Die urbane Spinnstube - Episode 49: Merinoquälerei Down under.
Wie der Titel schon sagt, ist das Hauptthema dieser Folge etwas traurig, wer also nicht so Lust hat, mit Tierquälerei sich zu beschäftigen, vielleicht die Folge überspringen. Ich habe das aber relativ gewaltfrei gestaltet, das heisst, ich rede nicht mit Worten, wo mensch sich dann zwangsläufig furchtbare Dinge vorstellt, sondern mit "harmlosen" Worten, die am Anlass gemessen vielen vielleicht wieder zu harmlos sind. Ich möchte aber nicht euch Hörende fremdbestimmt konfrontieren, sondern wenn ihr wollt, dann könnt ihr ja selbst weiter nachlesen im Netz. Ich hasse es, so schockartig mit brutalen Bildern konfrontiert zu werden, und deshalb habe ich meine Worte bewusst harmlos gewählt. Ansonsten gehts um Strickstücke, die mich angreifen und um eine Art Journaling Künstlerin.

Zuerst mal zum Download:

http://www.spiritvoices.de/pod/ep49.m4a

Wenn ihr die Datei als mp3 benötigt für euer Abspielgerät, könnt ihr die Adresse oben kopieren und hier im Online-Konverter eingeben. Dieser konvertiert sie direkt von meinem Webspace und bietet euch danach die Datei als mp3 zum Herunterladen an.
Zum Abonnieren habe ich diesen Feed:
http://feeds.feedburner.com/distel
Und direkt in iTunes zum abonnieren öffnen lässt sich der Feed mit diesem Link:
itpc://feeds.feedburner.com/distel
Und hier die Shownotes:
Housekeeping
Danke für die Kommentare und die Infos die ihr noch zum Beleuchtungschaos beigetragen habt! Das gab ja viel Feedback zum Thema LED Lampen :)
Danke fürs Flattren an Regina, und (das ist erst nach der Aufnahme gekommen, daher konnte ich das in der Folge nicht mehr ansprechen) an Gudrun!
Und ich traf auf dem Blog von Emmeline "Too Wool for Cool" auf meine Spinnstube und möchte mich für die nette Rezi bedanken!
Stricken
Ich stricke die "Gentlemens Socks for Evening Wear" aus "Knitting Vintage Socks" von Nancy Bush.
Dabei gab es eine Riesen-Knitting-Attacke! Ich habe die Maschenprobe nicht erreicht und mein Socken war viel zu groß! Raaah!
Ich habe dann alles aufgeribbelt und da ich keine kleineren Nadeln besitze, habe ich einfach das Muster umgerechnet mit Hilfe der "Schlüsselzahl". Dabei teilt man die gewünschte Zahl durch die gegebene Zahl und erhält die sog. "Schlüsselzahl". Damit multipliziert man dann alle umzurechnenden Zahlen und bekommt die gewünschten Zahlen.
Also, Beispiel: Im Muster steht, schlage 76 Maschen an, MaPro = 34 M/10cm.
Ich habe aber nur 30M/10cm. Wieviel Maschen soll ich dann anschlagen?
Dann nehme ich 30 : 34 = 0.88 (Das ist die Schlüsselzahl)
Mit 0.88 multiplizier ich jetzt alle Zahlen die in dem Strickmuster vorkommen, z.b. Schlage ich dann halt nur noch 66 Maschen an. 76 x 0.88 = 66.9 (hab ich dann abgerundet... weil 67 Maschen lässt sich doof verteilen).
Eigentlich müsste das nun so gehen.
Dann habe ich noch festgestellt, dass ich das Muster dieser Socken schon mal gestrickt hatte, denn in dem "Genialen Sockenworkshop" von Ewa Jostes und Stephanie van der Linden gibt es die Socken "Krauses Wellenspiel" und das sieht genauso aus. (Nachtrag: Habe eben das Buch rausgeholt und es ist doch nicht das selbe Muster. Komisch, wieso kam mir das so bekannt vor? Vielleicht von den Houdini Socks von Cat Bordhi?)
