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Tagebuch

Donnerstag, 19. Mai 2005

Feuerwehr

feuerwehr1

Vorher

feuerwehr

Nachher

Auf dem Heimweg bin ich an einem brennenden Auto vorbeigekommen. Warum es gebrannt hat, weiß ich nicht, aber hier sind ein paar Dinge, über die Berliner Feuerwehr.
Es gibt in Berlin freiwillige Feuerwehren und eine Berufsfeuerwehr. Das muß so sein, weil jede Stadt über 100.000 Einwohner hat vom Gesetz her eine Berufsfeuerwehr zu haben. In Friedrichshain zb. hat die Berufsfeuerwehr eine Besatzung von ca. 85 Leuten, und die Freiwillige Feuerwehr sind 17 Leuts.
Berlin hat insgesamt 3900 Feuerwehrleute - allein in der Berufsfeuerwehr.
In Berlin ist es ausserdem so, daß die Feuerwehr Rettungsdienst fährt, also Leut ins Krankenhaus usw. Ich schätze mal, das macht auch das meiste der Einsätze aus, Kranke in der Gegend rumkutschieren. Als ich mal eine bewußtlose Frau im Park gefunden hatte, und am nächsten S-Bahnhof von der Aufsicht die Rettung rufen ließ, kam auch die Feuerwehr.
Außerdem arbeiten die Feuerwehrleute in 42 Stunden Wochen mit 12 - Stunden-Schichten bzw. 55 Stunden Wochen mit 24-Stundenschichten, und Wechselschicht. Das finde ich ganz schön viel.
Das "Wahrzeichen" der Berliner Feuerwehr ist ein Lösch-Trabi, ein zum Feuerwehrauto umgebauter Trabant.

Alles das schreiben sie auf ihrer Webseite Berliner-Feuerwehr.de . Für einen Dachstuhlbrand brauchten sie letztens 5 Löschautos, 3 Wagen mit so Leitern/Körben, 2 Rettungswagen und 6 hm.. "Sonderfahrzeuge".
Für die Feuerwehr sind Tiere "auch Menschen" - Tiere und Menschen werden in "Sicherheit gebracht" und Sachen und Leichen werden "geborgen" in der Feuerwehrsprache. Die Feuerwehr ist also schon mal weiter als die Gesetzgebung, nach der Tiere "Sachen" sind.
"NAW" - was für manche schamanisch Tätige "Nichtalltägliche Wirklichkeit" heisst, bedeutet "Notarztwagen" *gg*

Außerdem fand ich auf deren Webseite dieses lustige Bild von einem Laster, der zu groß war um unter ner Brücke durchzufahren. Oder das, was ist, wenn eine Autobahn plötzlich eine Delle hat, und jemand der sich nicht entscheiden konnte: fahr ich Auto oder U-bahn? Und verlorengegangene Elefanten werden nach Hause gebracht.

Das wars von mir zum Thema "Feuerwehr"

:)

Dienstag, 17. Mai 2005

komischer Traum

Ich und Jana waren auf Fahrrädern an einem Fluß mit Bahndamm und Brücke - wo wir übernachten wollten und Fahrräder und Zelte dabei hatten. Leider war das ein Privatgrundstück, und wir sind beim Aufbau erwischt worden. Ich sollte zur Arbeit und stellte fest, daß es schon so spät ist daß ich nicht mehr pünktlich kommen kann, und das am ersten Tag. Ich wollte dort dann anrufen, und dazu war ich in einem Wartehäuschen auf der Brücke am Gleis. Da war ein Heini mit Handy, aber die Nummer war falsch, und am anderen Ende war jemand, der nur so tat, als wäre er von dem Betrieb, und die richtige Nummer ließ sich nicht wählen.
Dann bin ich halt so losgefahren, und auf einer Serpentinenstraße abwärts geriet ich mit dem Fahrrad in eine Horde braunhäutiger Kinder, die mir während der Fahrt mein Fahrrad demontierten. Ich habe sie wegschubsen wollen, aber sie waren zu Viele.
Dann ging ich zu Fuß weiter und kam in eine gruslige Welt voll Bauernhöfen an matschigen Wegen, in denen Menschen lebten, die ganz arg in ihren Zwängen gefangen waren. Ich ging weiter und an einem sonnigen Hang führte der Weg weiter runter zur Küste, zum Meer.
Aus den Büschen kamen wild aussehende Frauen, die eine sagte mir, ich sei ein Geist und habe es nicht gemerkt. Daher das komische Verhalten der anderen Leute mir gegenüber: Weil Geister, die sich für Menschen halten, oft von Menschen bemerkt werden, aber schlecht behandelt. Danach sollte ich lernen, unsichtbar zu sein. Wir wanderten am Meer entlang. Ich hatte einen Hund bei mir, und uns kamen lebende Menschen entgegen.
Es gelang mir nicht einer Frau, ebenfalls mit Hund, gegenüber unsichtbar zu bleiben, und das lag an unseren Hunden, die sich beschnüffelten, und deswegen entdeckte sie mich. Dann bin ich aufgewacht.

