagerungszustand befand, abrupt in einen der möglichen Zustände "springt" (Kollaps der Wellenfunktion). Diese Deutung führte zu dem paradoxen und immer noch häufig zitierten Gedanken-Experiment von Schrödinger aus dem Jahr 1935 - der Ortszustand wird durch die Messgröße "tot" oder "lebendig" ersetzt: In einer nicht einsehbaren Kiste ist eine Katze eingesperrt (Schrödingers Katze), die einem Überlagerungszustand aus "lebend" und "tot" ausgesetzt ist. Erst die Messung durch einen bewussten Beobachter führt dazu, dass die Katze entweder lebendig oder tot ist.)

Die "Superimposition" ist eine gut erhärtete Tatsache, ohne die z. B. weder der viel zitierte Tunneleffekt noch die kovalente chemische Bindung erklärbar wäre (unter vielem Anderen).

Allerdings ist die "Kopenhagener Deutung" nicht konkurrenzlos: Sie wurde in den letzten Jahren mehr und mehr von der Theorie der Dekohärenz verdrängt. Demnach kollabiert die Wellenfunktion nicht erst durch einen Beobachter, sondern durch Wechselwirkungen des Systems mit der Umgebung. Der Mechanismus der Dekohärenz kann quantenmechanisch beschrieben werden. Die Dekohärenz-Zeit, also die Zeit, die das System zum Kollabieren benötigt, ist umso kürzer, je größer die Masse des Systems ist. Für Schrödingers Katze schafft das Klarheit: Sie muss nur noch unmerklich kurz in einem Überlagerungszustand aus lebendig und tot verharren. Bei sehr kleinen Systemen kann die Dekohärenz-Zeit durchaus meßbare Länge erreichen.
(Deshalb waren die Experimente, bei denen in einem supraleitenden Ring gezeigt, ein Strom von der Stärke einiger Mikroampere in entgegengesetzte Richtungen gleichzeitig fließt, auch keine Widerlegung der Dekohärenz-Theorie.)

distelfliege - 30. Jan, 17:00

Hm...

...daß es mittlerweile makroskopische Superpositionen gibt, war mir bekannt, wobei ich das so verstanden habe daß es nur mit bestimmten Stoffen in ganz bestimmten Zuständen geht, also z.b. extrem abgekühltes Helium was dann "supraflüssig" wird..

Zur Dekohärenz: Das wäre z.b. ne Erklärung warum sich makroskopische Objekte nicht so verhalten wie Teilchen.. aber daß es keinen bewussten Beobachter mehr braucht sondern irgendetwas was mit dem System zusammenwirkt, is natürlisch voll unmagisch wa *gg*

@Bodecea: Also "Esobabbel" würde mich ja net so stören - so langsam würde ich sagen: Mich stört wenn etwas dadurch "fundiert" werden soll, (egal ob es Esobabbel ist oder was anderes) daß Quantenphysik ausm Zusammenhang genommen und irgendwie so verschliffen wird, daß man zu falschen Schlüssen kommt..
Bodecea - 29. Jan, 13:33

Huhu Distelfliege,

zum Film kann ich nichts sagen, da ich ihn noch nicht kenne - aber wenn man was lesen will, was (für meinen Geschmack) ganz gut zwischen den Extremen "Quantenphysik ist Quantenphysik, und komm mir ja nicht mit Esobabbel" und auf der anderern Seite "Oh, toll, alles ist relativ, Magie ist bewiesen" liegt - ich fand vor einigen Jahren die Bücher von Fritjof Capra sehr denkanregend, vor allem Wendezeit, das neue Denken und das Tao der Physik. Weiß nicht, ob du das kennst, aber ich fand es damals interessant (mal wieder lesen muss).

Bodecea

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