Dafür habe ich das "Rambler" Muster aus "A second treasury of knitting patterns" von Barbara Walker benutzt und fand es nicht so schön. Das habe ich dann wieder geribbelt.
Dann habe ich das Seaweed Muster rausgesucht aus dem selben Buch *ächz* und das stricke ich gerade und will mal schauen ob es mir gefällt.
Ich stricke aus handgefärbter Zitron Trekking Tweed von Jacko.
Spinnen und urbane Selbstversorgung - heute als: das Kombi-Segment!
Es geht um Merinowolle aus Australien und Neuseeland. von Tierschutzorgas wie der Peta (aus Absicht keine Verlinkung) hört man Schlimmes - was ist denn dran?
Ja, laut meinen Recherchen ist leider wirklich was dran an dem sogenannten "Mulesing", das ist eine Operation, bei denen Schafen der Popo skalpiert wird. Damit verhindern die australischen Schafbäuer_innen, dass sich eine bestimmte, um 1900 eingeschleppte Fliegenart im den wolligen Hautfalten einnistet. Die "Blowfly", das ist eine Fliege, deren Maden leider gesundes Gewebe befallen und deshalb Schafe lebendig auffressen können. Die Krankheit nennt sich "Flystrike".
Hier die Seite der AWI (Australian Wool Innovation) zum Thema Flystrike Prevention - dort habe ich auch all die Infos über Flystrike, Mulesing und Alternativen her, die z.T. sehr verharmlosend geschrieben sind.
Alternativ könnte man den Schafen alle paar Wochen den Po rasieren, wie hier zu sehen:
Wikipdia: Crutching
Das ist aber teuer und "unwirtschaftlich" und wird daher von vielen Produzierenden abgelehnt.
Nach vielen Boykotten von Bekleidungskonzernen (z.B. in Schweden) haben Wollproduzent_innen in Australien und Neuseeland Wolle ohne Mulesing eingeführt, es gibt wohl Zerfifikate und Labels, allerdings nicht bei uns. Anscheinend wird das System der Unterscheidung von Nicht-gemuleseder Wolle und gemuleseder Wolle bisher meist nur von hochwertigen Outdoorklamottenherstellerfirmen genutzt. Für uns als Stricker_innen findet sich keine Mulesing-frei deklarierte Wolle. Was ich sehr schade finde, denn wenn es dieses Marktsegment und die Deklaration schon gibt, wieso bekommen wir nichts davon mit und profitieren nicht davon? Viele würden sicher mehr bezahlen, wenn die Wolle ohne Mulesing produziert wäre.
Uns bleibt also mehr oder minder: Handspinnen aus explizit nichtaustralischer Wolle (und auch kein NZ-Lamm mehr, schnüff) und stricken aus herkunftsgesicherten Garnen wie Finkhof, Sassen, Opal Schafpate usw.
Angeblich gibt es bei Wingham Wool Works mulesingfreie Wolle, das müsstet ihr aber selbst mal nachfragen, denn ich hab das nur irgendwo in einem Blog gelesen und diejenige hatte das nicht selbst erfragt sondern auch nur so vom Hörensagen wiedergegeben.
Was ich gerade toll finde:
Da habe ich von der Mixed Media Künsterlin Traci Bautista gesprochen, der ich neulich auch einen eigenen Blogeintrag gewidmet habe.
Viel Spass dabei und bis demnächst!