Montag, 16. Mai 2005

Nazi-Spam @gmx

...über meine Gmx-Adresse krieg ich plötzlich ausländerfeindlichen Spam. Falko wies mich im Chat dann auf den Artikel bei Heise.de hin

Ischa übel.

Katziiiiiiiiiis

Ich war heute bei Jana, und ihre kleinen Katzis haben die Augen aufgemacht heute - jedenfalls halb schon.
Aber lassen wir Bilder sprechen!

kazis2

kazis3

kazis4

kazis5

kazi

Lucia hat ihnen auch schon provisorische Babynamen gegeben.
*gggg*

Sonntag, 15. Mai 2005

Holocaust-Mahnmal

Viele, viele Touristen waren da. Das Stelenfeld des Mahnmals schafft es leidlich, die Menschen zu verschlucken, so daß - sagen wir - eine maximale Zahl von Leuten darin verschwinden kann, ohne daß das Ambiente grauer Würfel von außen beeinträchtigt würde.
Allerdings fand ich wider Erwarten das Mahnmal bedeutungsleer und es brachte nichts rüber. Die Bilder zb in der Zeitung hatten da eine stärkere Wirkung als das selber vor Ort sein. Im Stelenfeld kann man zu Stellen gehen, wo die Dinger einen um 3 Meter überragen.



Ich bei dem weitgehend vergeblichen Versuch das Mahnmal für sich zu mir sprechen zu lassen.

Der Beton ist völlig glatt und hat irgendwie nen "Lotos-Effekt", die Regentropfen perlen dran ab. Aber es ist so leer an Eigenbedeutung, scheint mir. Die Geräusche der durchströmenden Touristen füllen es effektiv auf. Ich hatte wenigstens so ein kleines Quentchen Beklemmungseffekt erhofft, aber: Null, Nada. (Wer den Beklemmungseffekt nicht kennt, gucke sich einen beliebigen Lars von Tier - Film an).

Rose auf einer der Betonsäulen

Eine niedergelegte Rose.

auf dem Hin- und Rückweg vom Mahnmal bin ich an einem ganz anderen Mahnmal vorbeigefahren: Die "Stolpersteine" von Günther Demnig. (Jeder Link führt zu ner anderen Seite auf der es um die Aktion geht). Ich kenne die Stolpersteine in meiner nächsten Umgebung, in meinem Kiez. Die zwei jüdischen Frauen, denen Steine in der Samariterstraße gesetzt wurden, hießen Edith und Tina. Die zwei Kommunisten, deren Steine am Bersarinplatz im Gehweg eingesetzt sind, hießen Hermann und Gustav. Den Geburtsdaten und Nachnamen nach waren sie Mutter und Tochter, Vater und Sohn. Das Sponsoring eines Steins kostet nur 95 Euro, und die Steine bezahlen Privatleute, oder Schüler sammeln für nen Stein, und der Günther Demnig macht die dann. Ich find das klasse von dem, weil die Initiative gibt er den Leuten in die Hand, also nach ihren nicht mehr vorhandenen Nachbarn zu suchen und dann macht er ihnen so einen Stein, und er und seine Frau organisieren das mit dem Bauamt usw. Der Günther Demnig macht das quasi so wie ein Verleger nicht von Steinen, sondern von einem Buch in welches die Statements von Menschen aufgenommen werden zu einem bestimmten Thema. Manche lehnen die Stolpersteine ab weil sie mit Füssen getreten werden. Allerdings sollen die durch das Betreten ja auch "blank" und damit sichtbar bleiben. Die zwei Steine in der Samariterstraße müsste man z.b. mal putzen, weil die nicht auf der "Latschlinie" liegen und sie schon so angelaufen sind daß man sie im grauen Pflaster schwer sehen kann.

