Beneidenswert???
Angeregt durch keinen speziellen Kommentar, aber so die Gesamtrichtung, in die der ein oder andere Kommentar in letzter Zeit tendierte:
Ich bin kein "Universalgenie", sondern ein Mensch.
Mir ist klar, daß es nur gut gemeint ist, dass viele meinen, ich fühle mich irgendwie geschmeichelt wenn es heisst:
Ich beneide dich
beneidenswert
wehe, du weisst das nicht zu schätzen wie du immer gleich alles kannst
du Universalgenie..
viele wären sicher froh drum wenn sie in meiner Situation wären, in einer Situation wo ein paar Leute von einem meinen, man könnte alles sogleich, man kriegt alles so gut und so schnell hin, und man wäre ein Genie. Wieso bin ich denn so undankbar dafür?
Vielleicht bin ich so "undankbar", weil es einfach nicht der Wahrheit entspricht, mir fällt nämlich nicht alles einfach so in den Schoss.
Ich kann auch nicht alles "gleich".
Mit dem entsprechenden Elan und wenn einen etwas wirklich packt, beschäftigt man sich fast 24 Stunden am Tag mit nichts anderem! Und man arbeitet enstprechend hart daran! Entsprechend schnell entwickelt man Fertigkeiten und Kenntnisse. Das ist dann bei jedem Menschen so! Unter den Umständen ist es kein Zeichen von Genialität, wenn man schnell Fortschritte macht. Das ist schlicht Normalität. Beispielsweise kenne ich eine Strickerin, die etwa zur gleichen Zeit, als ich mit Patchwork anfing, mit Stricken anfing, und von Anfang an schwierige, reizvolle Sachen strickt. Sachen die manch andere ihr Leben lang nicht anfängt.
Als ich mit Patchwork anfing, war es gleich ein grosser Quilt als Erstlingswerk.
Jeden Tag habe ich gelesen, genäht, und gelernt. Es gibt viele Patchworkerinnen die sich das am Anfang nicht zutrauen. Das ist imho Quatsch, weil ob man viele oder wenige Patchworkteile zusammennäht, und die Gesamtfläche der Arbeit dann gross oder klein wird, ist von der Schwierigkeit her völlig egal. Aber zurück zum Punkt. Viele trauen sich das nicht sofort zu und fangen mit kleinen dingen wie Topflappen an. Gut, okay. Ist aber kein Grund z.b. jemanden wie mich zu bewundern oder anzunehmen ich hätte dafür irgendein Talent. Das war kein Talent. Das war Arbeit. Zwar hat diese Arbeit Spass gemacht, aber es war erarbeitet.
Talent hab ich z.b. für Farbkombinationen oder Bildkomposition, das hab ich mir - jedenfalls nicht das ich wüsste - nie erarbeitet. Das war einfach so da. Wie eben jede/r so für irgendwas ein Talent hat. Ein Talent ist meistens auch keine Sache, die man direkt so verwenden kann. Also z.b. ein Gefühl für Farbe zu haben alleine, das bringt einem nicht viel. Man muss auch was mit Farben machen, z.b. Webdesign oder FriseurIn oder MalerIn oder so, das wiederum muss man lernen. Ich kenne niemanden der z.b. auf die Welt kam und spontan 10 Sprachen sprechen konnte, aber viele, die ein Talent für Sprache haben. Das bringt einem nur nix, wenn man keine Sprachen lernt und regelmässig spricht. Und das ist was? Ja richtig, Arbeit!
Ich bin z.b. sicher auch nicht zu blöde für Linuxkram - ich bringe schlicht nicht die Motivation auf und das Interesse an Betriebssystemen bringe ich auch nicht mit, so dass das Erarbeiten von solchen Dingen für mich nur Quälerei wäre.
Ich hoffe, ich hab hier jetzt mal mit dem Gerücht aufgeräumt, dass ich immer sofort alles perfekt kann. Das ist 'ne Ente. Also gar kein Grund mich für Dinge zu beneiden, die gar nicht vorhanden sind.
