Atomunfall
Ich hab mir da mal Gedanken gemacht... der Anlass ist ja klar.
Mir ist da ein guter Grund zum Ausstieg eingefallen: Gegner des Atomausstiegs argumentieren ja gerne damit, dass bei uns ein Ausstieg nichts nützen würde, weil Nachbarländer weiter Atomreaktoren betreiben, und im Falle des Falles das Land bis zu uns hin trotzdem verseucht würde.
Ja, das mag ja alles sein, zum einen ist diese Argumentation insofern hanebüchen, weil ich ja auch nicht vom Dach springe, nur weil es die anderen auch tun - und zum anderen... denke ich über ein ethisches Problem nach.
Nach dem Unfall von Tschnernobyl mussten am Unglücksreaktor tausende von Menschen (in dem Fall Soldaten) bei Aufräumarbeiten "verheizt" werden. Sonst wäre alles noch viel schlimmer geworden. In Japan riskieren Menschen ihr Leben, um das Schlimmste zu verhindern.
Durch die Natur der Kernenergie ist die Katastrophe auch nach der Katastrophe eine solche, und es ist im Ernstfall erforderlich, Menschen in den Tod zu schicken, ja, und das wär was, was man sich mit einem Atomausstieg dann konsequent ersparen würde: Für einen Unglücksreaktor im Nachbarland müsste dann halt das Nachbarland sein Militär, seine Hilfsdienste, die Angestellten der Energiekonzerne an der Unfallfront "verheizen".
Selbst wenn die ganzen Umweltgefahren aussen vor wären, müsste man alleine schon aufgrund dieser Tatsache aussteigen, weil es einem Staat einfach nicht zusteht, seine Bürger im Namen der Produktion elektrischen Stroms zu lebensgefährlichen Einsätzen zu verpflichten. Oder drastischer ausgedrückt: Zu Himmelfahrtskommandos aufzustellen. Das ist schon in ganz anders begründeten Kriegen ein ethisches Problem - in Bezug auf schnöde Energieproduktion geht das einfach mal gar nicht, finde ich. Das geht schlicht nicht.

Ruine des Vergnügungsparks Plänterwald, Berlin
Mir ist da ein guter Grund zum Ausstieg eingefallen: Gegner des Atomausstiegs argumentieren ja gerne damit, dass bei uns ein Ausstieg nichts nützen würde, weil Nachbarländer weiter Atomreaktoren betreiben, und im Falle des Falles das Land bis zu uns hin trotzdem verseucht würde.
Ja, das mag ja alles sein, zum einen ist diese Argumentation insofern hanebüchen, weil ich ja auch nicht vom Dach springe, nur weil es die anderen auch tun - und zum anderen... denke ich über ein ethisches Problem nach.
Nach dem Unfall von Tschnernobyl mussten am Unglücksreaktor tausende von Menschen (in dem Fall Soldaten) bei Aufräumarbeiten "verheizt" werden. Sonst wäre alles noch viel schlimmer geworden. In Japan riskieren Menschen ihr Leben, um das Schlimmste zu verhindern.
Durch die Natur der Kernenergie ist die Katastrophe auch nach der Katastrophe eine solche, und es ist im Ernstfall erforderlich, Menschen in den Tod zu schicken, ja, und das wär was, was man sich mit einem Atomausstieg dann konsequent ersparen würde: Für einen Unglücksreaktor im Nachbarland müsste dann halt das Nachbarland sein Militär, seine Hilfsdienste, die Angestellten der Energiekonzerne an der Unfallfront "verheizen".
Selbst wenn die ganzen Umweltgefahren aussen vor wären, müsste man alleine schon aufgrund dieser Tatsache aussteigen, weil es einem Staat einfach nicht zusteht, seine Bürger im Namen der Produktion elektrischen Stroms zu lebensgefährlichen Einsätzen zu verpflichten. Oder drastischer ausgedrückt: Zu Himmelfahrtskommandos aufzustellen. Das ist schon in ganz anders begründeten Kriegen ein ethisches Problem - in Bezug auf schnöde Energieproduktion geht das einfach mal gar nicht, finde ich. Das geht schlicht nicht.