Naja, also das von mir, ich geh jetzt nochmal raus und putz diese zwei Steine da. Mal gucken ob ich noch irgendwo ne Tube Politur hab *ggg*

tinaedith

So sehen die Stolpersteine aus (ungeputzt)

edithtina

geputzte Steine

Hobby Weblog?

...so langsam scheint sich rauszustellen, für wen Webloggerei ein Hobby wird, und für wen es ein Zwischendurch-Hobby gewesen ist *g*
Das Log von der lieben Gwen, welches zwei Einträge enthielt, einen von 2004, und einen vom Februar 2005, habe ich aus den Links wieder rausgetan wegen Ausgestorbenheit, und das von Elea hat sich auch einen "Abstiegsplatz" auf der Linkliste erobert. Ich habe die Weblog-Links grob sortiert nach Beitragshäufigkeit und persönlichem Bekanntheitsgrad, wobei hm.. die Bekannten und Freunde oben stehen, aber in die 2. Liga der "Kenn ich vom Lesen von anderen Foren" absteigen können *g*
Die Logs der "Silberliga" (Silver und Silberelfe) haben nach einem furiosen Start stark an Beitragszuwachs nachgelassen, was schad ist, da an jeder der beiden eine Journalistin verlorengegangen ist, und seit Mitte April prüllt Urd triumphierend, und hört nicht auf. (Nachträglicher Edit: Urd is back! Ich nehm alles zurück *g*)

Ich werde Konsequenzen ziehen.. Zauberweibs Gruschelkiste wird in Zukunft auf Platz 1 der Top of the Blogs-FreundInnen-Oberliga geführt, und Shaman-ca's Tagebuch wird wegen ständiger Aktualisierung einen wahnsinns-Sprung nach oben erfahren.

Außerdem werd ich sobald ich mein Sonntagfrüh-Käffchentrinken und Aufwachen abgeschlossen habe, mir das Holocaust-Mahnmal in Berlin, das ich im TV und Zeitung nu schon paarmal gesehen habe, live anschauen.

Zumindest jetzt schaut die Tagesplanung noch so aus.

Samstag, 14. Mai 2005

Netze knüpfen

Auf eine spannende Seite bin ich grade gekommen:
Das Hochseilnest von Josella Simone Playton.
Da gehts um das spannen von begehbaren Netzen aus Seil in Bäumen, und ich bin zwar erst bei den Anfangskapiteln aber falls nicht bald noch jemand in den Chat kommt, werde ich mich da hoffnungslos festlesen.
Besonders, nachdem schon mehrere Netze mit Seilen für hunderte von Deutschmarks in den Bäumen sich befinden, der Satz
"Es wurde nun auch dringend Zeit, den WaldBesitzer zu informieren, bevor der von selber dahinter kommt, daß irgend jemand seinen ganzen Wald einschnürrlt."

LOL

Donnerstag, 12. Mai 2005

Heute mal was triviales:

Ich habe eine elektrische Zahnbürste!
Juhuuuuuuuuuuuuuuu
Endlich beim zähneputzen faul sein!

Dienstag, 10. Mai 2005

Jonglieren mit Zahlen & Adrenalin

Ich sitze gerade hier und wart auf nen Anruf von einer Biobäckerei *gna Adrenalin*
:-)

Währenddessen versuch ich ein Gefühl für Zahlen zu bekommen. Ich wußte bis eben nicht (mehr) wieviele Nullen eine Milliarde hat.
Wikipedia hilft:
1 000 000 = eine Million
10 000 000 = zehn Millionen
100 000 000 = hundert Millionen
1000 000 000 = 1 Milliarde.

