Wallraff macht ein komisches Gefühl
Nachdem sich in letzter Zeit die Meldungen im TV häuften, dass Günter Wallraff mal wieder eine Enthüllungsreportage/Undercover-Aktion als angepinselter Schwarzer absolviert hat, muss ich ja hier mal sagen, dass ich beim Ansehen dieser Berichte ein ganz komisches Gefühl hatte. Wie Wallraff schwarz angemalt wird, war zu sehen, wie er eine Karnevals-Afro-Perücke aufkriegt... ich weiss nicht.
Mir war das peinlich, mir sowas als Weiße anzusehen. "Boah, da muss ich mich als Weiße ja vor Schwarzen schämen" dacht ich mir so.
Was sagen eigentlich Stimmen aus der afrodeutschen Community zum Thema Günnis neuer Film?
Wallraff als Undercover-Schwarzer auf black.in.nrw Blog
"Ein angemalter Weißer ist kein Schwarzer"; Interview mit der Autorin Noah Sow
Deutsche Welle über den Film - darunter ist ein Audio-Interview mit einem afrodeutschen Politologen, Kani Tuyala, über den Wallraff--film anklickbar.
Es gibt da also schon verschiedene Stimmen dazu, was ich auch besser gefunden hätte, wäre, wenn Wallraff einen echten Schwarzen mit versteckter Kamera begleitet hätte, also seinen Prominentenstatus eingesetzt hätte, damit Erfahrungen von Schwarzen mehr Öffentlichkeit bekommen, ohne sich selber dabei zwangsläufig in den Einzelkämpfer-Heldentums-Mittelpunkt stellen zu müssen...
Mir war das peinlich, mir sowas als Weiße anzusehen. "Boah, da muss ich mich als Weiße ja vor Schwarzen schämen" dacht ich mir so.
Was sagen eigentlich Stimmen aus der afrodeutschen Community zum Thema Günnis neuer Film?
Wallraff als Undercover-Schwarzer auf black.in.nrw Blog
"Ein angemalter Weißer ist kein Schwarzer"; Interview mit der Autorin Noah Sow
Deutsche Welle über den Film - darunter ist ein Audio-Interview mit einem afrodeutschen Politologen, Kani Tuyala, über den Wallraff--film anklickbar.
Es gibt da also schon verschiedene Stimmen dazu, was ich auch besser gefunden hätte, wäre, wenn Wallraff einen echten Schwarzen mit versteckter Kamera begleitet hätte, also seinen Prominentenstatus eingesetzt hätte, damit Erfahrungen von Schwarzen mehr Öffentlichkeit bekommen, ohne sich selber dabei zwangsläufig in den Einzelkämpfer-Heldentums-Mittelpunkt stellen zu müssen...
distelfliege - 27. Okt, 17:14


http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/5283/in_der_hochburg_des_hasses.html
Wobei ich sagen muss, dass die zwischen Mut und Übermut ein schmaler Grat ist, und grad bei Griffin hätte das wirklich übel enden können - ihm fehlten da auch die Überlebensstrategien, die "echte Schwarze" erwerben mussten.
Ergänzend muss ich dazu sagen, dass ich beide Projekte schon auch gut finde, weil sie das Thema Rassismus präsent machen. Aber die Maskerade von Wallraff ist halt echt peinlich. Wallraff, hab ich gestern auf Youtube gesehen (und den Link nicht mehr parat) hat über Noah Sows Kritik gesagt, dass es gut und wünschenswert wäre, wenn aufgrund seines Films die Bücher und Filme der echten Schwarzen mehr Aufmerksamkeit bekämen. Dann hätte der Film ja noch einen weiteren Nutzen. (Und nennt den Titel von Sow's Buch prompt falsch... argh, peinlich!!! "Schwarzweiss oder so" - neeeeieeen, das Buch heisst "Deutschland Schwarz Weiss") Da hat er dann auch wieder recht.. es wär nur weniger traurig, wenn die längst vorhandenen Filme und Bücher wirklich mal geguckt und gelesen würden.
*winks*
Irgendwie kommt mir Wallraff "billig" vor
Griffin hat eine Menge riskiert. Wenn ich lese, dass er Methoxsalen und UV-Licht benutzte, um wirklich dunkelhäutig zu werden - was meines Erachtens mit einem enormen Hautkrebsrisiko verbunden ist (er stark allerdings an den Folgen seiner Diabetes ) - dann habe ich den Eindruck, dass es ihm bitter ernst war. Er hat ja auch viel Einstecken müssen. Zu seiner Zeit, und in den Südstaaten der USA, war eine Under-Cover Aktion dieser Art , ungeachtet der nachvollziehbaren Kritik Malcolm Xs, richtig und wichtig.
Wallraff riskierte nicht viel, enthüllte (so weit ich weiß) nichts, was nicht längst bekannt ist und seine Aktion ist eher karnevalesk. Ich finde es schade, dass ein zurecht berühmter Undercover-Journalist sich auf diese Weise selbst demontiert.