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Art Journaling: Doodlefonts + Klebstoff.

Ich weiss nicht, wieso, aber das Herumkleben, -kritzeln, -stempeln und das so lange, bis die ganze Seite voll ist, hält mich gerade über Wasser. Es entspannt sehr. Jaja, mehr als Stricken! Überhaupt ganz anders als stricken - beim stricken ist das eher eine Meditation, bei der ich manchmal zu arg ins Grübeln gerate. Stricken ist Hände beschäftigen und sich Sorgen machen dabei, wenn es schlecht läuft. Ich kann nur stricken, wenn es mir einigermassen gut geht und ich Lust und Muße habe, schöne Podcasts zu hören, was zu glotzen oder einfach mit Herrn Distelfliege oder anderen lieben Leuten nebenher zu reden.
Art Journaling ist in andere Welten abtauchen, Bilder erschaffen, mit bunten Farben rumsplashen, mit verschiedenen Materialien knistern und dabei die Gedanken verarbeiten, die eine_n bedrücken. Oder sie völlig vergessen, je nachdem. Art Journaling kann ich machen, wenn ich Zeit habe, es mir aber nicht so gut geht, ich mich irgendwie schlecht fühle. Danach geht es mir immer besser. Also, bis jetzt jedenfalls. Ohne Ausnahme.

Mir geht es zeitweise schlecht, weil zum einen vielleicht die Jahreszeit aufs Gemüt geht, die Dunkelheit, die Kälte.. und zum anderen geht die Jahreszeit auch anderen Menschen auf die Nerven. Und da gab es einfach in den letzten Wochen immer mal wieder zwischenmenschlichen Stress. Und dazu kommt auch noch, dass ich seit schon längerer Zeit entweder zuviel vor habe, oder zu viel für die Arbeit tue, und deshalb zu dem, was ich noch so machen möchte, nicht mehr komme. Wenn ich über längere Zeit keine richtige Ausgewogenheit hinbekomme zwischen Nützlichem und Angenehmem, zwischen Arbeit und Ausruhen, dann staut sich Frust an, dann werde ich kraftlos, dann besteht die Gefahr, dass ich in eine leichte Depression reinrutsche. Ich habe heute einen Artikel auf Takeover.beta über Leben mit Depressionen gelesen, und war erstmal ein wenig erschrocken, wie bekannt mir der Punkt "Überwindung" gerade wieder vorkam.

Neulich, im Podcast, habe ich ja auch gemeint, ich muss dringend wieder "tägliche Entschleunigung" machen, mir was Gutes tun. Allein der Satz: Ich muss dringend entschleunigen, aber schnell! Das ist doch paradox. Aber das muss einfach wirklich sein.
Ich habe mir für den Dezember ja mal wieder allerhand vorgenommen, auch ein wenig nach dem Motto "Da musst du jetzt einfach durch". Ist ja auch so, muss ich jetzt einfach. Ich will es ja auch. Aber ich werde mich dieses Wochenende mal mit dem Thema beschäftigen, was ich zum Auftanken und Entspannen in der Zeit tun will und das dann auch verbindlich einplanen.

Im Moment ist das Art Journaling wirklich gut. Ich hatte in den letzten Wochen wirklich so mehrere Abende, die ich statt mich zu entspannen, mit äusserst schlechten Gefühlen, Schmerz und Verletzung herumsaß und da tat es wirklich sehr gut, das in Bildern zu verarbeiten. (Die stelle ich aber nicht ins Blog)

Gestern war einfach nur der erste Tag der frei war, nach 7 Tagen arbeiten am Stück und dazwischen auch Tage, an denen ich ausser zum pennen gar nicht richtig zuhause war. An den meisten Tagen lohnte es sich gar nicht, das Teestövchen anzuzünden, weil der Tee sowieso kalt werden würde, weil ich aus dem Haus gehen würde.
Da bin ich also gestern dann, an meinem freien Tag, schön mit meinen Farben herumgesessen, habe inspirations-Videos geschaut und gemalt, gezeichnet, gedoodlet und geklebt und mich am Ergebnis erfreut.

Und hier sind die Ergebnisse:

Inspiriert von

Get off the Ship

Schriften-Testseite

Noch mehr Schriftentest

Und heute? War ich eine Stunde beim Rückensport bei entspannender Musik, was ja auch immer eine schöne Entschleunigung ist. Doch, heute gehts mir gut. Das heisst: Ich greife gleich zu den Stricknadeln!
ella (Gast) - 30. Nov, 23:15

ich kann das sehr gut nachvollziehen, was du schreibst. ich hab früher, vor dem stricken, auch viel gezeichnet und mit ölfarbe gemalt und war darin sogar mal richtig gut und so...und bis heute bin ich der meinung, dass mir die kunst geholfen hat, dinge zu verarbeiten, an die keine therapie je herankam. mit beginn des studiums hatte ich dafür keine zeit und keinen platz mehr (und habe das auch an meiner seelischen (un-)ausgeglichenheit gemerkt). heute stehen meine alten, aber immer noch brauchbaren malsachen, die ölfarben, das terpentin, die firnisse, die pinsel und spachtel und all das zusammn mit anderen crafting- und kinderbastelsachen in unserem großen kreativschrank. irgendwann werde ich die schachtel mit den ölfarbentuben vielleicht wieder öffnen. ich vermisse die art und weise, wie man sich mit solcherlei eine art, sich kreativität völlig in sich selbst verlieren kann, auf die gute art, übers papier fliegen, die musik mitsingen, die zeit völlig vergessen und plötzlich ist es dunkel draußen, oder schon wieder hell. künstlerisch zu betätigen, die in ein leben mit bald drei kleinen kindern nicht ganz so gut reinpasst, aber es ist schön, an das gefühl erinnert zu werden.
deine bilder spiegeln ehr schön wieder, was für eine bunte, schillernde, vielschichtige persönlichkeit du bist. alles leuchtet und strahlt, selbst wenn du traurig warst, als du es gemalt hast.