Wikipedia: Zahlennamen

In dem Versuch mir besser vorstellen zu können was "wir" an Israel gezahlt haben, habe ich gerechnet:
1952 vereinbarte Adenauer mit Ben Gurion Zahlungen von 3 Milliarden Mark an Israel (in Sachgütern)
Der Bundeshaushalt 1952 betrug 23,2 Milliarden. (Laut nem pdf der Dt. Bank) Die Zahlungen waren 1966 beendet. Also 14 Jahre. 3 Milliarden durch 14 sind 0,215 (gekürzt) also auf ein Jahr. Das waren vom Haushalt damals 0,93 Prozent (gekürzt). Das ist für die heutigen Zahlen nicht viel aber für damals wars schon ne Menge Holz. Nur, das ist ja seit fast 40 Jahren vorbei. Und es wurde hauptsächlich in Sachleistungen gezahlt, d.h. die deutsche Wirtschaft musste das Geld nicht in Cash zuerst verdienen sondern konnte direkt auch Produkte und Waren dafür benutzen.
Quelle

Was googlen alles bewirkt: In einem Gruftelforum fand ich folgendes Zitat:

"ich weiß nicht wie hoch die jährlichen zahlungen an israel sind, aber ich weiß auch nicht, was sie nach all der zeit noch bezwecken sollen. die betroffenen sind größtenteils vor jahren an alterschwäche gestorben. die leute die das finanzieren, haben damit überhaupt nichts mehr zu tun! deutschland braucht dringend geld! warum nicht endlich diese zahlungen einstellen?"

Komisch, welche Zahlungen sind da gemeint? Ich finde per google keine. Symptomatisch: "Ich habe keine Ahnung von Zahlungen, aber ich meckere mal darüber." Quelle

Direkt die erste Antwort auf den Thread: "Ich finde da kann man dir nur recht geben die Kriegsschuld die wir noch zahlen müßten andere Länder die, die Juden schon vor uns verfolgt haben, auch zahlen." - Komisch! Auch dieser Mensch meint, von aktuellen Kriegsschuld-Zahlungen zu wissen. Lebe ich in einem Paralelluniversum, in dem das zufällig nicht stattfindet? Oder was ist los? Und wer sind "wir" - die DDR hat - soweit ich rausfinden konnte - nie an Israel irgendwas gezahlt. Stattdessen wurde die PLO gefördert.

Überhaupt ist es seltsam.. die Antwortenden in dem Thread greifen das Thema "Zahlungen" auf, setzen diese als gegeben und das, ohne nachzufragen. WARUM??

Es existieren keine Entschädigungszahlungen an Israel seit 1966. Es gibt genausowenig momentan Wiedergutmachungszahlungen vom deutschen Staat an den israelischen Staat. Sollte es sie doch geben, dann finde ich nichts dazu.

Was oft vermischt wird, sind alle möglichen Zahlungen aus den verschiedensten Gründen an die verschiedensten Länder und Einzelpersonen. In einer schier unglaublich doofköpfigen Manier wird alles auf einen Brei reduziert in dem "wir" zahlen und "die da" - vor allem "die Juden" halten die Hand auf. Daß die so konstruierte Situation jeglicher realen Grundlage entbehrt, interessiert wieder mal keinen.

Erst einmal kann es von Deutschland an Israel gar keine Bezahlungen von Kriegsschuld geben, da beide Staaten nie Krieg gegeneinander geführt haben. Kriegsschuld bezieht sich immer auf andere Staaten, z.b. England.

Entschädigungen an Israel gab es auch keine, was Adenauer vereinbart hat, nannte sich "Wiedergutmachung".

So wie ich das verstanden habe, gliedert sich das ganze so auf:

1. Entschädigungen für den Krieg an andere Staaten
2. Entschädigungen an Einzelpersonen wie z.b. Zwangsarbeiter (zum grössten Teil nicht bezahlt, laufende Verhandlungen, potentielle EmpfängerInnen sind gen Ende der Verhandlungen wohl eh sehr alt oder verstorben)
3. Wiedergutmachung an Israel (bezahlt - s.O.)

