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Bioregionalismus

..ein Thema über das ich im Rabenclanforum gestolpert bin, wo der Begriff am Rande erwähnt wurde. Was ist Bioregionalismus?
Dazu Wikipedia, Bioregionalismus

Das ist ein komplexes Thema, was auch ein bissel "haarig" ist, weil es, soweit ich informiert bin (habe mal das Buch vom Schweidlenka über Bioregionalismus gelesen) zwar aus linksalternativen Kreisen in den USA stammt, in Europa aber flugs von der "neuen Rechten" aufgegriffen wurde, und in deren Konzept vom "Europa der Regionen" (wo jede Region kulturell und von der Abstammung der Bewohnerschaft möglichst monoton - homogen sein soll) eingefügt.

Wer sich mit Bioregionalismus beschäftigt ist also direkter Konkurrent von der "Ausländer raus" Fraktion, und das heisst - unvorsichtig und naiv ranzugehen wäre ein Zuarbeiten für diese Fraktion. Die würden dann deine Arbeit und deine Artikel nehmen und für sich benutzen. Scheisse, das, wenn ihr mich fragt.

Ich denke Bioregionalismus ist keine schlechte Idee. Aber haben wir "Linke" (sag ich mal so) bei diesem Thema schon verloren? Haben es die Rechten schon geschafft das Thema für sich zu vereinnahmen? Ich habe keinen Plan wie die Szene momentan aussieht.

Unsicherheit.
shaman-ca - 26. Aug, 09:13

schwieriges Thema

... und die Göttin kannte keine Begrenzung. Die Eifler Matronen fand ich wieder als Nehalennia am Nordmeer. Ist es Angst vor dem da draußen, dass man es sich drinnen gemütlich machen will? Ich kann die Frage nicht beantworten und tingle durch die Welt als Gast wie es schon meine Vorfahren taten. Mein Herz schlägt grün und links. Ist es richtig sich der Politik zu entziehen oder ist es besser mitzumischen? fragende Grüße von silvia

MMarheinecke - 27. Aug, 14:01

Hi, silvia,

Ist es Angst vor dem da draußen, dass man es sich drinnen gemütlich machen will? - Ich denke: Ja. Mann nennt das auch: Wagenburgmentalität. Dagegen gefeit bin auch ich nicht.

Eigentümlich, dass ausgerechnet Deine Freundschaft mit Kali dich von der Mitgliedschaft beim "Rabenclan" abgehalten hat - es heißt zwar in der Präambel: "Wir stehen in der Nachfolge der alten vorchristlichen Religionen Europas. Wir sehen es als unsere Aufgabe, deren altes Wissen zu sammeln, zu bewahren und anzuwenden", aber das schließt nicht-europäische Religionen nicht aus.
Aber vielleicht hat Dich Kali auch nur gewarnt, dass der Rabenclan in eine Richtung driftet, die mit den "alten vorchristlichen Religionen", egal, ob europäisch oder nicht, wirklich nicht viel zu schaffen hat: http://www.nornirsaett.de/doc/ario/artikel21.html
- dabei hat mir der Verein so viel bedeutet.

Deprimierte Grüße,
Martin
jana_rotermond - 26. Aug, 10:28

Hi Distel,

ha! besser hätte ichs nicht sagen können :) ich bin vor nem Jahr oder 2 über "Bioregionalismus" gestolpert und finde es total spannend und bin endgenervt, dass es rechts besetzt ist. Ich fänd das echt nen gutes linkes Thema - muss gestehen, dass ich noch nicht weit vorgedrungen bin, was das genau alles umfasst.

*nerv*

@shaman-ca: ich hab (linken) Bioregionalismus nicht als Begrenzung verstanden - aber die Matronen haben halt am Meer nen anderen namen als in den Bergen. Und heute ökolögisch, erdverbunden und nachhaltig wirtschaften heißt einfach auch regional wirtschaften, oder nicht?
Aber das schöne wäre ja, dass bioregionalismus auch ohne die negative Abgrenzung funktionieren würde. Ist ja normal, dass in jedem Bergdorf ein anderer Dialekt und herrscht z.b. und trotzdem haben sie enorme Gemeinsamkeiten und schlagen sich nicht die Köppe ein...
Das sind zumindest meine ersten Gedanken bei dem Thema, so richtig dolle mit beschäftigt hab ich mich ja nicht.

lieben Gruß,
jana

Metua - 26. Aug, 10:32

linke themen adaptiert

das genau ist das problem, die rechten nehmen sich der themen an die eigentlich seit jahren von der linken bearbeitet werden. vermischt mit volkischem/nationalem kram ergibt das eine explosive und leider eine für viele schichten attraktive mischung. Wenn linke kritik dann nicht sehr sehr genau ist, kann man leicht verwechselt werden.
distelfliege - 26. Aug, 12:28

