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Brutkästen.

Vorsicht. Der folgende Beitrag enthält Angriffe auf bestimmte Geisteshaltungen, nämlich die der "Overloadmama". Wenn das nicht gefällt, bitte erst gar nicht lesen.

...

Manchmal frage ich mich, was mich davon abhält mich zu vermehren.
Der Wille. Ich verspüre keinen Drang danach, Kinder in die Welt zu setzen, momentan jedenfalls nicht. Wäre der Wille da, würde sich auch ein Weg finden.

Und manchmal frage ich mich, warum es so etwas geben muß wie dieser unsägliche Artikel von Eva Herman.
"Deutschland bekommt kaum noch Kinder." schreibt sie. Wie denn auch, schon mal einen schwangeren Nationalstaat gesehen?
Die Ursachen liegen laut Herman in den Lebensentwürfen, die emanzipierte Frauen zu haben geruhen:

"Doch nicht das „System“ muss überprüft werden. Wir Frauen kommen nicht drum herum: Jetzt müssen wir uns selbst einmal kritisch betrachten und nach unserem Handeln als Frau in all unserer Verantwortung fragen."

Hier mal eine kurze Sammlung zum oben verlinkten Artikel - Eva Hermans Thesen sozusagen:

- Das Recht berufstätiger Mütter auf Selbstverwirklichung stellt Eva Herman wortwörtlich in Frage.
- soziologisch und biologisch sei "der Mann" der aktive, kraftvolle, starke und beschützende Part, "die Frau" dagegen der empfindsamere, mitfühlende, reinere und mütterliche Teil.
- diese Aufteilung sei schöpfungsgewollt und ihr liegt eine große "Gnade".
- Frauen, die sich selbst verwirklichen wollen, verstossen gegen die Gesetze, die das Überleben der Menschheit sichern.
- nur die weibliche Seite - also die Frau - sei in der Lage, die Familie zusammenzuhalten und ein Heim zu schaffen.
- dies sei die "wahre Stärke" der Frau, auf die sie sich besinnen soll.
- Wenn Frauen das Talent dafür haben, sollen sie selbstverständlich auch außerhalb der Familie wirken, aber "in Maßen".
- Emanzipiertes Verhalten bedeute eine Vermännlichung der Frau, und damit automatisch eine Entmännlichung der Männer.
- Niemand verteidige das Recht auf die Rolle als Hausfrau und Mutter.

....

Menschen, die wirklich immer noch meinen, Eva Herman würde nicht fordern, daß die Frau zurück an den Herd soll, möge den Artikel genau lesen. Und jeden der Punkte, die ich hier aufgeführt habe, werden sie dort finden können, und zwar mit Vehemenz und einer Wortwahl, die extrem auf die Spitze treibt und einem Weltuntergangsszenario angemessen wäre.

Eva Herman gibt vor, daß sie sich um die "Emanzipationsopfer", überarbeitete Frauen mit Doppel- und Dreifachbelastung sorgt. Sie gibt vor, sie wünsche nicht, daß alte Unterdrückungsmuster wiederkehren. Dies können aber in Anbetracht ihrer Thesen und ihrer Stoßrichtung nur Lippenbekenntnisse sein. Denn unter absolutem Ignorieren nicht einmal neuer, sondern schon jahrzehntealter soziologischer Theorien redet sie z.b. von einem Schöpfungsauftrag daher, von der Gnade der Mutterschaft, von Gesetzen zur Arterhaltung, und begründet das mit nichts außer einem religiösen Jargon. Genau diese "Gottgewollte Festlegung auf Heim und Herd" ist aber ein Unterdrückungsmechanismus. Wenn sie die Wiederkehr solcher Mechanismen nicht wünscht, wieso versucht sie selbst, diese anzuwenden? Sie spricht mit gespaltener Zunge.

