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Meine 1. Inchies

Mein 1. Versuch Inchies zu machen. Ich bin erkältet und kann mich nicht auf Buchführung lernen konzentrieren... da bot sich irgendwas nebenher fizzeln an.
Das Thema der Inchies ist "Sudan", hab ich mir so ausgedacht, weil ich wollte irgendein afrikanisches Land als Motto ham. Und ich kenne paar Leuts ausm Sudan, daher bot sich das irgendwie an ;)

Der Hintergrund war der, daß im Quiltforum "Länder-Inchies" als Tauschobjekte vorgeschlagen worden sind, und eins dieser "Länder" sollte dann Afrika sein. Wie bitte? Afrika soll ein "Land" sein? Ich habe dann vorgeschlagen, daß man ja afrikanische Länder als Themen nehmen könnte, allerdings waren die Europäerinnen in dem Forum damit geistig überfor... äh... fanden, es sei Erbsenzählerei. Und da ich heute also mal Inchies machen wollte, habe ich eben ein afrikanisches Land als Thema gewählt.

"Zar" ist laut Wikipedia und (öhmm) dem Buch "Seidways" von dem Fries ein Kult, bei dem mit Hilfe von Trance und Geistern geheilt wird. Der goldene Sichelmond steht für den Islam. Daneben habe ich eine Frauensilhouette mit Krug aufm Kopp gezeichnet, weil mir ein Kumpel genau so eine Statue aus dem Sudan mitgebracht hatte. In der nächsten Reihe ist ein Mann mit weißer Klamotte und Mütze. In der Mitte das soll eine Gebetsperlenkette sein. Rechts daneben die goldenen Perlen symbolisieren für mich Weihrauch, ich weiß nicht, ob der im Sudan auch selbst wächst, aber mir wurde aus dem Sudan auch schon Weihrauch mitgebracht *g*
In der unteren Reihe ist links einfach irgendwas, das sich so ergab. in der Mitte, das soll das "Grab des Mahdi Muhammad Ahmad" sein, das Wahrzeichen von Omdourman, der grössten Stadt im Sudan. Steht trotzdem Khartoum drauf. *hüstel* Omdourman, Khartoum und Al-Chartum-Bahri ist eh ein Ballungsgebiet aus drei Großstädten, die am Zusammenlauf des weissen und des blauen Nils liegen. Ganz rechts das Inchie - da ist das Thema Initiation. Das schwarze Muster habe ich von einem Bild, das den Rücken eines Manns vom Nuba-Volk zeigt, mit Narbenzeichnungen, und das Rote Stoffgefetzel stellt das Blut/Leben/Geburt und gleichzeitig das traurige Kapitel Genitalverstümmelung dar.

Bild war leider 50 Pixel zu breit für das Blog hier - daher muss man es anklicken zum richtigen Anschauen..

inchies_sudan
LuciaS - 4. Apr, 10:51

lustig

hatten wir doch grade letztens bei einem gespräch, das afrika immer als land gesehen wird.
vor einiger zeit hab ich mal wo gelesen,das auf weltkarten afrika im verhältnis zu europa zumeist zu klein dargestellt wird. inwieweit das jetzt stimmt, weiß ich aber nicht genau, täte aber in dieses schema reinpassen.

dat teil sieht im übrigen gut aus... gefällt mir.

lucia

MMarheinecke - 4. Apr, 12:32

Das sind zwei verschiedene Dinge

Das "Afrika" als ein Land wahrgenommen wird, ist schlichte Ignoranz / Denkfaulheit. (Was haben z. B. Ägypten und Namibia gemeinsam, außer, dass sie auf demselben Kontinent liegen?) Dass diese Ignoranz es gerade "Afrika" trifft, ist m. E. unzufällig.
Es würde ja auch niemandem einfallen, Japan und Indien einfach unter "Asien" abzuharken. Das Brasilen, Argentinien und Uruguay als "Südamerika" vereinfacht werden, kommt aber schon mal vor.