Hi Metua, Jana & Shaman-ca

Bioregionalismus ist für mich vor allem eine politisch-wirtschaftliche Geschichte, und hat von spirituell-religiösen Anklängen möglichst neutral/universell zu sein, weil ich keinen Bock hätte drauf daß Angehörige irgendeiner Religion ausgeschlossen würden.
Ein Beispiel: In den USA wo die Idee herstammt, werden die Regionen nach geographischen Merkmalen (z.b. ein Fluss als natürliche Begrenzung) eingeteilt. In Europa, von den "neuen Rechten" wird nach Kultur("Volkstum") in Regionen abgegrenzt. Im Rabenclanforum wurde nach Sprache/Dialekt ein Versuch gemacht den deutschsprachigen Raum einzuteilen in Regionen. Und schon sitzt mensch dem "Kulturaufteiler" auf. So schnell kann das gehen.
Beim Bioregionalismus sollte es gehen um mehr Möglichkeiten zu basisdemokratischen Strukturen, um mehr wirtschaftliche Vernetzung in der Region und mehr das Nutzen regionaler Produkte, um mehr gegenseitige Hilfe und Organisation in der Region, und NICHT um regionale "Einzelkulturen" die in sich möglichst monoton sind.
Jeder Akt der Marginalisierung von bestimmten BewohnerInnen einer Region ist imho sehr hinderlich für regionale gegenseitige Hilfe & Selbstbestimmung. Dann hieße das "Regionale Netzwerke ja, aber bitte ohne DIE da".
Ich weiß nicht Metua ob das schon eine Kritik ist die präzise genug ist..
Als kleine Geschichte.. ich habe als ich 17,18 war und noch bei Mami und Papi wohnte regelmässig das Greenpeace-Magazin gelesen, was Mami&Papi erhielten. Da hatte Greenpeace Ortsgruppe Hamburg eine kleine Aktion gegen Rassismus gemacht, und darüber stand im Magazin eine kleine Notiz. Im nächsten Heft hagelte es Leserbriefe daß Greenpeace gefälligst bei Ökothemen bleiben solle und Deutschland sei eh ach so überladen ökologisch gesehen und daher Ausländer raus usw. - Die Redaktion stellte einer sich auf drei Seiten erstreckenden Auswahl von Leserbriefen das Vorwort voran, daß sie schockiert seien von ihrer großen rechten bis rechtsradikalen Anhängerschaft, was sie sich so gar nie hätten träumen lassen. Und das alles kam ans Licht, weil irgendwo in Hamburg irgendeine kleine Ortsgruppe sich erdreistete, ein kleines Kunst-Aktiönchen auf der Strasse zu machen gegen Rassismus.

shaman-ca - 27. Aug, 07:45

Hi Distel, regionale Netzwerke erinnern mich an die Stammesgesellschaften der Matriarchate, ist ein schöner Gedanke.

Rabenclan ;-) Mein Sein beim Rabenclan scheiterte daran, dass ich mich in der voreuropäischen heidnischen "deutschen" Tradition definieren sollte. Geht nicht, stellte ich fest, Kali würde mir sehr fehlen, also weg vom Rabenclan ;-)

herzliche Grüße
silvia
shaman-ca - 27. Aug, 21:59

Martin, nein, ich habe keine Wagenburg um mein Heim gebaut, ich lebe in der Welt. Durch deinen link kam ich u.a. wieder zu ZEGG und anderen Vereinigungen.... und mir kam wieder das kotzen *sorry Distel* Es ist eine andere Art, aber keine neue, nur perfider, Frauen wieder gefügig zu machen.... und sie halten wieder die Brüste hin und nähren.... bin ich froh, dass es hier andere wache Frauen gibt, denen fühle ich mich zugehörig. Rabenclan: ich gehörte von der Idee, über die Gründung bis Samhain 1995 dazu.Es war ein Machtgerangel um Posten, Satzungen, Darstellungen usw. Zeit zu gehen und damit endgültig allem den Rücken zu kehren was sich institutionalisieren will. Ich bin freifliegend ohne gemeinschaftliche Definition und bleibe es, basta.

herzlichst
silvia

MMarheinecke - 27. Aug, 23:54

Gute Wahl, silvia!

Hätte mir auch ´ne Menge Nerven erspart. Beim ZEGG und Tamera kam mir auch das Kotzen, weil ich Gurus und Heilsbotschaften nun mal nicht mag. Du schreibst: "Es ist eine andere Art, aber keine neue, nur perfider, Frauen wieder gefügig zu machen.... " - stimmt, es ist schon perfide, wie sich Frau Sabine Lichtenfels den Mythos Matriarchat für etwa zunutze macht, was ich nur als freiwillige Unterwerfung bezeichnen kann, als Unterwerfung unter Macht- und Vernichtungsphantasien, unter eine letzten Endes unhinterfragbare Ideologie, als Unterwerfung unter etwas, das auch mir als Mann als uneingestandenes "Machismo" der ekligen Sorte anwidert. Und jede Frau will ein "Alpha-Männchen" *bösgrins*. Von wegen "freie" Sexualität - nachdem ich einiges las, was Duhm & Lichtenfels zu ihrem Thema Nr. 1 schrieben, kann ich verstehen, weshalb die Traurigen Tantriker viel von sexy sein reden, aber so unsexy wirken.

Nee, Leute, laßt Euch den "Bioregionalismus" nicht von den "Völkischen" klauen! Dezentral, basisdemokratisch und auf keinen Fall durch sichtbaren und unsichtbare Schlagbäume zum Nachbarn abgegrenzt - und immer als Bestandteil eines größeren Bundesstaates - ich weiß schon, warum mir die Schweizer Kantönlis so sympathisch sind.

MM

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