Was Frau Herman ebenfalls vergißt, und worauf "Women of Color" in den USA hingewiesen haben, und worauf auch schon oft hingewiesen wurde: Die angebliche Rolle der Frau als Hausfrau und Mutter - ist weder alt noch naturgegeben - aber sie ist noch nicht einmal bei der Mehrheit der Frauen zu überhaupt irgendeiner Zeit vorherrschend gewesen. Bei uns in Europa beispielsweise, gab es das "Heimchen am Herd" weitgehend nicht. Frauen wie Männer mussten arbeiten, Leibeigene mussten auf den Feldern frönen, und höchstens die adelige Dame konnte sich auf das Besticken einiger Borten von Kleidern beschränken.
Auch nach der industriellen Revolution konnten es sich vielleicht die wenigen Frauen der Burgeoisie leisten, die Hausfrau zu geben, während Arbeiterfrauen zusätzlich zu den Reproduktionsaufgaben noch einen 16Stunden-Tag in der Fabrik zu leisten hatten.
In Amerika konnten es sich versklavte Afrikanerinnen nicht leisten, das Heimchen am Herd zu spielen, auch nach deren Befreiung oft nicht. Außerhalb von westlichen Ländern bin ich jetzt weniger geschichtlich gebildet.
Dennoch muß ich wirklich sagen, daß ich nicht verstehe, wie Eva Herman darauf kommt, daß die heute so genannte "Doppelbelastung" ein modernes Phänomen sei? "Doppelbelastung" der Frauen ist weder modern noch hat es etwas mit Emanzipation zu tun, es ist patriarchale Normalität, denen seit jeher nur reichere und privilegierte Frauen entgehen konnten - auch wenn sie dadurch noch lange nicht frei waren.

Ich frage mich auch, wieso es ein "Recht auf Heim und Herd für die Frau" zu verteidigen gilt. Nirgendwo in irgendeinem Gesetz ist es verboten, daß Frauen einem Mann den Haushalt führen und diese Rolle ausfüllen, noch dazu sind viele Gesetze so ausgelegt, um genau dieser Situation gerecht zu werden.

Natürlich ist es ein Tabu, die Frage zu stellen, ob Mütter das Recht auf Selbstverwirklichung haben. Die Menschenrechte anzutasten ist ein Tabu und sollte eines sein - denn Menschenrechte sind einfach Vereinbarungen, die auch fallen können, wenn man sich nicht daran bindet, und wenn man deren Verneinung nicht tabuisiert. Eva Herman gefällt sich in der Rolle der Tabubrecherin, doch ich und viele Andere werden bemerken, welche Tabus sie im Begriff ist, zu brechen. Tabubruch ist nicht immer ein Fortschritt und nicht alle Tabus sind sinnlos.

Noch ein Wort zur Entmännlichung der Männer durch emanzipierte Frauen: Das ist gewissermassen wahr. Männlichkeit, und zwar die Form der angestrebten Männlichkeit, der propagierten (hegemonialen M. nach Robert Connell) definiert sich unter Anderem dadurch, daß der Mann die Familie versorgt und die ökonomische Macht innehat. Fällt das weg, da Frauen ökonomisch eigenständig sind, bedeutet das eine Entmännlichung. Jedoch führt eben dann kein Weg daran vorbei, eine neue Männlichkeit zu finden, eine die sich nicht durch ein "oben" und "unten", durch ein "Versorgen" oder "Versorgtwerden" definiert.

Was Eva Herman zu recht kritisiert ist, daß Mutter sein nach wie vor keinen Ansehensbonus bringt, und daß Hausfrau sein sogar verachtenswert erscheint in der heutigen Zeit. Daran sind aber nicht die Feministinnen schuld. Daß Frauen, und alles, was dem vorherrschenden Bild der Frau zugeordnet wird, als "nieder" erscheinen, ist doch genau etwas, was Feministinnen angegriffen und kritisiert haben. Es ist genauso ein Produkt dieses Systems wie die Doppelbelastung. Ich persönlich verachte Hausfrauen nicht, genausowenig wie ich Mütter verachte, aber ich verachte dumme Weiber, welche einer Frau wie Eva Herman jedes Wort von den Lippen ablesen und "Jaja" schreien, nur weil sie ihr Ansehen als Mütter von ihr aufgebügelt sehen.
Ja, die Eva Herman wertet euch auf, ihr "Mama-Container", und dafür kauft ihr ihr auch alles andere ab: Die reaktionäre Argumentation mit der gottgewollten Frauenrolle am Herd, (JA, das steht dort! Lest es nach), das Aufstacheln gegen Feminismus, das Absprechen von Menschenrechten für Frauen...

