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Verständnis

Anlässlich des Themas "Verständnis für Gewalttaten", ging um ne Diskussion bezüglich des neulich Amok gelaufenden jungen Mannes, hab ich bei Martin nen Kommentar abgelassen, der zwar ein wenig pauschal ausfällt, aber durchaus nen wahren Kern hat..
Und den ich hiermit mal den Leuts die hier reinlesen reinstell... und für mich selbst, als Erinnerung daß ich das gedacht habe und mich sogar getraut habe, das zu schreiben.

Yo Jungs, ich wills mal so sagen: Für Männer scheint das einfacher zu verstehen zu sein - mag sozialisationsbedingt so sein, ne.. D.h. ihr habt die besseren Vorraussetzungen zum Verstehen, dann macht wat draus - Umwandlung von Opfergefühlen in Aggression gegen andere ist statistisch gesehen ein Männerproblem, und daher wäre es am logischsten wenn sich die "Versteher" dann auch aus der erfahrungskompetenten männlich sozialisierten Bevölkerung rekrutieren lassen würden.

Ich fänds jedenfalls klasse. Ich mein nur mal so, das wär doch traumhaft, wenn es mehr Versteher gäbe. Dann müssten viel weniger Frauen die Punchingbälle für unverstandene Gewalttäter spielen. Apropos: diese Punchingbälle brauchen auch Versteherinnen, die ham nämlich auch ein echtes Problem.
MMarheinecke - 24. Nov, 16:23

Es ist keine direkte Anwort

aber gerade lief bei mir im Radio der alte "Boomtown Rats" Titel "I don't like mondays". Über eine Schülerin, die in ihrer Schule Amok lief und reihenweise Lehrer erschoß. Was mich an den vor kurzen ebenfalls im Radio zu hörenden Ausspruch einer Experten erinnert, solche Wahnsinnstaten seien ganz klar männliche Delikte, ihm sei kein einziger Fall bekannt, in der ein Mädchen dergleichen getan hätte ...

distelfliege - 24. Nov, 17:29

Zufall

Gerade wollte ich dir antworten, als ich von einem Gesabbel vom hinter mir laufenden Fernseher abgelenkt wurde. Im Bayrischen Rundfunk wurde gesagt daß laut einer Untersuchung jede 3. Frau von ihrem Partner mißhandelt wird. Und ein Psychotherapeut saß da der meinte, daß Männer in der Kindheit von Frauen erzogen werden und ihr lebtag die Frau und später ihre eigene Frau als überlegen empfinden und Angst vor ihr haben, und wenn sie ihn dann auch noch provoziert, dann hat sie eben eine sitzen. Und daß Frauen dem vorbeugen könnten, wenn sie angesichts ihrer Überlegenheit an einem gewissen Punkt z.b. aufhören würden ihn unter Druck zu setzen und zu sagen "Ok jetzt gehen wir mal in verschiedene Räume und ich halte auch mal meinen Mund".

Danach sagte der Psychotherapeut wieder vernünftige Dinge, z.b. daß Männer die schlagen sich beraten lassen sollten, und mit ihren Freunden und anderen Männern drüber reden und in ne Männerberatung gehen sollen.

Ich finde mich da echt immer in nem Wechselbad wieder, auf der einen Seite bin ich dem Kerl wirklich dankbar wenn er Männern hilft nicht mehr zum Schläger werden zu müssen, auf der anderen Seite versteh ich nicht wieso eine derartige Erklärung da gebracht wird für Vorgänge, wie daß ein Mensch gegen jemand, dem er sich unterlegen fühlt, gewalttätig wird! Auf meiner Seite besteht da noch Erklärungsbedarf. Ich fühle mich ohnmächtig. Ich empfinde meine Partnerin als überlegen. Also schlag ich sie?
Hä???

Und eh: Als ob die Frauen, die sich ebenfalls durch aktive Teilnahme in diesem "Spielchen der Gewalt" verstricken, überlegen wären - ich glaub dem Psychologen ja, daß Männer sie als überlegen wahrnehmen, aber die Frauen selber ham genauso Psychoprobleme und nehmen sich genauso ohnmächtig und unterlegen wahr, und wie sollen sie da in dieser ihrer Lage fähig sein tatsächlich so souverän und überlegen ihren kranken Kerl zu entlasten?