Zuerst mal zum Download:

http://www.spiritvoices.de/pod/ep49.m4a

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Housekeeping
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Danke fürs Flattren an Regina, und (das ist erst nach der Aufnahme gekommen, daher konnte ich das in der Folge nicht mehr ansprechen) an Gudrun!
Und ich traf auf dem Blog von Emmeline "Too Wool for Cool" auf meine Spinnstube und möchte mich für die nette Rezi bedanken!
Stricken
Ich stricke die "Gentlemens Socks for Evening Wear" aus "Knitting Vintage Socks" von Nancy Bush.
Dabei gab es eine Riesen-Knitting-Attacke! Ich habe die Maschenprobe nicht erreicht und mein Socken war viel zu groß! Raaah!
Ich habe dann alles aufgeribbelt und da ich keine kleineren Nadeln besitze, habe ich einfach das Muster umgerechnet mit Hilfe der "Schlüsselzahl". Dabei teilt man die gewünschte Zahl durch die gegebene Zahl und erhält die sog. "Schlüsselzahl". Damit multipliziert man dann alle umzurechnenden Zahlen und bekommt die gewünschten Zahlen.
Also, Beispiel: Im Muster steht, schlage 76 Maschen an, MaPro = 34 M/10cm.
Ich habe aber nur 30M/10cm. Wieviel Maschen soll ich dann anschlagen?
Dann nehme ich 30 : 34 = 0.88 (Das ist die Schlüsselzahl)
Mit 0.88 multiplizier ich jetzt alle Zahlen die in dem Strickmuster vorkommen, z.b. Schlage ich dann halt nur noch 66 Maschen an. 76 x 0.88 = 66.9 (hab ich dann abgerundet... weil 67 Maschen lässt sich doof verteilen).
Eigentlich müsste das nun so gehen.
Dann habe ich noch festgestellt, dass ich das Muster dieser Socken schon mal gestrickt hatte, denn in dem "Genialen Sockenworkshop" von Ewa Jostes und Stephanie van der Linden gibt es die Socken "Krauses Wellenspiel" und das sieht genauso aus. (Nachtrag: Habe eben das Buch rausgeholt und es ist doch nicht das selbe Muster. Komisch, wieso kam mir das so bekannt vor? Vielleicht von den Houdini Socks von Cat Bordhi?)
Dafür habe ich das "Rambler" Muster aus "A second treasury of knitting patterns" von Barbara Walker benutzt und fand es nicht so schön. Das habe ich dann wieder geribbelt.
Dann habe ich das Seaweed Muster rausgesucht aus dem selben Buch *ächz* und das stricke ich gerade und will mal schauen ob es mir gefällt.
Ich stricke aus handgefärbter Zitron Trekking Tweed von Jacko.
Spinnen und urbane Selbstversorgung - heute als: das Kombi-Segment!
Es geht um Merinowolle aus Australien und Neuseeland. von Tierschutzorgas wie der Peta (aus Absicht keine Verlinkung) hört man Schlimmes - was ist denn dran?
Ja, laut meinen Recherchen ist leider wirklich was dran an dem sogenannten "Mulesing", das ist eine Operation, bei denen Schafen der Popo skalpiert wird. Damit verhindern die australischen Schafbäuer_innen, dass sich eine bestimmte, um 1900 eingeschleppte Fliegenart im den wolligen Hautfalten einnistet. Die "Blowfly", das ist eine Fliege, deren Maden leider gesundes Gewebe befallen und deshalb Schafe lebendig auffressen können. Die Krankheit nennt sich "Flystrike".
Hier die Seite der AWI (Australian Wool Innovation) zum Thema Flystrike Prevention - dort habe ich auch all die Infos über Flystrike, Mulesing und Alternativen her, die z.T. sehr verharmlosend geschrieben sind.
Alternativ könnte man den Schafen alle paar Wochen den Po rasieren, wie hier zu sehen:
Wikipdia: Crutching
Das ist aber teuer und "unwirtschaftlich" und wird daher von vielen Produzierenden abgelehnt.
Nach vielen Boykotten von Bekleidungskonzernen (z.B. in Schweden) haben Wollproduzent_innen in Australien und Neuseeland Wolle ohne Mulesing eingeführt, es gibt wohl Zerfifikate und Labels, allerdings nicht bei uns. Anscheinend wird das System der Unterscheidung von Nicht-gemuleseder Wolle und gemuleseder Wolle bisher meist nur von hochwertigen Outdoorklamottenherstellerfirmen genutzt. Für uns als Stricker_innen findet sich keine Mulesing-frei deklarierte Wolle. Was ich sehr schade finde, denn wenn es dieses Marktsegment und die Deklaration schon gibt, wieso bekommen wir nichts davon mit und profitieren nicht davon? Viele würden sicher mehr bezahlen, wenn die Wolle ohne Mulesing produziert wäre.
Uns bleibt also mehr oder minder: Handspinnen aus explizit nichtaustralischer Wolle (und auch kein NZ-Lamm mehr, schnüff) und stricken aus herkunftsgesicherten Garnen wie Finkhof, Sassen, Opal Schafpate usw.
Angeblich gibt es bei Wingham Wool Works mulesingfreie Wolle, das müsstet ihr aber selbst mal nachfragen, denn ich hab das nur irgendwo in einem Blog gelesen und diejenige hatte das nicht selbst erfragt sondern auch nur so vom Hörensagen wiedergegeben.
Was ich gerade toll finde:
Da habe ich von der Mixed Media Künsterlin Traci Bautista gesprochen, der ich neulich auch einen eigenen Blogeintrag gewidmet habe.
Viel Spass dabei und bis demnächst!
distelfliege - 3. Dez, 16:50


