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Lese grad...

..ein Buch, was vor langer, langer Zeit mal ein großes Rauschen im deutschen Blätterwald verursacht hatte.
Nämlich "Hitlers willige Vollstrecker" von Daniel Goldhagen.

Mei, ist das schon wieder lange her: 10 Jahre etwa?

Ich hatte es früher schon mal versucht zu lesen, aber da hab ich noch studiert und fand nicht die Zeit - bisher lässt es sich ganz interessant an.

PS: Ich glaube nicht, daß ich eventuelle "Wir armen Deutschen, sind immer schuld" - Äusserungen hier im Blog diskutieren will (das war ja der Tenor vor 10 Jahren, als das Buch viele Abwehrreaktionen aus Deutschland erfuhr) und würde daher freundlich drum bitten diese hier nicht in Kommentare zu schreiben sondern von mir aus ins eigene Blog :)
baerin - 23. Jul, 19:04

Yeah...

...da bin ich doch schwer gespannt, was Du demnächst über Deine derzeitige Lektüre zu berichten hast!
Ich les grad den link zum Rauschen im deutschen Blätterwald und werd immer neugieriger... :-)
LG BärenSchwester

Edit: mein Vater sagt, daß es in klein- und gutbürgerlichen Kreisen noch in den 50er und 60er Jahren völlig normal und üblich war, sich bei der Skatrunde oder beim Sonntagskaffee über "das internationale Finanzjudentum", den "Juden, den Bolschewik" etc. pp. heftig aufzuregen.
Auch Leute, die Anti-Nazi eingestellt waren, waren so drauf.
Ein Schelm, der Böses dabei denkt...

MMarheinecke - 23. Jul, 23:03

Ich kenne und schätze das Buch

und kann mich auch noch gut an den Aufruhr erinnern, den es in den deutschen Medien erzeugte. Wobei ich manchmal den Eindruck hatte, ein anderes Buch als die Rezensenten (sogar im "Spiegel") gelesen zu haben, denn von "Kollektivschuld" ist bei Goldhagen nirgendwo die Rede, dafür aber sehr viel von der ganz persönlichen Schuld der einzelnen Täter (nix da mit "Befehlsnotstand" usw.). Ich vermute, Goldhagens These "keine Deutschen, kein Holocaust" hat die besagten Rezensenten so in Rage versetzt, dass sie gar nicht mehr sahen, was er wirklich schrieb.
Ich schätze Goldhagens Buch, weil es unbequeme und immer wieder unter den Teppich gekehrte Fakten enthält - die übrigens größtenteils von deutschen Staatsanwälten und Kriminalbeamten gesammelt worden sind. (Eine Schande, dass deutsche Gerichte aus diesem Material so wenig machten.) Aber: er blieb die versprochene "Erklärung und Theorie des Holocaustes" schuldig. Seinen Ansatz halte ich für extrem deterministisch: "die Deutschen" wollten seit eh und jeh "die Juden" loszuwerden, und der Krieg und das NS-Regime gaben ihnen den notwendigen Rahmen. (Jetzt übel vereinfacht.) Da bleibt ein großer schwarzer Kasten.
Andere, strukturalistische und sozio-psychologische Ansätze, führen da weiter. Aber das ist wirklich mehr ein Thema für mein eigenes Blog.

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