Wie blöd kann man sein?
Euch Mamacontainern muss man also nur ein paar Krumen hinwerfen, und schon sagt ihr zu allem Ja und Amen?
Macht Gebären dumm??
Zia - 15. Sep, 12:24

*Knuuuutsch...

...die Distel für diesen Beitrag!*
Ich bin ja nicht so firm darin sowas so zu schreiben, - ich mit meinem leicht cholerischen Temperament (zumindest wenn es um sowas geht) neige dann eher dazu mich nur hemmungslos aufzuregen und nix faktisch Produktives zu fabrizieren... (mir geht diese Herman mit ihrem Buch sowas von auf den Senkel!)
...aber Du bringst es wirklich sooo auf den Punkt!
Dankääää, das tut so gut das zu lesen!

*Blumenstrauß rüberreich*
Zia

trashqueen - 15. Sep, 12:41

Danke,

Danke, Danke!
Mänsch, du sprichst mir ja sowas von aus der Seele!
Danke!

Briefmarke - 15. Sep, 13:45

Hallo Fliege,

interessanter Beitrag soweit. Schade finde ich die überflüssige Polemik am Ende. Macht die Wirkung leider wieder kaputt.

BM

distelfliege - 15. Sep, 13:58

Hi Briefmarke,

Die Polemik am Ende ist nicht überflüssig. Für dich vielleicht schon, das ist auch besser so ;) aber für mich nicht, denn erstens musste da etwas Druck raus, der sich halt so anstaut wenn man im Jahr 2006 mit Gelaber von 1806 konfrontiert wird, und zweitens ging das an ne ganz bestimmte Adresse, wo es wie ich sah auch schon angekommen ist.
Atreja - 15. Sep, 14:17

wie war das bei "hartaberfair"? die schwarzer wollte das buch von frau h. nicht durch ihre anwesenheit in der show aufwerten.
gleiches gilt eigentlich auch für meinen besuch in deinem blog bwz. die nutzung der kommentarfunktion.....

mensch distel, es wäre ja eigentlich eine freude ausgerechnet mit dir über diese buchthematik weiter zu (...) aber nicht auf die art und weise....zickenalarm - da hab ich jetzt nicht wirklich bock drauf.

distelfliege - 15. Sep, 14:47

Liegt vll. auch daran..

...daß ich ziemlich wenig Fernsehen gucke, und auch an den Boulevard-Schlagzeilen (Frauen sollten öfter mal die Klappe halten, lachte es mal in der U-bahn mir entgegen) meist vorbeigehe.. vieles krieg ich etwas verspätet mit.
Daher bin ich erst jetzt damit konfrontiert worden, und das abends auf einer Runde durch die Blogs - in deinem Blog.
Wie kann frau sowas gut finden??
Nunja. Es geht mir jetzt schon viel besser *g* Wenn du da jetzt keinen Bock drauf hast, machts ja nix, muß ja jetzt auch nicht sein.
Alice Schwarzers Entscheidung kann ich gut verstehen.
Ich frage mich ja selbst schon, ob ich die Herman-Debatte überhaupt hätte thematisieren sollen. Der Cicero-Artikel ist eigentlich eh indiskutabel. Absoluter Müll.