Nunja. ich lass das Thema mal, war eher ein generelles vor-mich-hinventilieren :)

Ich glaub ich kann mich nur wiederholen.. ich stecke als Frau in anderen Reaktionsmustern auf Machtgefälle - und daher ist es gut daß es Männer gibt, die ihr Verständnis für männlich ansozialisierte Reaktionsmuster aktiv dafür einsetzen etwas zum Guten zu verändern und Gewalt abzubauen. Die es vorleben sozial zu sein.

Von daher.. auch wenn das Verständnis bei mir irgendwie sogar manchmal etwas Angst erzeugt - letztendlich ist es gut wenn sowas verstanden wird.
trashqueen - 24. Nov, 20:28

Zum Therapeuten

muss ich anmerken: Kein Mann schlägt eine Frau, die er als ihm überlegen ansieht. Männer schlagen und belästigen und vergewaltigen Frauen, die sie aus irgendwelchen Gründen für unterlegen halten, von denen sie glauben, endlich mal ihre eigene Unterlegenheit loswerden zu können.
Vermutlich hat das der liebe Therapeut verrafft. Maaaaacht ja nix. *seufz*
Was her muss, ist meiner Ansicht nach eine Emanzipation. Nicht nur der Frauen, auch der Männer. Wir alle stecken in überkommenen Rollenvorstellungen, das ist kein Geheimnis, und wir alle tun uns damit keinen Gefallen, was für einige Männer und ebenso einige Frauen eine Neuigkeit zu sein scheint.
Wenn Mann nicht immer überlegen sein muss, wo ist dann das Problem? Wo ist dann der Druck, der von den Frauen (ach ja, gerade von den Frauen) von ihm genommen werden soll? Wer defginiert denn bitte, was stark ist und was schwach, was dominant und was inferior?
Ich finde es ehrlich gut, dass es schon anfängt: Dass sich ganz heimlich still und leise auch Männer emanzipieren. Von den ihnen aufgezwängten Rollen, von vermeintlichem Müssen und Nicht-Dürfen. Ich sehe das ganz konkret bei einigen Männern in meinem Umfeld, allerdings erst in meiner Generation. In der über mir, bei den Vätern, sehe ich nix als Stagnation.
Ich hoffe, dass das zu einer gewaltfreieren Welt führt.
DDiana - 24. Nov, 19:11

Das Männer mehr Gewaltbereitschaft besitzen bzw mehr Männer gewalttätig werden, merkt man ja schon ein bissel in Sportarten.
Also, wenn ich mir so meinen Basketballkurs anschaue, wir Mädels suchen da jedes Mal einen Grund um nicht mit oder gegen die Jungs spielen zu müssen, da es alles viel zu agressiv abläuft. Manchmal hab ich sogar das Gefühl dass sie vergessen, dass es "nur" ein Spiel ist.
Ich denke, dass hier Hormone und die Gesellschaft eine große Rolle spielen ;)

Diana

distelfliege - 24. Nov, 20:15

Hm.

>>Ich denke, dass hier Hormone und die Gesellschaft eine große Rolle spielen ;)

Ich denk mal, es ist die Gesellschaft und nicht die Hormone. Mir wird unwohl bei dem Gedanken, daß im Körper meines Freundes, meiner Kollegen, meiner Freunde und Bekannten diese Substanzen kursieren die sie zu einer Gefahr machen könnten.
Männer da auf ihre Hormone äh.. festzulegen, hat zwar was nett entschuldigendes, aber auch was entmenschlichendes, als ob die sich nicht auch selbst entscheiden könnten. Als ob sie dazu net fähig wären.
Naja, ich weiß du meintest nicht _nur_ Hormone. Trotzdem war das dann mein Gedanke...
DDiana - 24. Nov, 21:12

Jap, ich meinte nicht nur die Hormone ;)
Ich hab mich ja nochmal bei einen Kumpel informiert (is Doktor in Biologie) und er meinte, dass da zum Teil das Testosteron eine Rolle spielt, aber vorallem die Sozialisation. Ist eigentlich ein recht interessantes Thema und scheint viel mit Psychologie, Gesellschaft und Biologie des Menschen zu tun.
Ich schieb aber auch nur ungern Dinge auf Hormone... klingt alles so chemisch gesteuert, als könne man ja eh nix dagegen tun. Mein Vater ist so ein Typ, der sehr vieles auf Hormone und Triebe zurückführt, nur manchmal übertreibt ers auch heftigst.

alles Liebe
Diana

ulysse - 25. Nov, 11:54

Europäische VersteherInnen ...


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