Reisebericht
Komisch - so ein Flug dauert fast nur so lang wie zwei U-Bahnfahrten. Und dann steht eine plötzlich an einem Flughafen der "Rote Quelle" (Fontanarossa) heisst, und es ist warm, und alle reden italienisch.
Fast der erste Anblick beim Rauskommen ist der Mongibello, so nennt mensch da den Ätna. Da kommt immer Rauch raus (aber das weiss eh jeder) und es liegt Schnee drauf. Auf der Strasse durch Catania kommt man an Lavagebirgen von fast schwarzer Farbe vorbei - das stammt noch von einem Ausbruch aus dem 17. Jahrhundert, oder man hat die ganzen Lavamassen aus irgendeinem Grund dorthingeschafft ;-)
An den Ausläufern der "Monti Peloritani" (zu denen es in der Wikipedia keinen Artikel gibt) schlängelt sich der Suzuki die Serpentinen rauf, und ich habe gar nicht mehr (wie beim ersten Mal) das Gefühl jederzeit auf die Küstenstrasse, die jetzt senkrecht darunter erscheint, stürzen zu können.
Die Peloritanischen Berge sind der dunkle Strich vom weissen Ätna-Punkt nach der Nordspitze: Satellitenbild
In der Meerenge zwischen dem italienischen Festland und Messina sollen Skylla und Charybdis dem Odysseus aufgelauert haben. Charybdis soll gestaltlos sein. Sie ist auch ortlos, weil auf der einen Seite gibt es einen Ort der "Scilla" heisst, aber keinen Ort auf der anderen Seite, der nach Charybdis benannt ist. In einem Laden habe ich aber einen Tonteller gesehen, auf dem Charybdis als eine Art Meereskrabbenmonster dargestellt war. diese Krabbenart heisst z.b. tatsächlich Charybdis.
Das peloritanische Gebirge liegt nördlich des Ätna und ist im Inneren quasi menschenleer. Strassen gibt es an der Küste und ein Stück in die Berge hinein, wo sie hinter dem letzten Dorf enden. Danach existieren zwar noch Wege und Pisten, die sind aber mit einem normalen Auto nicht befahrbar. Einige noch mit einem Geländewagen. Es ist üblich, vor dem Eintritt in eine Kurve ohne Sicht zu hupen um evtl. Gegenverkehr zu warnen. Und das hat Wikipedia zum Bewuchs zu sagen: Macchia
Wobei in den menschenleeren Teilen des Gebirges auch viel Wald ist, wo Esskastanien wachsen. Die sind aber um diese Jahreszeit nicht reif. Um diese Jahreszeit ist Weidesaison, jedenfalls waren überall an den Hängen Schaf- und Ziegenherden mit und ohne Hirten unterwegs. Auch Kühe sind gute Kletterer, jedenfalls haben sie keine Höhenangst und stehen eiskalt auf Felsnadeln über der Strasse herum.
Ausserdem sind diese Berge ein Mekka für Steine - überall erheben sich Felswände, die aus den unterschiedlichsten Gesteinen sind. Die meisten sind aus zusammengebackenen Schichten, da ist Schiefer drin und Quarz und Sandstein, Gneise und Granit. (Nicht daß ich mich da auskenne)
Und in allen Farben, rot, gelb, grau, weiss, braun.
Überhaupt Farben.. gelber Ginster auf schwarzer Lava, das schaut stark aus..
Interessant ist vielleicht auch die Tatsache, daß es in traditionellen Restaurants nicht oder nur an manchen Tagen Pizza gibt. Mittags gibt es Pizza nur in absoluten Tourischuppen am Meer, wer wirft auch schon in der Mittagshitze gern den Holzofen an. Ich esse zwar gerne Pizza, aber kam gut damit zurecht daß es sie auf Sizilien weitaus seltener gibt als in Berlin.
Touri-Kitsch an Steuerbord
Weniger schlimmer Tourikitsch - sogar eigentlich ganz schön - das ist die Trinacria, die auch gleichzeitig auf der Sizilianischen Flagge erscheint. Auf der Flagge hat sie noch drei Kornähren dabei. Sie symbolisiert mit ihrer Triskelform die drei Ecken Siziliens, welches auch mal Trinacria geheissen hat. Sie selber ist ein wenig gorgonisch angehaucht mit ihrem Schlangenhaar.
So, das war es für heute erstmal. Wen es interessiert, hier ist noch der Wikipedia-Artikel über die Frühgeschichte Siziliens. Die Höhlenmalereien und Hünengräber habe ich leider nicht gesehen, da die Insel doch ziemlich gross ist, und die von meinem Standort arg weit weg lagen.
Wobei Cefalú noch gegangen wäre. Aber vielleicht ein anderes Mal :)
Fortsetzung folgt..