ella (Gast) - 30. Nov, 23:51

...eine art, sich künstlerisch zu betätigen...sollte das im letzten satz vor dem absatz heißen. hats irgendwie verschluckt.
distelfliege - 1. Dez, 00:56

Dazu fiel mir gerade eine Geschichte ein: Meine Mutter ist auch sehr künstlerisch unterwegs, kann gut zeichnen usw. - als ich Kind war, bekam ich davon nichts mit, weil sie wahrscheinlich auch keine Zeit hatte und das ins Leben so gar nicht reingepasst hat. Ich kam durch Zufall drauf, weil ich auf dem Dachboden einen Karton mit wunderschönen Zeichnungen fand und dachte, ich hätte den reinsten Schatz entdeckt, und dann stellte sich raus, es waren ihre.. Aber nachdem die Kinder nicht mehr klein waren, ist sie ja wieder künstlerisch durchgestartet.
edith (Gast) - 1. Dez, 20:44

Dann muss die künstlerische Ader vererbt sein.

Alles Liebe
edith

Phacelia (Gast) - 2. Dez, 11:31

Also, zuerst sage ich gleich mal, dass mir deine Werke richtig gut gefallen!!

Und zum November-Blues: Ich denke, es ist ganz normal und nachvollziehbar, dass man im November etwas wehmütig wird. Das fehlende Licht, dass noch nicht durch die 'Freuden' des Winters (Schnee, Eis) ausgeglichen wird und das Loslösen von Altem macht einfach traurig. November ist nun mal auch der traditionelle Erinnerungs- und Totengedenkmonat. Viele unsere Vorfahren hatten dabei aber immer die Gewissheit vor Augen, dass an Weihnachten das 'Heil' in der Person von Gottes Sohn zur Erde kommt und neue Hoffnung schenkt. Diese Empfindung ist heute kaum noch da. Der Konsumgedanke der ganzen Betlehem-Ralley, das ewige Kaufen, Schenken, Noch-Erledigen-Müssen hat das überlagert. Ich bin selber auch kein Kirchenmitglied, aber dass das Längerwerden der Tage ab 21.12. neue Freude, neue Hoffnung und auch neue Pläne, Projekte,.... fördert, erlebe ich recht stark.
Tja, wie aber die dunkle Zeit bis zur Sonnenwende durchleben? Ich nehme mir Zeit für Erinnerungen, für Trauriges, für Abschiede, - ich höre derzeit täglich das Lied "Lisch aus, mein Licht" ,
http://www.youtube.com/watch?v=3nX40kcvV3g
weil es meine derzeitige Stimmung so gut ausdrückt. Dann ist es aber auch wieder gut und ich kann in meinem Tagwerk fortschreiten und die Stimmungen haben ihren Platz und überlagern nicht alles, was ich sonst noch mache.
(Bitte nicht falsch verstehen: Ich spreche hier nur von einfachen jahreszeitabhängigen Stimmungsschwankungen und nicht von echten Depressionen, dazu kann ich nichts sagen).
Viele Leute verdrängen die dunkleren Stimmungen und wollen unbedingt die (gesellschaftlich geforderte) positive, aktive, freudige Vorweihnachtsausstrahlung haben. Daher könnte es kommen, dass man im November doch öfters mit Menschen aneinandergerät, sich missversteht, Trennungsgefühle verspürt. Vielleicht sollte man das eher als jahreszeitentypisch und vorübergehend betrachten und nicht zu schwer nehmen....
Jetzt bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich das hier posten soll, aber ich mach's einfach mal - bitte nicht falsch verstehen

distelfliege - 2. Dez, 20:54

Huhu, also ich habe den Kommentar nu mit etwas gemischten Gefühlen gelesen.
So auf den allgemeinen Novemberblues und die dunkle Jahreszeit bezogen, finde ich da viele gute Ideen und Gedanken. Sich auf den Rhythmus der Jahrezeiten einzustimmen kann auch sehr entschleunigend und gut für die Psyche sein, denke ich.
Was mich irritiert hat, war dass du den Weihnachtsstress, den Konsumterror und den Druck, festlich-positiv gestimmt zu sein, als das mögliche Problem benannt hast. Weil das auch der Punkt ist, wo ich mich so gar nicht wiederkenne.
Nenya (Gast) - 10. Dez, 11:13

Wunderschöne Seiten!

Die gefallen mir wirklich außerordentlich gut, tolle Farbcombi und schöne Texturen! Und das Bild von dir ist auch richtig klasse!
Und ich bin grad etwas verwundert zu lesen das du solche Seiten nur dann zustande bringst wenn es dir nicht so dolle geht, das sieht man den Seiten schon mal gar nicht an. Das sit ja mal interessant!
Ist das jetzt nur beim Art Journaling so oder generell beim malen?

Lieben Gruß
Nenya

distelfliege - 10. Dez, 12:20

Hm, da hast du mich missverstanden. Ich male auch, wenn es mir gut geht. Ich schrieb, dass ich nicht stricke, wenn es mir schlecht geht, und dann male ich lieber..

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