das war mal wieder sehr interessant zu hören.
Vom Mulesing hatte ich schon vor längerer Zeit gehört. Aber da mir neue Merinowolle eh zu teuer ist, bin ich bisher auf "gebrauchte" Wolle ausgewichen. Ich bekomme ja auch viel geschenkt, wenn andere Leute ihre Vorräte entrümpeln. Und ich trenne gnadenlos Sachen aus den eigenen Schränken auf, wenn ich sie nicht mehr trage und stricke daraus neu.
Ich finde ehrlich gesagt schon eine ganz normale Schafschur nicht so tierfreundlich. Oft wird das ja im Winter gemacht, wenn die Wolle schön dick ist. Und dann frieren die Tiere. Beim Scheren werden sie auch nicht gerade mit Samthandschuhen angefasst, da bricht schon mal ein Bein oder so.
Wie wir es auch drehen und wenden, gedankenloser Konsum ist problematisch. Selbst wenn es um so ein schönes Hobby wie das Stricken geht. Wir sollten halt immer überlegen, ob wir den x-ten Pullover wirklich brauchen. Und einfach mal öfter nutzen, was eh schon da ist.
Übrigens hat Dani von "comsume.be silent.die" (geiler Name!) gerade einen sehr lesenswerten Artikel geschrieben, in dem es unter Anderem auch um Konsum geht:
http://idogiveadamn.blogspot.de/2012/12/uber-die-vegane-weltrettungskackscheie.html
Jetzt habe ich Lust, Salsa zu tanzen. Das war mal wieder schöne Musik in Deinem Podcast!
Liebe Grüße,
Henriette
Wo kommt die Information konkret her? Aus unserer Spinngruppe hat auch eine schon beim Scheren mitgemacht in ihrem Heimatdorf, und in der Spinnszene merkt man eigentlich wann Schursaison ist, weil dann die Wolle oft in den Spinnforen angeboten wird. Das ist wirklich nicht im Winter! Im Gegenteil, man richtet sich nach dem Wetter, die Schafe werden erst geschoren, wenn die Kältezeit vorbei ist.
Den Artikel von Dani kenne ich schon, ich habe ihn auch kommentiert, aber da steht dann gar nicht "distelfliege" sondern "distels" drunter, weil irgendwie mein Wordpress Account so heisst.
Die Anfangsmusik ist eine ältere Aufnahme aus meinem Saxophonübungsbuch gewesen, da hatte ich echt nen guten Tag und mir gefällt die Aufnahme sehr. Ich frage mich ja manchmal ob ich eine feste Eingangsmusik haben soll, und da könnte es diese vielleicht sogar werden..
Das sommerlich-karibische war so ein Apple Loop aus Garageband, dem Aufnahmeprogramm.
liebe Grüsse
Distel
Die Schafschur im Winter kenne ich aus Tirol, wo die Schafe im Dezember geschoren werden. Aber gut, das kann eine Ausnahme sein und nicht die Regel.
Ich bin ja auch nicht grundsätzlich gegen Wolle. Aber wir müssen wirklich genau hinschauen, wo sie herkommt. Wie Du schon sagst.
In Deutschland wird meistens so im Frühjahr nach den letzten kalten Tagen geschoren, im Mai herum.
In Australien ist im Dezember Sommer. (Südhalbkugel)
In Tirol, ergab meine kurze Recherche, werden die Schafe im September nach dem Almabtrieb geschoren.
Also das hypothetische Schaf, das im Tiroler Winter von einem brutalen australischen Akkordscherer verletzt wird - da ham sich wohl ein paar nicht zusammenpassende Fakten ein wenig vermischt.
Ich mags deshalb nicht so stehen lassen, die "normale Schafschur" sei so eine furchtbare Tierquälerei. Die Schafhalter, die ich kenne, lassen auch im Akkord scheren und so schlimm finde ich das nicht. Für die Schafschur in Australien treffe ich keine Aussage, da habe ich mich nicht mit beschäftigt, aber du hast ja von der Schafschur allgemein und überall gesprochen. (Und dem widerspreche ich dann einfach).
Was ich von der Schur im Akkord bisher gesehen habe, fand ich brutal. Dabei bleibe ich. Ich kaufe mir daher (und wegen des Mulesings) weiterhin keine Wolle.