Bei den Weltkarten - nun ja - die Erde ist nun mal ´ne Kugel (jedenfalls fast) und die kriegt man nicht so ohne Weiteres plattgebügelt.

Das heißt, bei Weltkarten geht immer (mindestens) eine wichtige Eigenschaft flöten. Es gibt:
- längentreue (äquidistante) Karten – einige Strecken sind korrekt abgebildet (beispielsweise für Streckenmessungen)
- flächentreue (äquivalente) Abbildung – alle Flächen sind dem Maßstab entsprechend korrekt abgebildet
- winkeltreue (konforme) Abbildung (beispielsweise zur Navigation oder für die Geodäsie)
Aber jeweils nur eines zu selben Zeit. (In Atlanten gibt es auch "vermittelnde" Karten, also Kompromisse. Aber alle drei Eigenschaften zusammen bekommt man niemals zufriedenstellend hin.)

Das Problem, dass Afrika im Verhältnis zu Europa zu klein wirkt, tritt vor allem bei Weltkarten in "Mercator-Projektion" auf.

Um die Mercator-Projektion gab es in den 70ern eine heftige, vom Historiker Arno Peters angestoßene Diskussion um ein "eurozentrisches Weltbild", das er auf die Verwendung dieser Projektion zurückführt. Sein Hauptkritikpunkt war die mangelnde Flächentreue - auf einer Mercator-Weltkarte erscheinen polnähere Gebiete wie Europa im Verhältnis größer als äquatornahe Gebiete. Er entwarf als Alternative sogar eine flächentreue Projektion, die Peters-Projektion.
Womit er m. E. das Rad nochmal erfand, denn es gab schon vorher flächentreue Projektionen - sogar seine spezielle Projektionsmethode wurde 1855 vom schottischen Astronomen James Gall schon mal erfunden - und auch verwendet. Ich habe bei mir zuhause ein Buch über die Entdeckunggeschichte der Erde, aus den 60er Jahren, dass die flächentreue Gall-Projektion für Vergleichskarten verwendet - z. B. für Karten, auf denen dargestellt wird, wieviel von der Erdoberfläche in Westeuropa, im arabischen Kulturraum und im chinesischen Kulturraum jeweils um 500, um 1000, um 1400, um 1500, um 1600, um 1700 und um 1800 bekannt war. Da hat der Herr Historiker schlecht recherchiert.

Die Mercator-Projektion wurde allerdings nicht für Weltkarten erfunden, auf denen Europa schön groß aussieht, sondern zur Vereinfachung der Navigation. Auch heute noch sind Seekarten, aber auch Wanderkarten, in Mercator-Projektion ausgeführt - sie haben den enormen Vorteil, dass sich der Kompasskurs, den man steuern muss, um ans Ziel zu kommen, einfach aus der Karte ablesen läßt. ("Winkeltreu".)
Für Weltkarten hat der olle Krämer seine Mercator-Projektion nie gedacht. Für seine Weltkarte benutzte er lieber eine flächentreue unechte Azimutalprojektion.
Peters hat aber insofern recht, da Weltkarten in Mercator-Projektion seit dem 19. Jahrhundert auch in Schulatlanten, auf Wandkarten usw., also da, wo sie im Grunde nichts zu suchen haben, auftauchen.

Korrektur: Mercator schrieb sich bürgerlich "Kremer" und nicht "Krämer", und mindestens eine seiner Weltkarten erstellte er tatsächlich in der von ihm erfundenen Projektion. Allerdings stimmt es, dass im 16., 17. und 18. Jahrhundert Weltkarten in Mercator-Projektion ungebräuchlich waren.