PS: Dieser Beitrag ruht in meinem Blog offline seit Mitte Januar (2009-01-21 16:55), ich habe ihn nicht veröffentlicht, weil ich dachte, die Leut gewöhnen sich an die Strickerei hier... aber da das doch noch aktuell ist wird das nun doch mal veröffentlicht.
Ich bin kein "Universalgenie", sondern ein Mensch.
Mir ist klar, daß es nur gut gemeint ist, dass viele meinen, ich fühle mich irgendwie geschmeichelt wenn es heisst:
Ich beneide dich
beneidenswert
wehe, du weisst das nicht zu schätzen wie du immer gleich alles kannst
du Universalgenie..
viele wären sicher froh drum wenn sie in meiner Situation wären, in einer Situation wo ein paar Leute von einem meinen, man könnte alles sogleich, man kriegt alles so gut und so schnell hin, und man wäre ein Genie. Wieso bin ich denn so undankbar dafür?
Vielleicht bin ich so "undankbar", weil es einfach nicht der Wahrheit entspricht, mir fällt nämlich nicht alles einfach so in den Schoss.
Ich kann auch nicht alles "gleich".
Mit dem entsprechenden Elan und wenn einen etwas wirklich packt, beschäftigt man sich fast 24 Stunden am Tag mit nichts anderem! Und man arbeitet enstprechend hart daran! Entsprechend schnell entwickelt man Fertigkeiten und Kenntnisse. Das ist dann bei jedem Menschen so! Unter den Umständen ist es kein Zeichen von Genialität, wenn man schnell Fortschritte macht. Das ist schlicht Normalität. Beispielsweise kenne ich eine Strickerin, die etwa zur gleichen Zeit, als ich mit Patchwork anfing, mit Stricken anfing, und von Anfang an schwierige, reizvolle Sachen strickt. Sachen die manch andere ihr Leben lang nicht anfängt.
Als ich mit Patchwork anfing, war es gleich ein grosser Quilt als Erstlingswerk.
Jeden Tag habe ich gelesen, genäht, und gelernt. Es gibt viele Patchworkerinnen die sich das am Anfang nicht zutrauen. Das ist imho Quatsch, weil ob man viele oder wenige Patchworkteile zusammennäht, und die Gesamtfläche der Arbeit dann gross oder klein wird, ist von der Schwierigkeit her völlig egal. Aber zurück zum Punkt. Viele trauen sich das nicht sofort zu und fangen mit kleinen dingen wie Topflappen an. Gut, okay. Ist aber kein Grund z.b. jemanden wie mich zu bewundern oder anzunehmen ich hätte dafür irgendein Talent. Das war kein Talent. Das war Arbeit. Zwar hat diese Arbeit Spass gemacht, aber es war erarbeitet.
Talent hab ich z.b. für Farbkombinationen oder Bildkomposition, das hab ich mir - jedenfalls nicht das ich wüsste - nie erarbeitet. Das war einfach so da. Wie eben jede/r so für irgendwas ein Talent hat. Ein Talent ist meistens auch keine Sache, die man direkt so verwenden kann. Also z.b. ein Gefühl für Farbe zu haben alleine, das bringt einem nicht viel. Man muss auch was mit Farben machen, z.b. Webdesign oder FriseurIn oder MalerIn oder so, das wiederum muss man lernen. Ich kenne niemanden der z.b. auf die Welt kam und spontan 10 Sprachen sprechen konnte, aber viele, die ein Talent für Sprache haben. Das bringt einem nur nix, wenn man keine Sprachen lernt und regelmässig spricht. Und das ist was? Ja richtig, Arbeit!
Ich bin z.b. sicher auch nicht zu blöde für Linuxkram - ich bringe schlicht nicht die Motivation auf und das Interesse an Betriebssystemen bringe ich auch nicht mit, so dass das Erarbeiten von solchen Dingen für mich nur Quälerei wäre.