Wenn über die "Buchthematik" diskutiert werden soll, sollten wir am besten die gesamte Herman-Sache sein lassen, denn "Wie vereinbaren Frauen Kinder und Beruf oder geht das gar nicht" kann man sicher auch ohne diese grauseligen Sprüche der Herman besprechen.
distelfliege - 15. Sep, 14:55

PS

..ich behalt mir aber trotzdem weiterhin vor, wenn es um ein Thema gehen soll und Diskussionsgrundlage absolut sexistischer, rassistischer oder sonstiger Müll ist, erst die Diskussionsgrundlage in der Luft zu zerreissen, danach diejenigen, die meinen, daß ihnen die Diskussionsgrundlage aus der Seele spricht, mit Polemik zu überziehen um danach vll. eine bessere Diskussionsgrundlage zu finden. Und falls "danach" niemand mehr zum mitreden da ist, lässt mans halt.
Und die Moral von der Geschicht?
Für eine normale Diskussion eignet sich Eva Herman nicht.
Briefmarke - 15. Sep, 16:33

Hi

jo, Dampf ablassen kann ich schon verstehen. Aber ich fand den Artikel bis dahin so gut, dass mich die Wendung etwas enttäuscht hat. Vielleicht wär's besser, dann zwei Artikel zu schreiben: einen argumentierenden und einen zum Dampf-ablassen. :)

Zur Diskussion an sich: Ich denke, jeder hat das Recht auf seine Meinung, wenn jemand der Frau Hermann zustimmt, ist das jederfraus eigene Sache. Frau kann nicht erwarten, dass andere Frauen gegen die klassische Rollenverteilung kämpfen, wenn sie im Grunde dafür sind. Wär ja verdreht. Egal, was Frau Hermann jetzt im Einzelnen gesagt oder gemeint hat: Es gibt sicherlich auch heute noch Frauen, die sich in den 50er Jahren wohlgefühlt hätten, die vielleicht einfach keinen Wert auf die Dinge legen, die die Emanzipation erreicht hat.
Das Problem ist allerdings meiner Meinung nach, dass das Hermann-Buch dazu aufruft, dass Frauen generell sich so und so (klassisch) verhalten sollen und die Emanzipation sausen lassen. Wie kann man so etwas ernsthaft fordern?! Ist nicht Gleichberechtigung etwas positives? Ist nicht die generelle Möglichkeit, sich so zu entscheiden, wie man will, etwas positives? Wieso ruft sie zu einer freiwilligen Aufgabe der Selbstverwirklichung auf? (Zumindest, wenn diese in einem anderen Bereich als "Kinder und Haushalt" liegt und das muss ich ja wohl selbst entscheiden dürfen.)
Insofern kann ich auch nur sagen, dass ich ihre Argumentation grundsätzlich für mich persönlich ablehne und ihren Aufruf, die Schuld bei sich (frau) selbst zu suchen, mit einem freundlichen: "Ja, danke, aber da hab ich sie nicht gefunden" beantworte.

BM

distelfliege - 15. Sep, 23:45

ganz deiner Meinung..

..noch ein klitzekleines Rechtfertigerchen zur Polemik *g* eigentlich habe ich den gesamten Text nur geschrieben, weil ich ursprünglich die Polemik am Schluß habe ablassen wollen. Und gänzlich ohne Argumente polemisier ich ja selten - von daher verdankt der gesamte Resttext seine Existenz dem Drang zu polemisieren, und darum hat die Polemik den kleinen Platz an dessen Ende schon verdient ;-)
wurzeline - 15. Sep, 17:28

"Frau kann nicht erwarten, dass andere Frauen gegen die klassische Rollenverteilung kämpfen, wenn sie im Grunde dafür sind"

Och eigentlich finde ich schon, dass frau das erwarten kann, jedenfalls wenn man sich die Emanzipationsgedanken mal agenau ansieht. Da geht es nämlich doch weniger darum, ob eine mit der Rollenverteilung glücklich is und die behalten will als vielmehr darum, dass das nicht der Standart für alle Frauen sein darf. Und genau da ist für mich der springende Punkt. Wenn ich gerne als Hausfrau und Mutter zu Hause bleiben will, dann sollte ich das tun dürfen, aber eben nicht müssen und ich sollte für meine Entscheidung Respekt und Anerkennung bekommen. Deswegen muss ich aber nicht kontra Emanzipations- Werte sein.

Das hat für mich was mit gesundem Menschenverstand zu tun, dass frau sowas auseinanderhalten können sollte.

