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Diamonds on the soles of her Shoes

....Was bedeutet das wohl?
Was es für Paul Simon bedeutet, der das Lied geschrieben hat, ist mir immer noch etwas schleierhaft, aber was es mir selbst bedeutet, weiss ich ziemlich gut.
Diamanten auf den Schuhsohlen haben was mit Reichtum zu tun zum Einen, weil ich ein sehr reicher (reich beschenkter) Mensch bin.
Die wichtigere Bedeutung ist daß ich möchte.. mir wünsche.. Glitzerspuren zu hinterlassen, dort wo ich Spuren hinterlasse. Daß die Diamanten auf den Schuhsohlen glitzernde Diamantspuren machen. Eine Möglichkeit ein bischen von dem zurückzuschenken was ich geschenkt bekomme.
Klingt jetzt vielleicht pathetisch.. es bedeutet mir mehr daß es diese Spuren gibt, als daß die Diamanten irgendwo in Vitrinen oder in Ringe gefasst landen.
Ich bin sehr zuversichtlich diese Spuren machen zu können. Es braucht dazu nicht viel - sie machen sich von selber, so ähnlich wie der Tropfenregen der nach allen Seiten sprüht wenn man sich unter einen Wasserfall stellt.
Und es wird als verrückt angesehen, wenn jemand Diamanten auf den Sohlen hat und diese allenthalben mitten auf der Strasse verliert. "Da musst du doch was draus machen, wenn du schon Diamanten hast, musst du doch dran arbeiten, da liesse sich doch so viel..."
Als wenn es nichts wäre, "nichts draus machen" wäre, die Dinger einfach auf dem Weg zu hinterlassen, einfach in die Pampa reinzutanzen, als ob das was Verrücktes wär.
Woher kommen sie sonst, die kommen daher, weil sie auch von Anderen einfach so hinterlassen werden.
"Sol lucet omnibus" sagt der Asterix-Lateiner - "die Sonne scheint für alle" und das heisst, daß die Sonne aus ihrem Scheinen (sich) nichts macht, sondern einfach scheint.

Frage: Was soll das heissen "Etwas aus seinem Leben machen"? Mach aus deinem Leben Etwas. Etwas Anderes. Dann hast du Etwas, nur halt kein Leben mehr?

Biste was, kannste was, haste was, machste was aus einem Leben, das sind alles Lügen die dazu führen daß du nicht mehr weisst wer du bist, nicht mehr hauptsächlich machst was du am besten kannst, nicht mehr schenkst sondern hast, und nicht mehr lebst, sondern "Etwas". (An dieser Stelle fehlt absichtlich ein Verb)

Diamanten auf den Schuhsohlen haben ist das Gegenteil von "Du Etwas". Es ist ein "Danke".

Paul Simon "The Coast":

"We are standing in the sunlight
The early morning sunlight
In the harbor church of st. cecilia
To praise a soul’s returning to the earth
To the rose of jericho and the bougainvillea"

Oder das hier:
(feuersang)
"...Für den Klang, für den Sang, helles Feuer
Für den Tanz heiß gerittener Nacht
Für den Kampf mit dem häßlichsten Ich-Ungeheuer
Und seine Verwandlung in Pracht..."
von den Singvøgeln.

(Ah jetzt hab ichs.. Alt gedrückt halten und 155 = ø)
MMarheinecke - 20. Feb, 08:25

Damit zerstreut sich meine Hypothese

Meiner Überlegung: Das Karo auf Spielkarten heißt auf Englisch "diamont", weshalb Raute auch "diamont shape" heißt. Es gibt Schuhe mit Rautenprofil - meistens Arbeitsschuhe, Wanderschuhe, Stiefel.
Ein Bekenntnis zum festen, praktischen, "gut geerdeten" Schuhzeug - gegen Stöckelschuhe usw..

Zia - 20. Feb, 14:11

Glitzerspuren hinterlassen...

.... das find ich ein schönes Bild. Das werd ich adoptieren. ;-)
Grüsslis
Zia

distelfliege - 20. Feb, 21:11

Deine Glitzerspuren..

..stelle ich mir als die glänzenden Tautropfen in deinen Kräuterwiesen vor... und als deine Knochenaltäre :)
Legatus - 20. Feb, 14:19

Ich beneide diejenigen die das können...so einfach ihre Glitzerspur aus Diamten hinterlassen und damit andere Menschen glücklich machen...ein schönes Bild mit noch schöneren Gedanken dahinter. Danke dafür.