Fast der erste Anblick beim Rauskommen ist der Mongibello, so nennt mensch da den Ätna. Da kommt immer Rauch raus (aber das weiss eh jeder) und es liegt Schnee drauf. Auf der Strasse durch Catania kommt man an Lavagebirgen von fast schwarzer Farbe vorbei - das stammt noch von einem Ausbruch aus dem 17. Jahrhundert, oder man hat die ganzen Lavamassen aus irgendeinem Grund dorthingeschafft ;-)
An den Ausläufern der "Monti Peloritani" (zu denen es in der Wikipedia keinen Artikel gibt) schlängelt sich der Suzuki die Serpentinen rauf, und ich habe gar nicht mehr (wie beim ersten Mal) das Gefühl jederzeit auf die Küstenstrasse, die jetzt senkrecht darunter erscheint, stürzen zu können.
Die Peloritanischen Berge sind der dunkle Strich vom weissen Ätna-Punkt nach der Nordspitze: Satellitenbild
In der Meerenge zwischen dem italienischen Festland und Messina sollen Skylla und Charybdis dem Odysseus aufgelauert haben. Charybdis soll gestaltlos sein. Sie ist auch ortlos, weil auf der einen Seite gibt es einen Ort der "Scilla" heisst, aber keinen Ort auf der anderen Seite, der nach Charybdis benannt ist. In einem Laden habe ich aber einen Tonteller gesehen, auf dem Charybdis als eine Art Meereskrabbenmonster dargestellt war. diese Krabbenart heisst z.b. tatsächlich Charybdis.
Das peloritanische Gebirge liegt nördlich des Ätna und ist im Inneren quasi menschenleer. Strassen gibt es an der Küste und ein Stück in die Berge hinein, wo sie hinter dem letzten Dorf enden. Danach existieren zwar noch Wege und Pisten, die sind aber mit einem normalen Auto nicht befahrbar. Einige noch mit einem Geländewagen. Es ist üblich, vor dem Eintritt in eine Kurve ohne Sicht zu hupen um evtl. Gegenverkehr zu warnen. Und das hat Wikipedia zum Bewuchs zu sagen: Macchia
Wobei in den menschenleeren Teilen des Gebirges auch viel Wald ist, wo Esskastanien wachsen. Die sind aber um diese Jahreszeit nicht reif. Um diese Jahreszeit ist Weidesaison, jedenfalls waren überall an den Hängen Schaf- und Ziegenherden mit und ohne Hirten unterwegs. Auch Kühe sind gute Kletterer, jedenfalls haben sie keine Höhenangst und stehen eiskalt auf Felsnadeln über der Strasse herum.
Ausserdem sind diese Berge ein Mekka für Steine - überall erheben sich Felswände, die aus den unterschiedlichsten Gesteinen sind. Die meisten sind aus zusammengebackenen Schichten, da ist Schiefer drin und Quarz und Sandstein, Gneise und Granit. (Nicht daß ich mich da auskenne)
Und in allen Farben, rot, gelb, grau, weiss, braun.
Überhaupt Farben.. gelber Ginster auf schwarzer Lava, das schaut stark aus..
Interessant ist vielleicht auch die Tatsache, daß es in traditionellen Restaurants nicht oder nur an manchen Tagen Pizza gibt. Mittags gibt es Pizza nur in absoluten Tourischuppen am Meer, wer wirft auch schon in der Mittagshitze gern den Holzofen an. Ich esse zwar gerne Pizza, aber kam gut damit zurecht daß es sie auf Sizilien weitaus seltener gibt als in Berlin.
Touri-Kitsch an Steuerbord
Weniger schlimmer Tourikitsch - sogar eigentlich ganz schön - das ist die Trinacria, die auch gleichzeitig auf der Sizilianischen Flagge erscheint. Auf der Flagge hat sie noch drei Kornähren dabei. Sie symbolisiert mit ihrer Triskelform die drei Ecken Siziliens, welches auch mal Trinacria geheissen hat. Sie selber ist ein wenig gorgonisch angehaucht mit ihrem Schlangenhaar.
So, das war es für heute erstmal. Wen es interessiert, hier ist noch der Wikipedia-Artikel über die Frühgeschichte Siziliens. Die Höhlenmalereien und Hünengräber habe ich leider nicht gesehen, da die Insel doch ziemlich gross ist, und die von meinem Standort arg weit weg lagen.
Wobei Cefalú noch gegangen wäre. Aber vielleicht ein anderes Mal :)
Fortsetzung folgt..
distelfliege - 12. Mai, 20:23


ich muß da auch malwieder hin!!!
danke für den Bericht. Er hat mir gezeigt wie dringend notwendig es für uns ist, mal wieder dorthin zu reisen.
Ach Catania, wie habe ich es geliebt durch diese Stadt zu streifen.
Ja, auf Sizilien ist ein Stück von mir zurückgeblieben, in einer ganz bestimmten Grotte am Strand, etwas südlich von Taormina, und es ruft und ruft und ruft....
lg
Renate