Briefmarke - 15. Sep, 18:03

"Deswegen muss ich aber nicht kontra Emanzipations- Werte sein."

Nein, du hast mich falsch verstanden. das habe ich nicht gemeint, ich habe gemeint, dass man nicht von ihnen erwarten kann, dass sie dafür /kämpfen/, wenn es ihnen nichts bedeutet, weil sie eh glücklich sind mit ihrer Situation. Dass Frau Hermann aus ihrer Ansicht heraus die Emanzipation angreift, finde ich trotzdem falsch. Dass es aber Frauen gibt, die mit der klassischen Rollenverteilung einverstanden sind und deswegen nicht für die Emanzipation kämpfen wollen, ist nur konsequentes Verhalten, man kämpft doch nicht für nix. Das weicht allerdings ein bisschen vom Thema ab, ging mehr um die verschiedenen Ansichten zum Thema Emanzipation und sich scheidende Geister generell. :)
Aruna - 15. Sep, 18:14

Super Beitrag..

danke Distel.

Grützelis
Aruna

Atreja - 15. Sep, 18:19

"..ich behalt mir aber trotzdem weiterhin vor, wenn es um ein Thema gehen soll und Diskussionsgrundlage absolut sexistischer, rassistischer oder sonstiger Müll ist, erst die Diskussionsgrundlage in der Luft zu zerreissen, danach diejenigen, die meinen, daß ihnen die Diskussionsgrundlage aus der Seele spricht, mit Polemik zu überziehen um danach vll. eine bessere Diskussionsgrundlage zu finden. Und falls "danach" niemand mehr zum mitreden da ist, lässt mans halt."

du, wenn du dich dann besser fühlst....
dann mußt du dich aber nicht wundern, wenn tatsächlich niemand mehr da ist mit dem du danach sachlich diskutieren kannst....

denn das ist deine persönlich meinung zum thema und nicht fakt. glücklicherweise.

das thema ist echt wichtig. wenn du rotzend alles erstmal niedermachst zerstörst du jede diskussionsgrundlage und rückst "euch" in ein "passendes" licht - schade.
du bist doch sonst recht offen....
und vorallem sehr engagiert! wie wäre es mit ner mail an frau h.?
nee, ehrlich!
hier: info@eva-herman.de

distelfliege - 15. Sep, 23:58

Huhu Atreja,

Auch wenn ich sonst "offen" bin, ich muß auf der Basis von Eva Hermans Cicero-Artikel eigentlich überhaupt nicht mit Leuten diskutieren, die von dem Artikel begeistert sind.
Ich finde den Artikel nämlich indiskutabel.
Das Thema "Mutter sein und berufstätig" nicht - aber das diskutiere ich nicht auf der Basis von einer Hetzrede gegen "Emanzen" die an allem schuld seien und wegen denen Deutschland untergehen wird.

Wenn das Thema wirklich so wichtig ist, meinst du denn, mit Artikeln wie dem von Herman im "Cicero" gewinnst du andere Frauen sich dafür zu engagieren?
Um es mal analog zu der Frage von Briefmarke zu sagen: Warum sollte ich dafür kämpfen, daß ich wegen meinem Schöpfungsauftrag in ein Hausfrauendasein gedrückt werde, wenn ich das gar nicht möchte?

Ich stehe weder auf Hausfrau sein und dem Mann und den Kindern die Hütte zu putzen, noch auf Karriere. Ich will frei und möglichst faul sein.
jana_rotermond - 15. Sep, 19:24

Hi Du,

Klasse Beitrag! Strike! :)

Und ja ich weiß, es ist rhetorisch und ich weiß, ich bin nicht gemeint: aber, nein gebären macht nicht dumm. Hihihi obwohl stillen zeizweise schon ziemlich dumm macht *gg* Das siehst du ja öfter mal an meinen Mails :=)

Hach die Argumentation gegen den HeimchenamHerd Scheiß ist so erfrischend!

lg jana

jana_rotermond - 15. Sep, 19:30

ach ja - und es kann gut sein, dass ich jetzt eine glückliche - hoffentlich bissige - feministische Hausfrau und Mutter werde - wer weiß ;)))

Von den Ausgangsaussagen von der Hermann hab ich auch nix mitbekommen außer ner bildüberschrift...
aber es hat großen spaß gemacht, zu lesen...
Amanleian - 16. Sep, 00:30

Und nun noch was vonmir...