Karan - 20. Feb, 20:10

Die Schönheit, die Deine Augen sehen, schenkst Du der Welt vervielfacht zurück.

Danke...

distelfliege - 20. Feb, 21:10

..so sprach die Klangweberin..

..die Worte und Töne zu ganzen Welten webt, und sagts in einem einzigen Satz :-))))

und Danke dir!
MMarheinecke - 20. Feb, 22:32

Kristalle mit Füßen treten ...

... auch ein schöner Gedanke, vielleicht mit bösem Hintergedanken an den Kristallkult der Eso-Szene. Und kristallenen Spuren hinterlassen, aus zerbrochenen Diamanten - der Gedanke zieht mich geradezu magisch an. Wie das Lied "Feuersang". Das Lied, bei dem ich so leicht in Tränen gerate, die - leider - nur Tränen den Sentimentalität sind. Aber zum Glück auch keine Tränen aus Kristall - die kalte Tränen des Selbstmitleides und der Heuchelei.
Wahre Tränen sind Tränen des Schmerzes. Schweiss, Blut und Tränen! Keine Schönheit ohne Schmerz.

Verzeih mir meine wirren Gedanken.

distelfliege - 21. Feb, 18:44

Hm...

...irgendwas mit Füssen treten ist eigentlich kein schöner Gedanke für mich. Man könnte sagen, ein bisweilen befriedigender Gedanke - aber schön?

Ich ziehe Tränen aus Sentimentalität vor - die Tränen aus Schmerz sind halt leider schmerzhaft.. vor allem diejenigen die aus seelischem Leid entstehen.
Ich bin ja letztes Jahr mit einer Knieverletzung darniedergelegen und als mir das passiert ist, habe ich wegen körperlichen Schmerzen geweint. Und mir fällt auf, daß die Male, an denen ich wegen körperlichen Schmerzen in den letzten 10 Jahren geweint habe, an einer Hand abzuzählen sind. Toi toi toi *auf Holz klopf*
Die Gelegenheiten zu denen ich aus seelischen Schmerzen geweint habe, sind viel mehr..
und am häufigsten sind die Gelegenheiten in denen ich geweint habe, weil ich gerührt war - von der Freundlichkeit und Güte anderer Menschen, wegen schönen Dingen, wegen Musik... wegen vielen Dingen..
Du klingst fast so als müsste man sich für diese Tränen entschuldigen.
Vielleicht sind die einzigen Tränen derer man sich wirklich schämen muss, die "Tränen aus Kristall" von Heuchelei - Nur muss mir dazu jemand noch erklären wie man aus Heuchelei Tränen produzieren kann.
Selbstmitleid? hm - dazu fällt mir ein: Selbstmitleid ist ein überflüssiges Wort. Wenn ich mit mir selbst mitleide, leide ich selbst. Selbstmitleid ist ersetzbar durch das Wort Leid. Susun Weed schrieb, daß Schmerz unvermeidlich ist, Leiden aber freiwillig - und trotzdem.. sind alle nur auf dem Weg, und manchmal leiden wir eben.
Zia - 21. Feb, 19:55

Und dann wären da noch...

...die
Lachtränen...
;-)
Zia

distelfliege - 21. Feb, 20:08

He,

..hier ist der emotionalo-sentimentalo-Blogeintrag, lachen ist strengstens verpooooooooooooten!
siam - 3. Mär, 14:41

damit beruhigst du

den "Werden"-Sturm, die Strudel die nicht ablassen wollen, auch hier zuhause nicht..
Schöne Gedanken, ich brüte fieberhaft seit vielen Jahren, was ich denn "daraus machen" könnte. Aber ich komme und komme zu keinem Ergenis außer: So sein halt. Und andere mit einbeziehen.
was könnte man denn aus einem Leben machen, sodass es keines mehr wäre? Ein gleich erschreckender Gedanke.

Kiwi (Gast) - 20. Apr, 19:38

Kann man Leben, ohne dieses Glitzern? Frag ich mich und bin geneigt zu glauben, dass es das Leben selber ist, das da funkelt.

> Woher kommen sie sonst, die kommen daher, weil sie auch
> von anderen einfach so hinterlassen werden.

Oh das ist ein schlauer Gedanke! (Und in Gedanke steckt passenderweise ein bisschen was von Gehen und Danken. *g*)

Möge es auch im Heute Gänzen und Funkeln von deinen Sohlen! Und falls der Blick für das Glitzern mal getrübt ist, sollen die Diamanten knirschen unter den Füßen, um unaufdringlich daran zu erinnern, dass da doch was ist, unter den Sohlen...

lg
Kiwi

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