Ich hoffe, ich hab hier jetzt mal mit dem Gerücht aufgeräumt, dass ich immer sofort alles perfekt kann. Das ist 'ne Ente. Also gar kein Grund mich für Dinge zu beneiden, die gar nicht vorhanden sind.
PS: Dieser Beitrag ruht in meinem Blog offline seit Mitte Januar (2009-01-21 16:55), ich habe ihn nicht veröffentlicht, weil ich dachte, die Leut gewöhnen sich an die Strickerei hier... aber da das doch noch aktuell ist wird das nun doch mal veröffentlicht.
distelfliege - 10. Feb, 11:20


"Genialität ist ...
Ich bin da etwas vorsichtiger als der olle Thomas Alva, schon weil ich weiß, wie stark Edison vom "protestantischen Arbeitsethos" geprägt bis deformiert war. (Zu Deutsch: ein egomaner, rücksichtsloser, manchmal richtig fieser, Workoholiker.)
Was Du ja (hoffentlich) nicht bist. Ich vermute aber, dass Du vielseitig begabt bist . Dass jemand zugleich handwerklich wie künstlerisch wie intellektuell begabt ist, ist auch nicht eben der Normalfall. Dass Du Deine Begabungen auch, mit einigem Fleiß, aktivierst,, kommt sogar noch seltener vor. Die meisten Menschen, die ich kenne, haben "ihren" Beruf, und "ihr" meist schon seit früher Jugend ausgeübtes Hobby und bringen nur selten genug Enthusiasmus zusammen, um mit viel Energie etwas Neues anzupacken - es sei denn, sie müssen.
Von daher kann ich schon verstehen, dass der oder die eine oder andere Dich für eine Art "Wundertier" halten.
Und ich kenne auch viele, die Neues lernen und begeisterungsfähig sind und dann auch schnell in ihrem Können fortschreiten. Nicht nur die im Beitrag genannte Strickerin, auch eine die letztes Jahr mit Patchwork begann und jeden Monat immer anspruchsvollere Teile machte bis sie dann die schwersten Muster drauf hatte. Und das alles sehr exakt und handwerklich supersauber. Dann kenn ich Leute die meinen Beruf erst in der "Blüte ihrer Jahre" lernten und so weiter.. ich denke irgendwo sind diese drei Dinge, Hirn, Hand und künstlerischer Ausdruck - Geburtstrecht jedes Menschen. Ich glaube, irgendwo fehlt was wenn einem Menschen eine dieser drei Formen schlechtgemacht wird.
Am öftesten kommt das sicher auf dem Gebiet "Kunst" vor, wo die meisten Leute sich direkt nach dem Schulabschluss jegliche Aktivität mit dem Grund verbieten, nicht begabt zu sein. Dann gibts sicher die KopfarbeiterInnen die sich für handwerklich unbegabt halten und die HandwerkerInnen die sich für blöd halten, aber das ist alles eine Frage einer ungesunden Trennung von ursprünglich "ganzheitlich" zusammengehörigen menschlichen Ausdrucksformen.
Ich glaube daran (es ist nur eine Hypothese, daher kein Wissen, sondern Glauben) dass diese Trennung die Menschen beraubt. Und deshalb mache ich mir persönlich traurige Gedanken wenn meine Sachen, die ich mache und an denen ich mich freuen möchte, andere Menschen sich neidisch fühlen lassen. Um ein Geburtsrecht sollte niemand jemand anderen beneiden müssen.
Ich bin handwerklich untalentiert
"Kein Talent" heißt in der handwerklichen Praxis "mehr Übungsaufwand". Wenn es Spaß bringt oder sich finanziell lohnt (kleine Reparaturen selbst ausführen) bringe ich die für mich nötige Hartnäckigkeit auf, ansonsten eher nicht.
genau, die truhe..
Ich find grad so handwerkliche Dinge, und da rechne ich mal Handarbeit mit rein, sind sehr viel Übungssache, und der Rest ist eine Sache von professionellem Equipment. :-)