Zu Deinem 1-Inchie: der sieht nicht nur gut aus, ich finde auch, dass Du die Symbole sehr gut gewählt hast.
eidechse - 4. Apr, 11:54

afrika gibt es nicht

zu den kontinentgrössen auf landkarten; das hängt mit der 'projektion' zusammen, also wie man die runde kartoffel auf ein flaches papier raufprojeziert und zeichnet. ich hab eben gegoogelt. die meisten karten werden in der sogenannten 'Mercator-Projektion' gezeigt, die wohl 'winkeltreu(?)' ist, aber eben die nördliche hemisphäre viel grösser zeigt und die flächen verzerrt.
die peters-projektion oder (gall-peters-projektion) zeigt die flächen überall gleichgroß, dafür ist sie dann nicht mehr längen und winkeltreu(?), wasauchimmer das heisst.
hier kann man die beiden im vergleich sehen und wiki erzählt einer auch viel dazu.

in marburg gab es mal eine aussteluungs und veranstaltungsreihe mit dem titel 'afrika gibt es nicht', ich habe nicht viel davon besucht, aber das wenige hat mir dann doch viel über mein eurozentrisches denken vermittelt.

ich finde den satz 'afrika gibt es nicht' sollte immer innerlich eingefügt werden, wenn von afrika geredet wird, um dann nochmal nachzufragen, was denn genau gemeint sei, welches land denn z.b. genau gemeint ist. ich kann ja vieles auch oft nicht genauer zuordenen, ob nun 'afrikanisch' oder 'asiatisch' aber das kann man ja dazusagen, dass man da grad sehr grob kategoriesiert.

jedenfalls würde das helfen die vielen unsichtbaren afrikanischen länder sichtbar zu machen, wenn man sie benennt.

eidechse - 4. Apr, 11:58

aber eigentlich.... : inchies?

aber eigentlich wollte ich was zu inchies fragen.
wasissndas?
ok:
es erschliesst sich, dass sie 1"x1" groß sind,
und handwerklich gestaltet,
sie haben ein thema.
aber wozu und was passiert dann damit.

distelfliege - 4. Apr, 21:50

L'art pour l'art..

..oder mit anderen Worten:
NN - nutzloser Nippes.
Wobei ich finde, Inchies haben vom Format her und von der Machart her wirklich Amulettpotential.
Amanleian - 4. Apr, 21:48

Klasse, Distel, sieht toll aus, aber mir stellt sich die gleiche Frage wie Echse: Wozu??

Liebe Grüße

Anja, die gerade was neues kreiert..

Anashee - 5. Apr, 16:25

Und du hast dich dann "nebenbei" daran gesetzt und dir diese Fuzzelarbeit angetan?? Ich galube ich hätte einen Schreikrampf bekommen... *geier*
Aber ich hätt da ne Idee, Inchies zu nutzen...
Also man könnte sie als tolle Abnäher auf Filztaschen anbringen... die dann natürlich frablich zum Thema passen sollte...so als Deckel-Auf-Pimper... und da ich "zufällig" filze...

Fetzen - 5. Apr, 17:43

einen gewöhnlichen Rucksack, oder Stofftragetaschen könnte man damit auch gestalten.... finde die Idee garnicht mal so übel.

Eigentlich könnte man damit auch Klamotten aufpeppen... schaut auf Hosen (Gesäßtasche) bestimmt toll aus... und je nachdem wie diese Inchies gestaltet sind, können die mit Schutz-Magie etc. versehen werden.
zauberweib - 5. Apr, 19:51

amulettpotential?

nanu, darf ich da auf nen beitrag fürs magische basteln hoffen.....???
*öhrchenspitz*

zauberweib, der die idee gefällt :)
distelfliege - 5. Apr, 23:30

@zaubi

Glaube ich nicht, weil sobald es mir morgen etwas weniger schlecht und erkältet geht, muss ich mich um die verpassten Dinge wie Rechnungswesen lernen kümmern..
baerin - 8. Apr, 23:47

oh wie wunder...

...wunder wunderschön! Ehrlich, Deine Inchies gefallen mir sehr gut und das Amulettpotenzial sehe ich da auch! :-)
LG BärenSchwester

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