Wenn ich das mal kurz so wiedergeben darf.. Zuerst mal wäre das "Potsdamer Abkommen" zu erwähnen, nach dem die Siegermächte in ihren jeweiligen Besatzungszonen Reparationen erhalten sollten/"entnehmen" oder wat. Dazu steht auf dieser Seite:
"Artikel IV regelt die Reparationsleistungen aus Deutschland. Dabei betrachten die Alliierten die deutsche Wirtschaft als Einheit, deren Zusammenbruch vermieden werden soll. Diesem Grundsatz steht jedoch die Vereinbarung entgegen, daß jede Besatzungsmacht ihre Ansprüche auf Reparationen vor allem aus ihrer Zone befriedigen soll. Der Sowjetunion wird daneben auch industrielle Ausrüstung aus den Westzonen zugestanden."
Und hier das gesamte Potsdamer Abkommen

Danach kam nix weiter. Mir ist unklar ob die Reparationen "entnommen wurden" oder ob nicht vielmehr stattdessen die Wessi-Wirtschaft neu aufgebaut wurde durch die Siegermächte. Zu lang isset her, der Geschi-Unterricht *seufz*

Es gab 1953 das Londoner Schuldenabkommen. Was war das?
"Londoner Schuldenabkommen, am 27.2.1953 unterzeichnete die Bundesrepublik in London einen Vertrag mit 18 Staaten (später um 14 erweitert) über Anerkennung, Regulierung und Tilgung der seit dem 1. Weltkrieg entstandenen deutschen Schulden (Auslandsanleihen, Reparationen, Marshallplan-Gelder u.a.). Das am 24.8. per Gesetz angenommene und am 16.9.1953 in Kraft getretene Londoner Schuldenabkommen beruhte auf dem Anspruch der Bundesrepublik, Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches zu sein, was die Übernahme der Schulden des deutschen Gesamtstaats einschließen mußte, die auf 15.28 Mrd. DM festgelegt wurden. Sie sollten in Raten abgezahlt werden Durch das Abkommen wurde die Kreditwürdigkeit der Bundesrepublik wiederhergestellt und ihre Aufnahme in den Internationalen Währungsfond (IWF) möglich."
Quelle: Infobitte Lexikon

Darin wurde festgelegt, daß Reparationen nicht festgelegt werden, sondern bei einem späteren Friedensvertrag festgelegt werden sollen. Diesen Friedensvertrag gab es dann ganz lange nicht. das "Zwei plus Vier Abkommen" von 1990 zur dt. Wiedervereinigung kann als dieser Friedensvertrag gesehen werden. Dort wurde gesagt, daß Kriegsschulden momentan nicht das Thema sind, da Deutschland genug zu tun habe mit normaler Staatsverschuldung.

Also wie dem auch sei, weiter im Text. Mit einigen Staaten hat Deutschland (BRD) in der Zeit zwischen dem Londoner Schuldenabkommen und dem zwei plus vier Vertrag individuelle Entschädigungsverträge ausgehandelt. Das waren aber niemals Reparationen, also für die Zerstörungen des 2. WK geleistete Zahlungen, sondern das Geld sollte immer den Opfern von NS-Verbrechen jener Länder zugute kommen. Das war zb. 1 Million Pfund für England gewesen im Jahre.. *recherchier recherchier* 1964
Oder für Griechenland 1960 in Höhe von 115 Millionen DM.

Der mit der Jahreszahl verlinkte Artikel erläutert übrigens auch völkerrechtliches im Zusammenhang mit Entschädigungszahlungen und -Forderungen.

Ein anderer interessanter Artikel ist dieser:
billige Entschädigung?
Zitat daraus: " Bisher sind von deutscher Seite insgesamt ca. 100 Milliarden Mark an Entschädigung geleistet worden. Davon wurden 90% an deutsche oder an NS-Opfer aus dem "deutschen Kulturkreis“ geleistet. Nur 10% gingen an die übrigen, die allerdings 90% aller NS-Verfolgten überhaupt ausmachen."

