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Turn on the light

...turn on a million blinding brilliant white
incendiary lights, a beacon in the night, i'll burn relentlessly until
my juice runs dry, i'll construckt a rock of tempered beams and
trusses and equip it with a million tiny suns, i'll install upon the
roof on my compartment and place tinfoil on my floor and on my walls...

Zit. Aus dem Song "Turn on the light" von der Punkband Bad Religion.

Und ich scheiss auf diese Licht-aus-Aktion!
Was wollt ihr Kommerzwixer von Google, Pro7 etc? Daß ich meine, ich hätte mit meinen persönlichen Notwendigkeiten in einer kapitalistisch-urbanen Struktur die Klimakatastrophe zu verantworten, und könnte mit etwas läppischem Stromsparen auf privater Ebene eure Verschwendung und eueren Fraß an diesem Planeten aufhalten?
Ablenkerei ist das.

Sowohl die Aktion "Licht aus" als auch die Aktion "Licht an" haben eins nicht verstanden: Ökologischeres Leben ist in diesem System nur möglich, wenn die Mächtigen uns lassen - wir können uns das nicht aussuchen, es sei denn, wir haben genug Geld - is doch so.
Empfehle den mittlerweile verstorbenen Murray Bookchin zu lesen - seines Zeichens Öko-Anarchist.
Öko ohne Revo macht keinen Sinn, und BILD, Pro7, und wie sie alle heissen, ist das revolutionär, oder ist das "We love to entertain you"?
trashqueen - 8. Dez, 19:06

Definitiv

"we love to entertain you". Dennoch mache ich das Licht aus. Nachdem wir hier Stromsparlampen verwenden, Ökostrom beziehen, Elektrogeräte nach Verbrauch kaufen und kürzer duschen, finde ich, dass es eine gute Aktion ist.
Nicht, weil "die da oben" uns dazu bringen wollen, ein wenig unsere Augen zu wischen. Sondern weil ich finde, dass die Publicity wichtig ist, damit "die da oben" merken, dass "wir hier unten" Wünsche haben, den Wunsch zum Beispiel, auch unseren Enkeln noch erzählen zu können, dass Eisbären am Nordpol leben. Ich weiß ja nicht, wie es um deren Schwimmkünste bestellt ist, wenn die Polkappen abschmelzen.
Ja, wir können nicht viel verändern. Aber ein wenig. Und darauf achten, dass wir durch unser Handeln, durch das, auf das uns "die da oben" reduzieren wollen - Verbraucher - Zeichen setzen. Und das "verbrauchen" was wir brauchen, auch in langfristiger Sicht.
Ich brauche keine beheizten Treibhäuser, die mir den Spargel extrafrüh züchten. Also kaufe ich den nicht. Ich brauche keine superstromfressenden Gefriertruhen, ich kann häufiger frisch einkaufen. Ich brauche nicht im ganzen Jahr frische Erdbeeren aus Neuseeland, also kauf ich sie nicht. Ich finde, die Aktion richtet das Augenmerk auf die Macht derer, die zu Verbrauchern degradiert wurden.
In meiner kleinen idealistischen Welt wenigstens.
Und ich mache das Licht aus.

LG,
TQ

distelfliege - 8. Dez, 23:03

Tjo...

...ich wollte eigentlich darauf hinaus, daß politische Veränderungen nötig wären, anstatt sein Heil in der Selbstbeschränkung zu suchen. Grade las ich in einer Schweizer Online-Zeitung, daß wenn ALLE Züricher das Licht ausmachen würden, 4% des Städtischen Strombedarfs weniger verbraucht würden. VIER PROZENT, mein lieber Herr Gesangsverein - noch net mal auf ne zweistellige Summe schafft mans hier.

Du brauchst auch gar nicht bis nach Neuseeland - eine Scheibe "deutsches Brot" zu essen ist ebenfalls klimaschädlich. Warum? Weil mehr Energie in den Boden reingesteckt wird als in Form von Getreide herauskommt. Negative Ökobilanz konventioneller Landwirtschaft. Das ist ein kleiner Teil von dem ganzen Dreck, den wir beide gezwungenermassen am Stecken haben, weil wir halt in ein den Planeten auffressendes System geboren wurden.

Und genau dieses schlechte Gewissen, das einem damit gemacht wird, daß man ja mit Neuseeländischen Erdbeeren der Umwelt schaden würde, oder mit den ganzen Apellen, was man so privat im Kleinen tun kann, lenkt prima davon ab, wer den Dreck im großen Stil so macht.
Und ich seh ehrlich gesagt nicht, was die "Licht aus" Aktion den Klimagipflern in Bali sagen soll. Vll. so nach dem Motto: Wir machen zwar symbolisch das Licht aus, aber wenn die Cola knapp wird, weil IHR das Licht auch mal ausmacht, werden wir sagen "das haben wir aber nicht gewollt".
Na, dann sparen wir uns doch die 4% des Strombedarfs einer gesamten Stadt symbolisch vom Munde ab. Und hoffen daß es in Zukunft Eisbären gibt, ohne aber in Betracht zu ziehen, wofür eigentlich die anderen 96% eines solchen städtischen Strombedarfs aufgewendet werden und wie so ein städtisches Leben aussähe, wenn die Nutzer der anderen 96% auch mal so ne Aktion machen würden und abschalten.
Letzten Endes wird der Dreck im Großen Stil für uns gemacht, und nicht für Erdbeeren aus Neuseeland, nö - fürs tägliche Brot (und Schnitzel), die Wii, das Fahrrad, und alles was uns so liep und teuer ist.