Ruine des Vergnügungsparks Plänterwald, Berlin
distelfliege - 17. Mär, 14:50


was heisst sowas wie 4000 µ Sv/h ??? wird man bei der strahlung verheizt oder ist das wie der aufenthalt in einem flugzeug?. dazu hat mir mein bruder folgende übersicht gegeben und ein paar dinge erklärt: http://xkcd.com/radiation/
so richtig viel schlauer bin ich dadurch zwar nicht geworden und die grundlegende ethische frage wird dadurch auch nicht wirklich geklärt, aber meine horror himmelsfahrt szenarien, dass den arbeitern in fukushima sofort wegen verstrahlung 'die haare ausfallen', wenn sie sich dem gebiet auch nur nähern, hat sich etwas relativiert.
mir wurde dadurch der eindruck vermittelt, dass menschen kurzzeitig sehr hohe strahlendosen unbeschadet überstehen, und dass damit auch die arbeiten in so notfall situationen nicht blindlings und unkalkuliert laufen.
naja, aber das wird sich dann eher rückblicken zeigen, ob das stimmt.
4000 µ Sv/h = 4 mSv/h.
Man würde bei der Strahlung 2000 Stunden brauchen um die tödliche Dosis aufzunehmen.
Nur sprach der Yogeshwar bei Quarks und Co von 400 mSv/h, das sind 400x mehr, da würdest du nur noch 20 Stunden brauchen um die tödliche Dosis aufzunehmen.
Wenn du dir mal ansiehst, wo sich die Meßpunkte befinden, an denen diese Werte gemessen wurden, dann siehst du, dass sie sich kilometerweit von den Reaktoren entfernt befinden. Der einzige Messpunkt "Hauptgebäude", der 0,5 km von den Reaktoren entfernt ist, wird auf der Grafik nicht dargestellt, bzw. Werte von dem Messpunkt tauchen erst an Tagen auf, als die Strahlenwerte generell gefallen sind. Da steht auch: "Neu hinzugekommen sind seit dem 17.03.2011 die Messpunkte am West-Tor und am Hauptgebäude Nord." Du kannst da also keine Messdaten unmittelbar an den Reaktoren herauslesen, und Messdaten aus der näheren Umgebung erst ab dem 17.3.
Die Werte, denen die Techniker ausgesetzt sind, sind natürlich andere, die arbeiten ja direkt an der Anlage. Die 400 mSv/h sind ein absoluter Spitzenwert, wo man die Leute auch abgezogen hat, aber ich denke, dass direkt an den Reaktoren die Strahlung höher sein wird als 100 mSv/h. Und eben nicht 4 mSv/h.
Wie man's dreht und wendet, und durchrechnet, auf die Dosis von schweren Strahlenschäden von 2 Sv kommt man durchaus, und ich nenne das verheizen.
Auf der von dir verlinkten Grs-Webseite spricht man von folgenden Werten direkt an den Reaktoren, nicht an kilometerweit entfernten Messpunkten:
"Nach IAEA wurden auf dem Anlagengelände bis zu 400 mSv/h gemessen. JAIF berichtet von 30 mSv/h zwischen Block 2 und 3, 400 mSv/h neben Block 3 und 100 mSv/h neben Block 4. Nach Pressemeldungen geht man aufgrund eines Druckabfalls im Sicherheitsbehälter von einer Beschädigung der Kondensationskammer aus.
Und dazu noch, was gemessen wurde, als die Werte schon "unten waren" an den Messpunkten: "Ebenfalls am 17.03.2011 gegen 10:00 Uhr wurden nach Angaben des Betreibers ODL von 400 mSv/h an der landwärtigen Seite von Block 3 und 100 mSv/h an der landwärtigen Seite von Block 4 gemessen." das ist alles von der von dir verlinkten Seite.
400 mSv/h = 400 000 µ Sv/h = 1/5 der Dosis von 2 Sv bei der schwere, in manchen Fällen tödliche Strahlendosen auftreten. D.h. nach fünf Stunden bei diesen Werten kann man, muss aber nicht, durchaus schon an den Folgen sterben.
Danke für die Zahlen, die das, was ich bisher aufgeschnappt und ausgerechnet habe, bestätigen. Da das stark davon abhängt, wo genau man sich befindet, würde ich mich nicht drauf versteifen, dass zwangsläuftig Menschen sterben werden, aber Nachrechnen führt nun wirklich nicht dazu dass man zum Ergebnis kommt, es sei ungefährlich. Beileibe nicht!