Das alles macht mich doch nachdenklich. Ich habe nichts dagegen, wenn jemand der Meinung ist, Entschädigungen wären doch heute verjährt.
Ich selber bin halt anderer Meinung, was solls auch - das ist eben so - ich habe aber etwas dagegen daß Phantome, und Glaubenssätze, die schon kaum einer mehr hinterfragt wie der, daß "wir immer noch für den Holocaust an Israel bezahlen" einfach so nachgelabert werden.

Meiner Meinung nach würde man auch als Regierung sagen können "Tja Leut wir ham wirtschaftliche Rezession und viele Arbeitslose, wir können euch vor eurem Tod deswegen nicht mehr wirklich entschädigen. Wir ham selber Probleme." Nur kommt das vielleicht nicht so gut das zu den ehemaligen polnischen oder russischen Zwangsarbeitern zu sagen, deren eigene Wirtschaft... tjajaja. Außerdem sind wir ja der dicke Max, newahr, wir geben doch vor anderen nicht zu daß wirs grade nicht so dicke haben. Dann sagen wir lieber: "He nee nee, alles verjährt, einmal muß Schluß sein"

Mein Wort zum Dienstag ;-)

Montag, 9. Mai 2005

Schlußstrich II - the Return of the Schlußstrich

Ich mag ja keine deutsche Staatsbürgerschaft haben, aber als Ösi teile ich zumindest diesen Abschnitt der Geschichte (damals waren "wir" ja "daheim im Reich").

Und ich muß schon sagen, ich möchte auch keinen Schlußstrich. Keiner sagt daß mensch sich persönlich schuldig fühlen soll. Ich habe auch kein schlechtes Gewissen. Ich finde aber, daß in diesem Land doch im Großen und Ganzen Bemühungen zu sehen sind, aus der Vergangenheit zu lernen, und ich finde es eine gute Aufgabe die Erinnerungen wachzuhalten.
Nur weil andere "auch Arschlöcher" sind oder mit ihrem historischen Dreck am Stecken ignorant umgehen, muß ich längst nicht wie andere das schönreden, totschweigen oder schlicht und einfach ignorieren und lustig damit auch noch weitermachen. (Wie zb die USA das mit deren Ureinwohnern macht)
Ein Schlußstrich im politischen Sinne ist doch längst gezogen, Deutschland als Land is doch längst auf der internationalen Bühne anerkannt.

Und ein Schlußstrich in dem Sinne "na reden wir einfach nimmer drüber, ist doch eh alles gestern gewesen und egal" das wäre wie wenn man seine Wurzeln wegschmeissen wollte. Und in der Rede heute stellt der Köhler das doch in einen äusserst positiven Zusammenhang: Daß man eine Verantwortung hätte, die Erinnerung wachzuhalten, daß man viel erreicht hätte und eben dank dem Willen sowas nie mehr zu erleben ne tolle Demokratie hätte in einem Land was man aufgebaut hätte, auf das man stolz sein kann, usw.

Wüsste nicht, was daran die große Selbstgeisselung sein soll. Es gibt in diesem Land auch Menschen wie mich, die dem Köhler da zustimmen können und die keinen "Schlußstrich" wollen..
Tja, und würden wir uns als Volksvertreter welche wählen die uns laut Parteiprogramm einen astreinen Schlußstrich ranschaffen würden, dann dürft das höchstens die NPD sein, hahaha.. sehr demokratisch, die Jungs..