Hallo Ihr Lieben,
wenn ich hier mal meinen Senf dazugeben darf... Ich denke, dass es den Frauen überlassen bleiben muss, welchen Weg sie für sich wählen, schließlich sind die Frauen, die zu Hause bleiben, deswegen keine Gebärmaschinen oder ähnliches, sie erziehen die Kinder, die irgendwannmal diesen Staat erhalten, Steuern und Rentenbeiträge zahlen. Und ich finde dafür gebührt ihnen Dank, jawoll! Und die, die gerne zu der vielen Arbeit, die sie mit ihren Kindern schon haben noch mehr arbeiten wollen, sollen das doch gerne machen. Aber ich mag mich nicht zwingen lassen, weder von der einen noch von der anderen Seite. Ich habe meine Kinder gerne bekommen, bin dabei sicher nicht verblödet, Mütter können nämlich viel mehr als andere Frauen, z. B. organisieren, haben bessere Nervern, usw. Die temporäre Stillverdummung mal ausgenommen, aber die bildet sich ja wieder zurück. Das was Frau Hermann vortrefflich erreicht hat, ist mal wieder einen Keil zwischen Frauen zu treiben, die eigetnlich zusamen gehören und das ist so ziemlich der letzte Mist...

Warum sind wir Frauen eigentlich immer noch so dumm, das nicht zu merken und uns wie die Tauben gegenseitig die Augen auszuhacken???
Nee lasst mal gut sein, jede so wie sie mag und das bitte auch anerkennen!! Liebe Grüße

Anja

distelfliege - 16. Sep, 09:51

Hi Anja,

..ich finde nicht, daß Eva Herman das erreicht hat. Soweit kommts noch!
Was ich ja nicht kritisiere ist, wenn eine Frau von Hauptberuf Mutter ist, sondern ich find es einen Mist, daß sie das für die allen Frauen "schöpfungsgewollt" bestimmte Aufgabe hält.
Aruna - 16. Sep, 13:19

@Anja

Du schreibst:
"Warum sind wir Frauen eigentlich immer noch so dumm, das nicht zu merken und uns wie die Tauben gegenseitig die Augen auszuhacken???"

Diese Frauensolidarität fehlt mir eben gerade da, wenn so ein Buch auf den Markt kommt, dass Frauen mal geschlossen sagen: "Nö, so was kaufen wir nicht" Anstatt auf diesen ganzen PR-Scheiß auch noch reinzufallen. Reicht der Artikel im Cicero nicht?
Noch mal: Es geht hier in der Diskussion nicht gegen Mütter, oder Frauen, die zu Hause bleiben wollen, das dürfte ja wohl inzwischen klar sein.
Sondern es geht um Frauen, die ohne mal richtig über Zusammenhänge nachzudenken, bereitwillig auf das neue Feindbild - die Emanzen - reinfallen und nicht in der Lage sind, mal zu schauen, wo die wahren Ursachen und Gründe sind. Und wenn sie dann noch mit faktisch völlig falschen Argumenten, a la: "Die Rollenverteilung war doch schon immer so"..daherkommen, (wie in einem Blog geschehen), dann erlaube ich mir schon mal, zu hacken.
Damit widerlege ich hier offiziell, dass Frauen ausschließlich die zarten, empfindsamen Geschöpfe sind. *g* Sie sind nämlich auch Kali und Percht und Gorgo und Medusa. Jawohl! ;-)