Ich fände es politisch z.b. weit bedeutsamer, als Aktion, ganz im Sinne von "Bad Religion" das Licht derartig anzumachen *g* daß einem die Augen tränen. Greenpeace und die BILD können vorher für Privathaushalte einen Ein-Tages-Industrietarif für alle Einwohner aushandeln. Also, eine Stunde z.b. Strom verbrauchen wie blöd. Alle holen alle uralten Elektrogeräte aus dem Keller, und jeder Steckerplatz wird belegt, der nur irgendwie belegt werden kann. Waschmaschine auf Dauerschleudern... Toaster an, Baustrahler raus, E-Herd auf volle Pulle, Anlage auf so laut wies nur geht, und das bei allen gleichzeitg. DAS wäre ne politische Message für den Klimagipfel! Weil man sähe: Wenn wir weiter so rausschleudern, was geht, dann geht das Licht irgendwann tatsächlich aus.

Und sooooo schädlich wär das auch wieder net, also bissel Schweinerei für den guten Zweck könnte man sich ruhig mal erlauben *find*
trashqueen - 9. Dez, 00:13

Wie das so ist

ist die Debatte schwierig, wo man mit dem Sparen anfangen soll, ob es für Privatpersonen überhaupt sinnvoll ist und wo man einen Schlussstrich zieht. Ich hatte neulich eine Diskussion, in der es darum ging, wie viel man als Privatmensch verbrauchen *darf*, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Das riesenfette Problem hinter alledem ist doch, wie undurchsichtig es ist, welche horrenden Energiekosten, welche menschenverachtenden Methoden oder welche Umweltvergiftung hinter einer schön polierten, von Werbefuzzis gepflegten Fassade steckt. Die Großgrundbesitzer der heutigen Zeit verkaufen mit ihrem Müll gleichermaßen ein positives "Wellnessgefühl", das wir nur allzu gerne abkaufen. Dieses hier ist ganz dolle gesund, dafür sind keine Tiere gestorben und das dort macht, dass die Darmflora blüht wie nur was. Wurscht, was dahinter steckt, was dafür ausgebeutet wurde und nicht genannt wird auf der hübsch bunten Verpackung, das hat auch niemanden zu interessieren! Schlimm genug, dass mittlerweile ein Teil der Inhaltsstoffe auf Lebensmitteln gekennzeichnet werden müssen...

Ich denke, wir sind uns einigermaßen einig darüber, dass die Gesellschaft in der alles ausbeutenden Form, in der sie jetzt existiert, so nicht überleben darf, kann und wird. Ich bin auch eher eine, die es sympathisch findet, wenn Leuten, die SUVs fahren, die Luft aus den Reifen gelassen wird wie vor nicht allzu langer Zeit in Berlin-Steglitz. Ich finde auch, dass am falschen Ende gespart und mit den falschen Körperteilen gedacht wird. Aber ich bin auch der Ansicht, dass ich etwas bewegen kann, dass wenn ich anfange, mich zu interessieren, informieren und auszuwählen, wem ich meine Kohle in den Rachen werfe, dass sich dann schon ein Stück der Welt geändert hat.
Nicht, dass es damit getan wäre. Ich bin ja nicht blöde. Aber wo zum Henker soll ich sonst anfangen?

LG,
TQ
Hellsunna - 12. Dez, 00:05

Nunja

Ich habe das Licht nicht ausgemacht... warum? Weil ich von dieser Aktion nichts mitbekommen habe... warum? Weil ich die letzten Tage selten Licht, Fernseher und Pc laufen hatte.... ergo war ich viel sparsamer als der Rest mit seinen fünf Minuten.

Na mal ernsthaft,
als Symbol giltet mir das persönlich nicht, weil die Politiker und die Loby-Bobbies damit nur rosaschöne Ablenkung - man nennt es auch Opium - fürs Volk kreieren. Na klar - schaffen sie einfach mal ein Gruppengefühl. Wo sonst das Soziale sowieso kaum mehr Erwähnung findet, sind WIR jetzt für fünf Minuten wieder Deutschland und WIR schalten das Licht aus.

Dann werden fröhlich und munter Grundsteine für Kohlekraftwerke gelegt, weiterhin jubelt man bei der Formel 1, weiterhin sind Geschäfte und Schulen im geschlossenen Zustand beleuchtet. Und die Leute müssen das einfach hinnehmen und dann aber Geld abdrücken - sozusagen eine Form des neuen Ablasshandels. Gibste Klima-Euros, biste erlöst. Einstweilen. Damit erreicht man kein Umdenken, sondern nur einen Umweg.

Da sollen die Bürgerchens schön das Auto zu Hause lassen - naja 30 km zur Arbeit kann man ja mit dem schlechtausgebauten ÖV-Netz bewältigen, nech?

Der Klimaschutz - wie er momentan in Hochglanzmagazinen probagiert wird, schützt nicht wirklich, sondern ist einfach nur wirtschaftlich rentabel.

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