Was solls.. in Berlin wurde die NPD-Demonstration erfolgreich blockiert :-)
Aber so bescheuert wie es erscheint: die Polizei _muss_ die Neonazis schützen, weil diese ihr demokratisches Versammlungsrecht in Anspruch nehmen, und dieses Recht muß die Polizei für sie durchsetzen. In Berlin war allerdings die Gegenaktion so groß daß die Polizeileitung wohl sagte "ok wir können das nicht wirklich durchsetzen wie wärs wenn ihr die Demo absagt, ihr NPD-Nasen".
Ist aber Glückssache, weil ich denke, wenn der Wille dagewesen wäre, wäre auch die Kapazität auf Seiten der Polizei dagewesen, die Blockaden aus dem Weg zu schlagen. Schaffen sie ja beim Castor auch, wenn se wollen.
ich war selber mal NPD-Demo blockieren, letztes Jahr 1. Mai in Berlin.. da hab ich das erlebt, wie es aussieht wenn die polizei eigentlich auch nicht möchte daß die Nazidemo marschiert.. das sieht dann etwa so aus.. doch recht wenige Menschen blockieren die Strasse friedlich.. die Bullen mit Kampfmontur hätten sie in 10 Minuten aus dem Weg prügeln können, statt dessen stehen sie 1 Stunde da rum, bis ein Lautsprecher durchsagt, das wäre die "letzte Aufforderung die Straße freizumachen, weil sonst leider leider Wasserwerfer eingesetzt werden würden, und das wollen wir ja alle nicht, und bleiben Sie aber bitte ruhig und friedlich wie bisher und ziehen Sie sich langsam zurück."
Dann rangeln die Bullen bissel und die Blockade bewegt sich 10 Meter nach hinten, danach steht man wieder 20 Minuten und dann kommt die nächste Durchsage.. *gg*
"Also, wir setzen bald wirklich Wasserwerfer ein, nicht wahr.. also bitte gehen Sie doch".. *g*

Aber lang davor.. muß so 2001 oder 2000 gewesen sein, hab ich mal ne Gegendemo besucht die ziemlich rasch aus dem Weg geknüppelt wurde damit die Nazis durch konnten.

Tja, der 8. Mai.
Tag der Befreiung. Ist doch schön!

Als ich in Holland war, bin ich mal auf die Party von schwarzen Holländern geraten, die feierten den Tag der Befreiung von der Sklaverei in der holländischen Kolonie Surinam. 400 Schwarze, 3 Weiße, und nirgendwo ausser bei diesem Festzelt im Park war zu bemerken daß an diesem Tag in den holländischen Machtbereichen die Sklaverei abgeschafft worden war.
Die Menschen trugen bunte Tücher auf die zerrissene Ketten gedruckt waren und Freiheitssymbole, es gab tolle Musik und es wurde getanzt.

Wäre doch ne Idee für den 8. Mai in Deutschland..

Warum identifizieren sich so viele Leute mit den Tätern? Weil das tun sie doch eigentlich, wenn sie sich, statt sich zu freuen daß der Jahrestag der Befreiung von der Naziherrschaft ist, grämen oder ärgern. Warum ist das kein Grund sich zu freuen?
Weil Leut die Leute, die "Befreier" damals halt der Feind waren und die Deutschen wie Feinde behandelt haben?
Befreiung = Besatzung?
Naja, andersrum, wär doch sicher auch fatal gewesen wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte - Schrecken ohne Ende.

Das ist heute alles so weit weg.
Mein Opa war zb nie Kriegsgefangener, der war Kampfflieger und ist gefallen bevor mein Vater noch geboren war.

Als ich mit Freundinnen in Wales war (vor 10 Jahren oder so) und wir an einem Haus vorbeiwanderten, rannte ein Waliser an seinem Gartenzaun und rief "Guten Tag" und redete brockenhaft deutsch, er war wie er sagte in Wien stationiert als Besatzungssoldat und hatte sich gefreut Leute deutsch sprechen zu hören weils in Wien so schön gewesen war.

Meine Oma ist von den Russen nicht vergewaltigt worden sagt sie, weil sie immer mit ihrem Baby unterwegs war und die Russen fanden das Baby so süß.

Korrektur: Es scheinen doch tausende Leut gewesen zu sein, und das auch aller möglichen Couleur (vom Punker bis zur Omi) die die NPD blockiert haben in Berlin - na vielleicht doch nicht nur Kulanz der Pozelei sondern Volksfest :-)))

Und hier ein Artikel dazu der mir gefallen hat:
Indy Artikel

Zitat aus einem der Kommentare:
"An der Rathausbrücke erstaunt schließlich ein Novum in der Demonstrationsgeschichte der Hauptstadt. An die Gegendemonstranten gerichtet, verkündet die Polizei auch hier die Absage des Nazi-Zuges - und fügt hinzu: "Danke für Ihre Mitarbeit und den friedlichen Protest."

LOOOOOOOOOOOOOOOOL

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