Aruna
LuciaS - 16. Sep, 10:02

sodale

ich geb jetzt mal den hermann-anhängerinnen recht.
wollja.
gell, da schauts.
und mehr noch.
ich mache einen aufruf, an die hermann-anhängerinnen.
ich rufe auf, konsequenzen zu ziehen!
ich rufe auf, alles was diese doofen, männerfeindlichen emanzen erreicht haben zu boykottieren!
denn das ist doch mehr wie schädlich.
aaaaalso....
liebe hermann-anhängerinnen.
sollte eine von euch bereits jetzt oder irgendwann in zukunft von ihrem manne geprügelt werden, geht keinesfalls in ein frauenhaus oder reicht die scheidung ein. diese dinge gibts nur wegen den blöden emanzen. seid dankbar für eure prügel, die euch von natur aus zustehen!
wenn ihr keine lust auf sex habt, verweigert euch nicht und beschwert euch auch nicht, wenn ihr in der ehe vergewaltigt werdet - das euch derlei geschieht, steht euch von natur aus zu. das recht "nein" in dieser situation zu sagen, das haben erst die emanzen bewirkt.
wenn ihr keinen adelstitel habt, dann geht in die fabrik ans fließband arbeiten. denn die wahl zu haben, ob man hausfrau-mutter ist oder arbeitet, die steht euch von natur aus nicht zu. das haben erst die blöden emanzen erreicht.
lest keine bücher mehr, studiert nicht, bildet euch nicht - das ist euch nicht von natur aus gegeben - das haben erst die emanzen durchgesetzt.
solltet ihr eigenes vermögen haben, überschreibt dies sofort eurem manne und gebt ihm die alleinige verfügungsgewalt über die konten. denn erst die emanzen haben erreicht, das frauen eigenes geld haben dürfen. diese unnatürliche sache gehört abgeschafft.
ich rufe euch auf, schwestern - zurück zur naturgegebenen rolle - ZIEHT DIE KONSEQUENZEN!

mfg
lucia

ach ja - und bitte auch nicht wählen gehen, das haben auch die elenden emanzen geschafft, das frauen das dürfen!
im übrigen möchte ich mich hiermit auch von allen verabschieden, die ihre naturgegebene rolle dann auch wirklich leben - da eine eigene meinung in der öffentlichkeit abzugeben für frauen auch erst von den emanzen erkämpft wurde, werden wir euch nirgends mehr lesen oder hören können.
gehabt euch wohl und lebt euer naturgegebenes leben in vollen zügen.

Aruna - 16. Sep, 12:13

@Lucia:

Liebe Lucia, wie immer sehr erfrischend *gg* *knuuutsch*
Zia - 16. Sep, 21:50

Hi Hi :-)

Jaaaahhhh und Frau Herman persönlich möcht ich dann auch gleich nochwas ans Herz legen:
Machen Sie was Sinnvolles!
Gehen Sie shoppen, dekorieren Sie ihr Wohnzimmer neu, backen Sie Apfelkuchen oder arrangieren Sie Ihre Sofakissen. Häkeln Sie von mir aus Topflappen oder stricken Sie Socken (das beruhigt die Nerven ungemein, wie ich aus eigener Erfahrung weiß)...
...nur bitte bitte biiiittääääääää hören Sie um Göddin Willen auf Bücher zu schreiben!
Immerhin ist das ja auch `ne berufliche Tätigkeit nechwah..?!

Zia
Bodecea - 17. Sep, 10:44

Macht es Sinn, darüber zu diskutieren?

Offenbar schon, denn gewisse Rollback-Bewegungen in diesem unseren Lande nehmen das Geschwafel der Karrierefrau Herman, dass Frauen keine Karriere machen sollen, wohl sehr ernst. Wie sagte gestern Hagen Rether auf dem 3Sat Kabarettfestival - da plappert und plappert Frau Hermans Mund, dass Frauenmünder schweigen sollen... !?!

Warum nimmt jemand das Gerede von ihr überhaupt wahr? Ganz einfach - weil sie in ihrerer Diagnose recht hat. Es ist in dieser Gesellschaft fast unmöglich, eine berufliche Karriere und eine "perfekte" klassische Mutterrolle zu vereinen!

Aber was daneben geht, ist der Schluss - daher sollen Frauen auf eins von beiden - und zwar zwecks Bevölkerungssicherung die Karriere - verzichten.

Die richtigen Antworten, oder besser anschließenden Fragen, wären doch andere:

- Ist Beruf und Elternschaft nicht leichter zu vereinbaren, wenn Männer in BEIDEN Bereichen ihre 50% beitragen? Auch Väter können ein Baby wickeln und die Flasche geben! Hier sitzen 1,80 Meter Frau, die das am eigenen Leibe bezeugen können - mein Vater hat es getan!

- Kann denn etwa ein Mann eine erfüllende Vaterschaft mit einem 16-Stunden-Arbeitstag vereinbaren???

- Ist Beruf und Elternschaft nicht besser zu vereinbaren, wenn die Kinderbetreuung in Deutschland den Stand von, sagen wir mal, Frankreich oder Skandinavien erreicht?

- Leben wir nicht heute in einer Zeit, wo man - theoretisch - der Göttin sei's gedankt entscheiden darf, welche Rollen man ausfüllen möchte? Ob nun Mutter ODER Karrierefrau ODER spirituelle Heilerin ODER Schlampe ODER Künstlerin ODER ... und ist es nicht absolut erstrebenswert, dass diese Wahlmöglichkeiten immer mehr ausgebaut werden?

- Ist es nun mal nicht so, dass wir die Wahl haben (ob nun als Männer oder Frauen), ob und wenn ja welchem Lebensentwurf wir zu wie viel Prozent nacheifern? Denn da ist der Knackpunkt - man kann im Leben nicht mehrere Sachen zu 100% machen. Dem nachzujagen, ist Blödsinn und macht kirre. Man bzw. frau kann nicht die 100%ige Übermutter, die 100%ige sexy Geliebte, die 100%ige Künstlerin, Geschäftsfrau, Yogatante und was weiß ich nicht noch alles sein. Wenn man sich einem Lebensziel ganz und gar verschreibt - egal, was es ist - bleibt nicht mehr so viel Raum für weiteres. Und das muss man als menschliche Begrenzung akzeptieren, meine ich.

Na ja, aber das ist wohl für das "Frau an den Herd, huggga, huggga"-Niveau der Bildzeitung nicht diskursfähig...

Bodecea

distelfliege - 17. Sep, 12:14

hm..

..ich denke, diese "hugga-hugga"-Antwort ist auch deswegen so "scheinbar toll" weil die anderen Lösungen Veränderungen erfordern, die halt nur so nach und nach sich einbürgern.
Wenn ich mich recht erinnere, hat Frau Herman für die Aussicht auf bessere Kinderbetreuungsmöglichkeiten die Antwort, daß es den Kindern schaden würde, wenn man sie "zu Fremden weggibt" (so oder so ähnlich wurde das ausgedrückt).
Und sie traut es Männern scheinbar nicht zu, Reproduktionsarbeit gut machen zu können.

Apropos Bild-Zeitung: Ich habe gehört (nicht gelesen oder nachrecherchiert) daß die Bild-Zeitung sich nicht etwa der Ansicht Hermans angeschlossen hat, sondern der Bild-Artikel auch sehr dagegen war. *g*

grüssliz
Flor_ - 21. Sep, 16:49

Hallo, Distel

Eins muss man Frau Herman ja echt lassen. Sie hat echt Geschäftsinn ;).
Das einzige ihrer Aussagen, denen ich zustimmen kann ist dass die Rolle als Mutter hierzulande viel zuwenig Anerkennung hat.
Aber dass sie von Schöpfungsaufträgen spricht, die wir Frauen angeblich zu erfüllen hätten, halte ich für ziemlich befremdlich.
Ich habe auch noch kein Kind auf die Welt gebracht....*g*, aber deswegen gehe ich nicht in die Kirche und beichte meine Fähigkeit, eigene Entscheidungen zu treffen :).
Was ich schade finde, ist dass, so gegensätzlich Alice und Eva auch sind, gerade bei denen beiden doch im Grunde die gleiche Aussage steckt, nämlich dass die weibliche Leistung mehr Anerkennung verdient. Wer weiß, vielleicht unterhalten sich die zwei ja mal. Ich fänds ganz spannend.

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